Stadtteilgeschichten auf der Bühne

Improtheater-Projekt in der Messestadt und Berg am Laim

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Das Ensemble des Improvisationstheaters „fastfood“ lädt Münchner, zum Beispiel aus der Messestadt oder Berg am Laim, ein, Stadtteilgeschichten zu erzählen.

Mit der Reihe „München erzählt ...“ macht sich das Münchner „fastfood theater“ auf in die verschiedenen Stadtteile Münchens. Berg am Laimer und Messestädter haben bei den Stücken die Möglichkeit, ihre eigenen Geschichte zu erzählen, die von den Darstellern spontan auf der Bühne gespielt werden.

Das Besondere am Improvisationstheater ist, dass die Schauspieler die Szenen oder Lieder aus dem Moment heraus kreieren. Andreas Wolf, Künstlerischer Leiter des Münchner „fastfood theater“, erklärt: „Wir wissen oft vorher nicht, was wir später auf der Bühne spielen werden.“ Je nach Art des Projektes sind nur gewisse Rahmenbedingungen festgelegt, wie zum Beispiel eine Seifenoper. „Wir fragen die Zuschauer dann, was für typische Rollen es in Seifenopern gibt“, sagt Wolf. Der Zuschauer gibt an, an was für einem Ort die Handlung spielen soll oder was für eine Rolle gespielt wird. So entsteht die Figur des Bösewichts, das Liebespaar oder die beste Freundin. Die Interaktion mit dem Publikum ist immer Bestandteil des Improvisationstheaters. Das Stück entsteht in Zusammenarbeit mit dem Zuschauer.

Um nun noch näher an ihr Publikum heranzukommen, geht das „fastfood theater“ für sein neues Projekt in die Münchner Stadtteile. Unter anderem auch in die Messestadt und nach Berg am Laim. Bei den Stücken, die die Schauspieler dort aufführen, wollen sie nicht mehr nur einzelne Worte und Stichpunkte, sondern ganze Geschichte vom ihrem Publikum hören und umsetzen. „So bekommen wir mit, wie das Leben in den Stadtteilen ist und was für Menschen dort zu Hause sind. Denn ein Stadtteil wie Berg am Laim ist ganz anders als die Messestadt“, sagt Wolf. „Aber keine Angst, wir wollen niemanden auf die Bühne ziehen. Uns geht es darum, die Menschen kennenzulernen und mit ihnen in Interaktion zu treten“, erklärt er. Menschen, die ihre Geschichte einmal gerne auf der Bühne sehen wollen, können sich beim „fastfood theater“ unverbindlich melden. „Wir treffen uns und besprechen dann nur die Rahmenbedingungen, wie lange die Geschichte zum Beispiel sein sollte. Die Geschichte selbst wollen wir dann tatsächlich erst bei der Aufführung hören, um spontan zu spielen.“ In der Messestadt geht das „fastfood theater“ sogar noch einen Schritt weiter. Dort können die Bürger selbst ihre Geschichten auf die Bühne bringen. Dafür lernen sie vom Ensemble des Theaters die verschieden Techniken zur Improvisation, wie zum Beispiel das „Wort-für-Wort-Spiel“. Dabei sagen zwei Leute abwechselnd ein Wort und bilden so gemeinsam einen vollständigen Satz, der am Ende trotzdem Sinn ergeben soll. „Bei Spielen wie diesen ist nicht nur die eigene Kreativität gefragt, man muss auch überlegen: Was braucht mein Gegenüber? Man kann dabei nicht planen, weil man ja nicht weiß, was der andere als nächstes sagen wird“, sagt der Künstlerische Leiter. So bleibe man ihm zufolge ganz im Moment. Das helfe einem, geistig wach zu bleiben. „In dem Moment, in dem ich etwas plane, bin ich verloren, wenn es um Geschwindigkeit geht“, erklärt Wolf. „Denn dann bin ich nicht mehr in der Lage, schnell zu reagieren.“ Zudem sei das Improvisationstraining gut für das Selbstbewusstsein. „Man lernt, offen zu bleiben, wird wacher und aufmerksamer, denn man ist nicht mehr die ganze Zeit mit sich selbst beschäftigt“, wie Andreas Wolf erklärt.

Die Vorbereitungen für das Stück in der Messestadt sind bereits in vollem Gange, wer sich aber noch beteiligen will, ist jederzeit willkommen. „Wir freuen und darauf, die Menschen in den Stadtteilen kennenzulernen und ihre Kultur mit ihnen zu teilen“, sagt Andreas Wolf. Denn die meisten Leute haben seiner Meinung nach etwas zu sagen, nur wissen sie das vielleicht noch nicht.

Jeder, der sich beteiligt, erhält freien Eintritt. Für alle anderen kostet der Eintritt 11 Euro. Karten gibt es per E-Mail an reservierung@fastfood-theater.de. Bei Fragen oder Interesse am Mitspielen steht das „fastfood theater“ unter Telefon 26026374 zur Verfügung.

Lydia Wünsch

Termine

G‘schichten aus der Messestadt am 27. April, 19 Uhr, Kultur-Etage Messestadt, Erika-Cremer-Straße 8 G‘schichten zwischen Ten Towers und Josephsburg (Berg am Laim) am 9. Mai, 19 Uhr, Raum der Gemeinschaftsunterkunft, Berg-am-Laim-Str. 127

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