Endlich beginnt der Prozess nach dem schlimmen Unfall

Mehr als zwei Jahre nach dem Tod von drei Menschen in Trudering 

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Am 16. September 2017 raste ein Mann auf der Wasserburger Landstraße inTrudering in seinem Auto ungebremst und viel zu schnell in ein anderen Wagen. Drei Menschen starben. Nach Verzögerungen beginnt der Prozess nun am 27. November.

Die Zeit heilt viele Wunden, aber so manche Frage vermag auch sie nicht zu beantworten. Dann ist der Weg zur Bewältigung eines traumatischen Erlebnisses oft schwer. So geht es vielen Menschen in Trudering, die den schlimmen Unfall am 16. September 2017 miterlebten. Jetzt ist zumindest das lange Warten auf die Terminierung des Prozesses zu Ende: Er beginnt am 27. November um 9.15 Uhr im Sitzungssaal A 30 am Amtsgericht München. Die Verhandlung wird öffentlich sein.

Ein 1957 geborener Mann fuhr damals mit seinem BMW X5 an einer roten Ampel ungebremst in einen Opel Corsa. Mit einer Geschwindigkeit zwischen 122 und 128 km/h. Die drei Insassen des Corsas im Alter zwischen 29 und 36 Jahren starben an den Folgen des Unfalls. Der Opel war damals 100 Meter weit über die Kreuzung geschleudert worden und in Brand geraten. Auch die schnelle Hilfe von Anwohnern und durch die Feuerwehr kam zu spät. Der Fahrer des BMW wurde nur leicht verletzt.

Bis heute äußerte sich der Unfallverursacher nicht dazu, warum er an einem frühen Abend derart schnell innerorts unterwegs war. „Technische Mängel oder körperliche Beeinträchtigungen sind nach derzeitigem Kenntnisstand auszuschließen“, erklärte Oberstaatsanwältin Anna Leiding gegenüber HALLO. Die dafür notwendigen Untersuchungen nahmen einige Zeit in Anspruch. Im Juli 2018 erhob die Staatsanwaltschaft dann Anklage: fahrlässige Tötung dreier Menschen sowie fahrlässige Körperverletzung einer weiteren Person und fahrlässige Brandstiftung eines Fahrzeugs. Dass daraufhin mehr als ein weiteres Jahr bis zum Prozessbeginn vergehen musste, lag an einem Antrag der Verteidigung. Sie berief sich darauf, dass ein möglicher Blackout des Unfallverursachers zum Unglück führte. Ein Sachverständiger sollte prüfen, ob eine Grundlage für verminderte oder aufgehobene Schuldfähigkeit besteht. Dessen Expertise wird im Prozess gehört werden.

Marco Heinrich

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