Messe München verzeichnet Rekordumsatz

Wachstum mit „intelligentem Risiko“

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Die Baustelle für die beiden neuen Messehallen liegt im Zeit- und Kostenplan – auch wenn sich die Arbeiten schwierig gestalten. Im Erdreich wurden unerwartet viele Reste des alten Flughafens gefunden. Im Mai 2018 sollen die Hallen eröffnet werden.

Die Messe München hat im vergangenen Jahr mit rund 420 Millionen Euro einen Rekordumsatz erwirtschaftet. Die Stadt München und das Land Bayern als Hauptgesellschaft dürfen sich über einen satten Gewinn freuen, die Mitarbeiter am Standort Riem über eine Gehaltserhöhung.

Die Bauma ist eine Messe der Superlative. Fast 600.000 Besucher aus 200 Ländern der Welt waren im vergangenen Jahr auf das Messegelände zur weltgrößten Baumaschinenmesse geströmt. Die sogenannte Umweg-Rentabilität – also das, was die Hotellerie, die Gastronomie und der Einzelhandel der Region an der Bauma verdienten – lag bei 3,6 Milliarden Euro. Der Baumaschinenhersteller Caterpillar allein verkaufte in den sieben Bauma-Tagen insgesamt 2500 Maschinen im Wert von über 300 Millionen Euro!

Kein Wunder also, dass sich die nur alle drei Jahre stattfindende Großmesse positiv in der Bilanz der Messe niederschlägt. Doch nicht nur die Bauma sorgte im vergangenen Jahr für klingelnde Kassen: Auch die nur alle zwei Jahre stattfindenden Messen IFAT und Electronica zogen hunderttausende Besucher auf das Riemer Messegelände. Und weil auch noch das Auslandsgeschäft in 2016 florierte, konnte Messe-Chef Klaus Dittrich in der vergangenen Woche ein Rekordergebnis präsentieren: 420 Millionen Euro, so viel wie nie zuvor, erwirtschaftete sein Unternehmen! Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen bedeutet dies einen Betriebsgewinn von 100 Millionen Euro. Davon, so Dittrich, erhalten die Hauptgesellschafter der Messe, die Stadt München und der Freistaat Bayern, 50 Millionen Euro als Zinsen für ihre Darlehen zum Bau des Messegeländes. Mit weiteren 40 Millionen Euro zahlt die Messe ihre Fremddarlehen ab.

Den größten Zukauf der Unternehmensgeschichte – die größte Messe für Fassaden und Fenster in China – sowie den Bau der beiden neuen Messehallen für 105 Millionen Euro finanzierte die Messe aus ihren Rücklagen. „Wir gehören damit zu den ganz wenigen deutschen Messegesellschaften mit eigenem Gelände, die ganz ohne Zuschüsse der Gesellschafter nicht nur überleben, sondern auch expandieren“, betonte Dittrich. Vom Erfolg der Messe sollen nun auch die rund 700 Mitarbeiter am Standort München profitieren: Dittrich zufolge gab es zum 1. Januar eine Gehaltserhöhung um drei Prozent.

Auch wenn die Verantwortlichen für 2017 nun wieder „ein durchschnittliches Messejahr“ erwarten, soll das Wachstum der Messe München konsequent fortgesetzt werden. Schon heute beträgt der Auslandsanteil am Gesamtumsatz 22 Prozent, bis 2021 soll der Anteil auf 30 Prozent gesteigert werden.

Außerdem soll auch der Geschäftsbereich „Digital“ wachsen. Konkretes wollte Dittrich in diesem Punkt nicht verraten; eine Idee jedoch sei, eine Art digitales Branchenverzeichnis zu schaffen. Bei Messen wie der Bauma, für die es derzeit eine Warteliste von 600 Unternehmen gebe, könnten diese sich beispielsweise online präsentieren. Dittrich formulierte es so: „Wir wollen auf der digitalen Welle nicht nur mitschwimmen, sondern damit auch Geld verdienen!“

Dass gerade das Auslandsgeschäft der Messe in Ländern wie China, Russland, Türkei, Iran und Indien auch Unwägbarkeiten mit sich bringt, ist Messe-Chef Dittrich klar. Dennoch habe man eine „klare Strategie, werde mutig neue Chancen nutzen und intelligente Risiken eingehen“.

Messe-Zahlen

Unter dem Dach der Messe München fanden im Jahr 2016 weltweit insgesamt 213 Veranstaltungen mit über drei Millionen Besuchern und 50.400 Ausstellern statt. Auf dem Messegelände Riem, im Internationalen Congress Center München (ICM) und im Munich Order Center (MOC) tummelten sich im Vorjahr 2,4 Millionen Besucher und 37.000 Aussteller. Nächste Großveranstaltungen sind in dieser Woche die „Bau“ und ab 5. Februar die Sport-Messe ISPO.

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