„Man hat gesehen: Die Gruppe bewegt was!“

100 Jahre Siedlergemeinschaft Neu-Trudering

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Ein Bild der ersten Siedler.

Wer in Amerika etwas Neues aus dem Nichts aufbauen wollte, ging in den Westen. In München vor gut 100 Jahren war das anders. Damals ließen sich die ersten Siedler im Osten nieder. Schon bald merkten sie, dass gemeinsam mehr erreicht werden kann. Auch die Siedlergemeinschaft Neu-Trudering wurde gegründet, die nun ihr 100-jähriges Bestehen feiert.

„1919 war hier in Trudering nur Weideland. Die Ansprüche waren damals noch nicht sehr groß. Aber gemeinsam schafften es die Siedler, Druck auf die Stadt auszuüben. Erst ging es um Wasserversorgung, später um eine erste öffentliche Beleuchtung“, erzählt Robert Hartwich, der aktuelle Vorsitzende der Siedlergemeinschaft. Der Erfolg wirkte wie ein Magnet. Im ersten Jahr des Bestehens gehörten dem Verein nur sieben Siedler an, ein Jahr später waren es bereits 78. „Man hat schnell gesehen: Die Gruppe bewegt etwas!“, sagt Hartwich und blättert mit einer Portion Stolz durch die Festschrift zum Jubiläum.

Robert Hartwich beim Blättern in der Festschrift.

Etwas bewegen und sich gegenseitig helfen – das ist bis heute der Kitt, der die Siedler im Verein zusammenhält. Auch wenn sich die Begleitumstände geändert haben — und damit auch die Aufgaben, die der Verein übernimmt. In den frühen 50er-Jahren war Integration ein großes Thema. Schlesier und Donauschwaben zogen damals nach Trudering. „Das war ein echtes Stimmengewirr! Aber man hat sich trotzdem verstanden und geholfen“, blickt Hartwich zurück. Ein paar Jahre später war dann der vereinseigene Geräteverleih der große Renner. Und mittlerweile sind auch Reisen eine Möglichkeit, um den eigenen Nachbarn näher zu kommen. „Bis zu 1000 Leute haben daran teilgenommen“, erinnert sich Hartwich. Heute gehören 500 Mitglieder zum Verein. Auch Mieter von Häusern oder Wohnungseigentümer gehören längst zum Verein.

Nur die Themen haben sich heute geändert. Statt um Wasseranschluss oder Beleuchtung geht es jetzt zum Beispiel um das brandaktuelle Thema Grundsteuer. „Wir wissen um die Notwendigkeit der Grundsteuer, aber wir fordern einen fairen, nachvollziehbaren und vor allem einfachen Erhebungsvorgang“, erklärt Wolfgang Kuhn, Präsident des Eigenheimerverbandes Deutschland. Mehr als 80.000 Eigenheimer sind darin vereint. Um die große Politik soll es Ende Mai aber nur am Rande gehen, wenn die Siedlergemeinschaft Neu-Trudering ihr 100-jähriges Bestehen feiert. Auch wenn mit CSU-Generalsekretär Markus Blume und Markus Rinders- pacher (SPD) prominente Gäste reden werden.

mh

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