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In München wird seit 60 Jahren geblitzt

Der ewige Kampf gegen die Raser

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So sah es Ende der 1950er Jahre aus, wenn die Münchner Polizei mit mobilen Messgeräten die Temposünder aufspüren wollte.

Seit mittlerweile 60 Jahren versucht die Polizei, die Raser im Münchner Osten mittels Radarfallen auszubremsen. Die Technik hierfür hat sich rasant weiterentwickelt, die Lieblingsstrecken der Raser dagegen sind seit Jahrzehnten dieselben.

Meistens gut getarnt hinter Baustellen oder Bäumen stand ein Polizeiauto, darin ein Polizist. Hatte er den Verdacht, dass sich ein Auto schneller als erlaubt näherte, informierte er per Funk seinen – wenige hundert Meter weiter postierten – Kollegen und gab ihm Kennzeichen und Autotyp durch. Wenn das beschriebene Auto dann am ersten Polizeiauto vorbeifuhr, startete der Beamte darin die Stoppuhr. Parallel dazu wurden die Eigenschaften des Fahrers notiert, etwa: „älterer Herr mit Hut“ oder „Dame mit Kind im Fond“. Erreichte das fragliche Fahrzeug dann den zweiten Streifenwagen, wurde die Uhr angehalten – und ausgerechnet, ob der Fahrer tatsächlich zu schnell dran war. Falls ja, nahm das zweite Polizeifahrzeug die Verfolgung auf und stellte den Raser.

Man mag es kaum glauben, aber mit diesen Methoden versuchte die Polizei in den 50er Jahren, der Raserei auf Münchens Straßen Herr zu werden. Als 1956 erste Feldversuche mit sogenannten „mobilen Verkehrsradargeräten“ erfolgreich waren, war für die Polizei in der Landeshauptstadt daher schnell klar: Ab jetzt werden Raser nicht mehr gestoppt, sondern geblitzt!

Die Technik war dabei in den Anfangsjahren – vorsichtig formuliert – sehr anfällig. Die schweren Kamerakästen wurden an die Polizeifahrzeuge geschraubt und die Schwarz-Weiß-Aufnahmen „im Fotolabor aufwändig entwickelt“, wie Kriminalhauptkommissar Florian Nüßlein erklärt. Eine Erleichterung seien daher die sogenannten Starenkästen in den 70er Jahren gewesen: Durch die verbesserte Fotoqualität dieser fix installierten Anlagen konnten nun „Rotlichtmessungen an unfallträchtigen Kreuzungen rund um die Uhr beweissicher festgestellt werden“, betont Nüßlein. Wie schnell die ersten Raser anno 1956 unterwegs waren, lässt sich heute nicht mehr sagen. Aus Datenschutzgründen werden die Unterlagen alle paar Jahre gelöscht, betont Nüßleins Kollege, Polizeihauptkommissar Michael Meister. Neben den rechtlichen gebe es aber auch ganz praktische Gründe: „Um die ganzen Filmrollen zu archivieren, bräuchten wir ja riesige Lagerräume!“

Auch wenn sich die Technik seit der Anfangszeit rasant weiterentwickelt hat, bleiben die Lieblingsstellen der Raser seit Jahrzehnten gleich. Im sogenannten Abschnitt Ost, dem das Polizeipräsidium München den Stadt- und Landkreisbereich östlich der Isar zurechnet und dem elf Polizeiinspektionen unterstellt sind, werden an insgesamt 67 Örtlichkeiten Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt. „Erfolgreich“ ist die Polizei dabei regelmäßig an den Messstellen Wasserburger Landstraße, Heinrich-Wieland-Straße, Schatzbogen und Berg-am-Laim-Straße. Im Zehn-Jahres-Vergleich, so Meister, sei die Zahl der Verstöße dort zwar zurückgegangen. Doch noch immer wird viel zu schnell gefahren, wie Meisters Statistik belegt.

So zählte die Polizei an der Wasserburger Landstraße im Jahr 2006 insgesamt 2525 Beanstandungen; weil 256 der erwischten Fahrer mehr als 20 km/h zu schnell unterwegs waren, wurden sie zudem angezeigt. Im Jahr 2016 gab es nur noch 937 Beanstandungen und 86 Anzeigen – allerdings auch einen traurigen Rekord: Am 26. Juli wurde ein Raser mit 115 km/h bei erlaubten Tempo 50 erwischt!

An der Heinrich-Wieland-Straße ergibt sich Meister zufolge ein ähnliches Bild: 1428 Beanstandungen und 160 Anzeigen im Jahr 2006 stehen 1113 Beanstandungen und 130 Anzeigen im Jahr 2016 gegenüber. Ein Raser-Rekord wurde dort im Sommer 2013 aufgestellt: 147 km/h bei erlaubten 50! Prozentual erwischt es am Schatzbogen übrigens die meisten Raser. Im Jahr 2006 galt dort eine sogenannte Beanstandungsquote von 4,27 Prozent, das heißt mehr als jeder vierte von 100 Fahrern bekam einen Strafzettel. Zehn Jahre später liegt die Quote immer noch bei hohen 3,13 Prozent – und klar: Auch am Schatzbogen gibt es immer wieder Messergebnisse jenseits der 100 km/h.

Die Berg-am-Laim-Straße hatte vor zehn Jahren ebenfalls eine Beanstandungsquote von über vier Prozent, wobei die Beamten 807 Strafzettel verschicken mussten. 2016 lag die Beanstandungsquote nur noch bei 1,34 Prozent; aber noch immer setzte es 592 Strafzettel.

Die futuristisch aussehende Blitzersäule an der Kreuzung Wasserburger Landstraße, Bajuwaren- und Kreillerstraße übrigens ist voll ausgelastet. Die Anlage, die sich durch eine topmoderne digitale Foto- und Lasermesstechnik auszeichnet, ist zwar erst seit 7. November scharf gestellt. Bis 31. Dezember aber zählte sie bereits 82 Rotlicht- und 701 Geschwindigkeitsverstöße.

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