Teures Zeltlager spaltet den Bezirksausschuss

Knapp 13.000 Euro für sieben Pfadfinder?

Ein Termin, der bei Pfadfindern das Herz höher schlagen lässt, ist das World Scout Jamboree – das Weltpfadfindertreffen, das alle vier Jahre stattfindet.  Nun möchten sieben Pfadfinder vom Stamm Galileo Galilei aus der Messestadt im nächsten Jahr zum World Scout Jamboree in New River George, Westvirginia, fahren. Das ist nicht billig und so hat der Stamm einen Zuschuss-Antrag von 12.744 Euro beim BA gestellt.

Das riesige Zeltlager findet jedes Mal auf einem anderen Kontinent statt. 2019 kommen Pfadfinder aus aller Welt beim 24. World Scout Jamboree in Nordamerika zusammen. Zuletzt, 2015, trafen sich etwa 40.000 Jugendliche und junge Erwachsene in Kirara-hame im Westen Japans. Erstmals fand die Veranstaltung nur 13 Jahre nach Gründung der Pfadfinderbewegung im Jahr 1920 statt. Damals kamen 8000 junge Menschen zusammen, auch aus Ländern, die im Ersten Weltkrieg verfeindet waren. Als „Jamboree of Peace“ ging das erste Zeltlager nach dem Zweiten Weltkrieg in die Pfadfinder-Geschichte ein. Nun möchten sieben Pfadfinder vom Stamm Galileo Galilei aus der Messestadt im nächsten Jahr zum World Scout Jamboree in New River George, Westvirginia, fahren. Das ist nicht billig und so hat der Stamm einen Zuschuss-Antrag von 12.744 Euro beim BA gestellt.

„Im Unterausschuss wurde das sehr kontrovers diskutiert. Die Meisten hatten großes Bauchgrimmen bei dem Gedanken, für sieben Stammes-Mitglieder knapp 13.000 Euro zu zahlen. Wir schlagen deshalb vor, die Fahrt pro Teilnehmer mit 500 Euro zu bezuschussen“, erklärte CSU-Sprecherin Magdalena Miehle. Zudem regte sie an, die Gruppe solle sich beim zuständigen Kreisjugendring (KJR) um eine Förderung bemühen. Herbert Danner (Grüne) fragte nach, ob der Beschluss vertagt werden könne: „Eilt es?“ Ein Galileo-Stammesmitglied erklärte: „Wir müssen mehr zahlen als Teilnehmer aus Afrika und versuchen, an den Wochenenden etwas dazu zu verdienen“.

Pfadfinderin Esther war bereits 2015 in Japan dabei. Sie plädierte dafür, allen sieben Stammes-Mitgliedern auch die Möglichkeit für diese Erfahrung geben. „Wir brauchen eine Entscheidung, weil bald der nächste Teilbetrag abgebucht wird“. 800 Euro der insgesamt 3000 Euro pro Person seien bereits bezahlt. BA-Chef Otto Steinberger (CSU) fand es schwierig, über diese „Einzelförderung“ zu entscheiden und Julia Hentschel (FW) erklärte: „Wir verstehen eure Situation, aber die wenigsten von uns können unseren Kindern 3000 Euro für zwei Wochen bezahlen. Ein Familienurlaub kostet keine 3000 Euro!“ Den kompletten Betrag ausschütten wollen die Grünen. Herbert Danner (Grüne) betonte, damit leiste man sowohl einen Beitrag für ärmere Länder als auch für die Messestadt. Zudem sei mehr Geld im BA-Budget 2017, als man ausgeben könne. Henritte Baiter und Jürgen Heidegger (beide SPD) fanden den beantragten Zuschuss vertretbar. Stefan Ziegler (CSU) zweifelte daran, dass der BA überhaupt noch Geld ausschütten kann, „weil die Verträge ja schon geschlossen sind. Das soll die Stadt prüfen!“ Der BA vertagte die Angelegenheit in die Juni-Sitzung. 

Gabriele Mühlthaler

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