Zum Gedenken an den Flugzeugabsturz am 6. Februar 1958

Ein Unglück, das bis heute bewegt

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Traumatische Szenen spielten sich nach dem Crash der Maschine ab. Der Münchner Bauer Hans Wieser war damals zuerst an der Unglücksstelle. „Ein paar Schritte haben sie noch gemacht. Dann sind sie umgefallen. Tot. Einfach tot“, erinnerte er sich Jahre später.

Der 6. Februar 1958 ging als schwarzer Tag in die Geschichte des Fußballs und Münchens ein. 23 von 43 Insassen des Flugzeugs sterben, darunter acht Spieler der legendären „Busby Babes“ von Manchester United. Zum 60-jährigen Jahrestag des Unglücks findet am Dienstag, 6. Februar, eine Gedenkfeier am Ort des Geschehens statt.

Das gute Gefühl war längst verflogen. Einen Tag zuvor hatte Manchester United noch mit einem 3:3 bei Roter Stern Belgrad das Halbfinale im Europapokal erreicht. Doch jetzt wurde der Tank-Zwischenstopp in München zu einem Drama. Zweimal hatte der Pilot bereits den Start abbrechen müssen. Mittlerweile hatte es zu schneien begonnen, sodass die Startbahn voller Schneematsch war. Doch einmal wollte es der Kapitän noch versuchen. Eine fatale Entscheidung.

Die Maschine erreichte die erforderliche Geschwindigkeit nicht, das Flugzeug durchbricht einen Zaun und prallt gegen zwei Betonblöcke, die noch aus Kriegszeiten stehen geblieben waren. Sofort fängt die Maschine Feuer – und der 6. Februar 1958 geht als schwarzer Tag in die Geschichte des Fußballs und Münchens ein. 23 von 43 Insassen des Flugzeugs sterben, darunter acht Spieler der legendären „Busby Babes“ von Manchester United.

Hermann Memmel war damals 19 Jahre alt. Lebhaft erinnert er sich an die schrecklichen Stunden. „Zuerst haben wir nur die vielen Sirenen gehört. Dann hat sich langsam in der Stadt herumgesprochen, was passiert ist. Meine Eltern hatten damals eine Wirtschaft in Ramersdorf – in den folgenden Tagen war das Unglück natürlich das bestimmende Thema. Und für mich wurde es Jahre später ein trauriges und tragisches Argument im Kampf gegen einen Flughafen mitten in der Stadt“, erinnert sich Memmel, langjähriger Landtagsabgeordneter und bis heute Mitglied des Verwaltungsbeirates des FC Bayern München.

Eine Gedenktafel (u.) erinnert heute an die 23 Opfer des Unglücks.

Zum 60-jährigen Jahrestag des Unglücks findet am Dienstag, 6. Februar, eine Gedenkfeier am Ort des Geschehens statt. Seit 2004 steht hier eine Gedenktafel und seit mehr als zehn Jahren heißt der Platz nun auch offiziell Manchesterplatz. Für viele Engländer ist ein Besuch dieses Ortes in München wichtiger als der des Rathauses oder des Oktoberfestes. Doch auch Memmel ist überrascht, wie groß die Resonanz auf die Gedenkfeier ist: „Über 1000 Fans von Manchester United wollen kommen. Sie bringen sogar eine Sängerin mit, die bei der Feier singen wird. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass das so groß wird.“

Auch München ist hochrangig vertreten. Oberbürgermeister Dieter Reiter wird ebenso vor Ort sein wie die Bayern-Macher Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge – obwohl nur wenige Stunden nach der Trauerfeier in Paderborn das DFB-Pokal-Viertelfinale der Bayern angepfiffen wird.

mh

Gedenkfeier am 6. Februar

Um 13.30 Uhr beginnen die Feierlichkeiten mit einer Ansprache von Oberbürgermeister Dieter Reiter. Anschließend wird Karl-Heinz Rummenigge als Vorstandsvorsitzender des FC Bayern München reden und gemeinsam mit Uli Hoeneß einen Kranz am Denkmal des Manchesterplatzes niederlegen. Wahrscheinlich wird es auch eine Rede aus den Reihen der englischen Delegation geben. Zur Absturzzeit um 15.04 Uhr folgt dann eine Schweigeminute.

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