500 Milliliter, die Leben schenken

Am Mittwoch, 14. Juni, ist Weltblutspendetag

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Mit Blutspendeaktionen wie hier im Truderinger Kulturzentrum können die Mitarbeiter des Roten Kreuzes viele Blutkonserven sammeln, mit denen man Menschenleben retten kann.

Blutspenden können Leben retten! Anlässlich des Weltblutspendetages am Mittwoch, 14. Juni, hat HALLO mit Jan Boltz, einem ehrenamtlichen Mitarbeiter der Bereitschaft Trudering, darüber gesprochen und gefragt: Wie funktioniert Blut spenden überhaupt? Darf jeder mitmachen? Und wie kommt das Blut vom Körper des Spenders in den Körper des Empfängers?

Jeder Mensch, sagt Jan Boltz, ehrenamtlicher Mitarbeiter beim BRK in Trudering, kann durch einen Unfall oder eine Erkrankung in die Situation kommen, dass er zu wenig Blut im Körper hat. Und dann wird es lebensgefährlich, denn: „Leider gibt es bis heute kein Ersatzmittel für unser wertvolles Blut.“ Darum sei es so wichtig, dass möglichst viele Menschen zur Blutspende gingen, betont Boltz. Erkrankungen wie zum Beispiel Leukämie oder Operationen an den Organen führen laut dem BRK-Mann zu einem hohen Blutverlust und müssten durch Spenden ersetzt werden. Dass Jan Boltz sich so gut mit dem Thema auskennt, liegt daran, dass er sich seit Jahren in seiner Freizeit für den Rettungsdienst engagiert. Hauptberuflich ist er selbstständig in der Informationstechnik tätig. Seine Mitarbeit beim Roten Kreuz sieht er als „sinnvolle Freizeitbeschäftigung“ an, bei der er „mit anpacken“ und „für andere da“ sein könne. „Die Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Pflegekräften und ehrenamtlichen Mitarbeitern ist auch einfach super“, ergänzt er. Da mache die freiwillige Arbeit umso mehr Spaß.

Natürlich darf der medizinische Teil der Blutabnahme nur vom Fachpersonal durchgeführt werden, während die ehrenamtlichen Mitarbeiter sich um die Organisation der Blutspendeaktionen kümmern, betont Boltz. Bis zu 500 Milliliter Blut, also so viel wie in einem großen Glas Limo, würden bei einer Spende pro Person abgenommen. „Das ist eine Konserve und entspricht etwa einem Zehntel des gesamten Blutes, das ein Mensch zur Verfügung hat“, weiß Boltz.

Dennoch habe die Blutspende auch für den Spender seine Vorteile: „Erstens produziert der Körper nach der Spende schneller wieder frisches Blut, zweitens wird dadurch automatisch auch ein Blutcheck durchgeführt, bei dem die Ärzte herausfinden können, ob beim Spender Krankheiten vorliegen“, so der Helfer. Denn bevor es überhaupt zur Blutspende komme, müsse der Spender erst einmal durch eine medizinische Untersuchung gehen; schließlich dürften nur absolut gesunde Menschen mit ihrem Blut kranken Menschen helfen. Außerdem müssen Spender mindestens 18 Jahre alt sein.

Nach der Blutabnahme bekommt der Spender einen kleinen Imbiss, der von den freiwilligen Helfern bereitgestellt wird. Denn: „Gut zu essen und vor allem ausreichend zu trinken ist wichtig, damit der Kreislauf nicht zusammenbricht“, betont der Informationstechniker.

Das Blut wird anschließend im Labor in seine drei Hauptbestandteile zerteilt: In die Trombozyten-Plättchen, also die weißen Blutkörperchen; in die Eritrozyten-Plättchen, also die roten Blutkörperchen; und in das Blutplasma. Je nach Bedarf würden den Empfängern dann nur die Bestandteile zugefügt, die sie benötigen.

Gerade die roten Blutkörperchen werden Boltz zufolge etwa bei Unfallopfern verwendet, da sie Sauerstoff transportieren. „Ein Unfallopfer kann nach einem Autounfall bis zu 50 Blutkonserven brauchen, bis der Bedarf wieder gedeckt ist“, so der Experte. „Da kann man sich vorstellen, wie hoch der Bedarf an Blutspendern ist!“ Boltz rechnet es vor: „Insgesamt müssen 50 Menschen Blut gespendet haben, damit ein einziger gerettet werden kann!“ Darum freut sich das Team des Roten Kreuzes über jeden Spender.

Weitere Informationen über Spendentermine vor Ort findet man unter www.blutspendedienst.com.

Lydia Wünsch

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