Weltstars und blinde Tiger

Die kuriosesten Geschichten aus 60 Jahren Münchner Tierheim

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Nur noch ein Bild blieb Kapuzineräffchen Mally von seinem ehemaligen Besitzer Justin Bieber.
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Mally lebt nun im Serengeti-Park ein.
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Die kleine Katze Queensy kam als blinder Passagier mit einem Umzugstransporter von Paris nach München. Die Mitarbeiter des Tierheims machten sich auf die Suche nach den Besitzern - erfolgreich.
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Mit einer schlimmen Hautkrankheit und völlig verwahrlost kam der Rüde Hektor im Riemer Tierheim an.
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So sieht der Hund nach seiner Behandlung dort aus. Auch zu einer neuen Familie ist er bereits gezogen.
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Der kleine Tiger war blind, weswegen ihn der Zirkus nicht mehr brauchen konnte und im Tierheim ablieferte. Dort wurde ihm eine Augen-OP gespendet. Heute lebt er im Raubtierasyl in Ansbach.

Aus den verschiedenen Gründen kommen Tiere ins Tierheim. Doch hinter einigen davon stecken die unglaublichsten Geschichten. Bei einer Pressekonferenz zum 60. Geburtstag des Tierheims Riem präsentierte Kurt Perlinger, Vorsitzender des Tierschutzvereins München, einige der kuriosen Fälle, mit denen es die Münchener Tierschützer bisher zu tun hatten.

Blinder Passagier an Bord

Gelegentlich werden die Münchener Tierschützer auch über die Grenzen Deutschlands hinweg aktiv. Katze Queensy ist das beste Beispiel dafür. Als blinder Passagier reiste das Tier in einem Umzugswagen versehentlich nach München. Da keiner wusste, woher die kleine Katze kam, landete Queensy schließlich im Riemer Tierheim. Das Problem: Die Besitzer der Katze mussten irgendwie ausfindig gemacht werden! Die Münchener Tierschützer starteten daher eine große Suchaktion. Das globale Netzwerk machte sich bezahlt! In Paris fand man Queensy‘s Besitzer. Die holten ihr Kätzchen wenig später höchstpersönlich im Tierheim ab.

Prominenter Besuch

Mally ist kein gewöhnliches Kapuziner-Äffchen. Denn sein Besitzer ist auch kein gewöhnlicher Junge, sondern der weltbekante Sänger Justin Bieber. 2013 nahm er das Äffchen in seinem Privatjet mit nach München, wo er ein Konzert geben sollte. Doch das Zollamt am Flughafen machte dem Teenieschwarm einen Strich durch die Rechnung. Grund: fehlende Einreisepapiere für Mally! Das Tier wurde beschlagnahmt und ins Tierheim gebracht. Seinen Besitzer schien dieser Umstand nicht weiter zu kümmern. Bieber reiste nach seinem Auftritt ab – und zwar ohne seinen Kameraden im Gepäck. Also nahmen die Tierschützer die Sache in die Hand. Mit Erfolg. Im niedersächsischen Tierpark Serengeti in Hodenhagen fand Mally ein neues Zuhause. Im Tierheim hörte man nie wieder etwas von Bieber. Zum großen Bedauern seiner Fans blieben so auch ihre zahlreichen Liebesbriefe an den Weltstar, die sie im Tierheim abgegeben hatten, ungelesen. Zumindest beglich Bieber die Unterbringungskosten für seinen Affen im Tierheim – auch wenn er dafür ganze drei Jahre brauchte...

 

Die Verwandlung

Hektor ist ein gesunder und glücklicher Hund – heute. Doch das war nicht immer so. Völlig verwahrlost und mutterseelenalleine fanden die Inspektoren des Riemer Tierheims den Rüden eines Nachts, angebunden an einem Laternenpfahl. Der (wahrscheinliche) Grund: Hektors Aussehen! Eine Milbenallergie hatte das Fell des Hundes befallen und Hautrötungen, Verkrustungen und Haarausfall verursacht. Das Tier wurde wochenlang im Tierheim gesund gepflegt. Das Ergebnis war mehr als zufriedenstellend. Hektor entpuppte sich als wahre Schönheit – und war in kürzester Zeit an neue Besitzer vermittelt.

 

Hilfe, ein Tiger!

Verstoßene Hunde und Katzen gehören zum Alltag der Tierschützer, doch manchmal haben sie es auch mit größeren Tieren zu tun. So auch in dem Fall des Tigers, der aufgrund seiner Erblindung nicht mehr in der Manege eines Zirkusses eingesetzt werden konnte und seine Besitzer ihn deshalb loswerden wollten. So kam das Tierheim zur Raubkatze. Mit Hilfe großzügiger Spenden des Tierschutzvereins München konnte der Tiger am Ende operiert werden und erlangte sein Augenlicht zurück. Im Raubtierasyl in Ansbach fand die Raubkatze am Ende ein neues Zuhause.

 

Ende gut, alles gut...

Im Jahr 2002 schaffte die Stadt Rom Hunderennen ab. Problem nur: Wohin mit den vielen Windhunden? Für ihre Besitzer erschienen die Tiere nun wertlos, ihnen drohte der sichere Tod. Doch das wussten die Münchener Tierschützer zu verhindern! Durch ihren engagierten Einsatz konnten knapp 100 Hunde aus Rom gerettet und auf verschiedene Tierheime und Pflegestellen verteilt werden. Von dort aus gelang es, einen Großteil der befreiten Hunde zu vermitteln.

Für Loisl kam jede Hilfe zu spät

Eine temporäre Durchgangsstation – dies soll das Tierheim Riem für die Verstoßenen, Gequälten und Gefundenen eigentlich sein. Vereinsvorsitzender Kurt Perlinger erklärt das so: „Unser finales Ziel ist es letztlich, den Kontakt zwischen den Tieren und den Menschen wiederherzustellen“. Doch in manchen Fällen kommt jede Hilfe zu spät: Hund Loisl lebte zehn Jahre lang eingesperrt in der Garage seiner Besitzer. Die Inspektoren des Tierheims konnten das arme Tier zwar befreien, doch mehr war nicht zu machen. Der Hund konnte nur noch von seinem Leid erlöst werden. „Dies ist die gruselige Seite des Tierschutzes“, erklärt der Vereinsvorsitzende Perlinger. Doch auch die gehört wohl leider dazu. Tamara Tomasevic

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