Kein Verbot, sondern eine neue Bewusstseinsbildung

Laubbläser in der Gemeinde Haar

Wahnsinnig laut und extrem nervtötend: Laubbläser im Einsatz
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Wahnsinnig laut und extrem nervtötend: Laubbläser im Einsatz

Haar – Wer Kinder hat, der weiß, dass es manchmal schwer ist, für Ruhe zu sorgen. Bei Laubbläsern und eine Gemeinde ist das nicht anders. Im Januar wagten Grüne, SPD und Freie Wähler im Haarer Gemeinderat den ersten Vorstoß, die ungeliebten Krachmacher in Haar vollständig zu verbieten. Was nun – ein halbes Jahr und eine Kommunalwahl später – von dem Plan übrig geblieben ist, sieht auf den ersten Blick ernüchternd aus.

„Es geht uns nicht um ein Verbot, sondern um eine Bewusstseinsbildung“, erklärte Bürgermeister Andreas Bukowski. Und auch dazu konnte er selbst sich nicht durchringen. Den stark abgeschwächten Antrag lehnte er ab, weil der Haarer Gewerbehof demnach so weit wie möglich auf den Einsatz von Laubbläsern verzichten sollte, ohne einen geeigneten Ersatz zur Verfügung gestellt zu bekommen. „Wir können und wollen das nicht auf den Schultern der Gemeinde-Mitarbeiter austragen“, sagte Bukowski.

Tatsächlich sprach sich Bauhofleiter Alex Brand deutlich gegen ein Verbot der Laubbläser für seine Mitarbeiter aus. „Es kann nicht alles per Hand gemacht werden“, sagte er und sprach sich für den Erwerb einer Kehrmaschine aus, für die er allerdings mindestens einen zusätzlichen Mitarbeiter benötigen würde.

Dabei sind sich alle einig, dass Laubbläser viele Probleme mit sich bringen: Sie sind so laut wie eine Kreissäge und verursachen so viele Schadstoffe wie ein Auto. Außerdem verteilen sie Partikel von Hundekot, Schimmelpilzen und Sporen in ihrer Umgebung. Und für Insekten und andere Kleintiere bringen sie den Tod.

Trotzdem wurde im Gemeinderat lange über die richtige Formulierung des Antrags gestritten. Es ging vor allem darum, dem Bauhof den Einsatz von Laubbläsern zu ermöglichen, wenn sonst die Verkehrssicherheit nicht mehr gewährleistet werden könnte. In allen anderen Fällen soll darauf verzichtet werden. Im Rahmen eines einjährigen Probezeitraums wird nun dokumentiert, wann und warum auf Laubbläser nicht verzichtet werden kann. Privatpersonen sind von der Regelung vorerst nicht betroffen. Sie werden lediglich darum gebeten, so weit wie möglich auf Laubbläser zu verzichten. Ob sich so ein neues Bewusstsein bildet, das wird die Zeit zeigen müssen.

Marco Heinrich

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