„Terz bis in die Nacht“

Messestädter wollen Wettbüro an der Heinrich-Böll-Straße verhindern

Besorgte Eltern vor der Heinrich-Böll-Straße 34. Dort soll ein Wettbüro einziehen, die Eltern haben Angst vor Lärmbelästigung und alkoholisierten Kunden.
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Besorgte Eltern vor der Heinrich-Böll-Straße 34. Dort soll ein Wettbüro einziehen, die Eltern haben Angst vor Lärmbelästigung und alkoholisierten Kunden.

Im Laden Ecke Heinrich-Böll-/Maria-Montessori-Straße zeigen Schilder in den Fenstern, wer dort demnächst einziehen will: „Wettannahmen, Livewetten, Sportwetten“ kann man lesen. Die Aufregung der Nachbarn ist groß. Laut Planungsreferat ist diese „Vergnügungsstätte“ im Wohngebiet nämlich nicht zulässig.

Es wird wohl nichts mit dem Wettbüro an der Heinrich-Böll-Straße 34, obwohl in den Schaufenstern schon Schilder mit den Öffnungszeiten hängen. Laut Ingo Trömer, dem Sprecher des städtischen Planungsreferats, ist in dem als „Allgemeiner Wohnbereich“ ausgewiesenen Quartier ein solcher Betrieb nicht genehmigungsfähig. „Wir haben Wind von den Plänen bekommen, die Lokalbaukommission hat bereits eine vorbeugende Nutzungsunterlassung verhängt“, so Trömer. Laut Baunutzungsverordnung dürfe dort nur Gewerbe einziehen, das für die Versorgung der Bewohner wichtig sei. Dazu gehörten nicht störendes Handwerk oder auch sportliche und kulturelle Nutzungen.

Die Anwohner können ihre Proteste wohl beruhigt einstellen. Sie fürchteten nämlich massive Belästigungen durch ungewolltes Publikum, Alkohol, Drogenmissbrauch und mehr Verkehr, zumal das Wettbüro auf den Fensterplakaten Öffnungszeiten von 10 bis 23 Uhr an sieben Tagen pro Woche ankündigte. Eine Frau schilderte gegenüber HALLO ihre Bedenken: „Kann ich meine Kinder künftig noch bedenkenlos zum Bäcker schicken? Es wird vor dem Lokal Terz bis spätabends geben, auch wenn kein Alkohol verkauft wird. Den bringen sich die Leute einfach mit. Ich habe auch Angst vor dem Publikum, das so ein Wettbüro anzieht“, so die Frau.

Während vor diesem Hintergrund die Erleichterung der Anwohner groß ist, dürfte der Vermieter, der zuvor im Eckladen das Immobilienbüro „Stadt-Land-See“ betrieb und im Häuserkomplex wohnt, mit dieser Entwicklung wenig Freude haben. Nun muss er sich wohl einem anderen Mieter suchen. 

G. Mühlthaler

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