Stadtplaner erklären Teilrodung

Immer wieder Baumfällungen in der Fauststraße

Mit neuen Bannern zeigt die Bürgerinitiative Fauststrasse90 derzeit Präsenz und warnt damit vor der Bebauung des Landschaftsschutzgebiets in Trudering (HALLO berichtete). Unterdessen brachte eine Anfrage Aufschlüsse über den Grund für die jüngsten Baumfällungen, die unter Anwohnern für Aufregung gesorgt gatten.

Das Referat für Stadtplanung und Bauordnung erklärte: „Die Baumfällungen erfolgten im Auftrag der städtischen Forstverwaltung. Die Stämme und Wipfel wurden auf diesem Grundstück an der Ecke Fauststraße/Schwedensteinstraße zwischengelagert. Grund für die Arbeiten war der Schutz von Menschen und von Sachwerten auf benachbarten, bebauten Grundstücken. In der Vergangenheit war eine benachbarte Fichte auf ein Nachbargrundstück gestürzt. Bei der anschließenden Kontrolle wiesen die verbliebenen Bäume Verdacht auf Rotfäule auf, was zu einem umgehenden Handeln zwang.

Auch auf die Frage, ob bei der Teilrodung die Vorschriften zu Natur- und Vogelschutz eingehalten wurden, insbesondere bezüglich des Zeitraums der Fällung, nahm die Behörde Stellung. „Es handelte sich im Sinne des Waldgesetzes nicht um eine Teilrodung, da der Wald als solcher erhalten bleiben wird. Nach den Bestimmungen des Bundesnaturschutzgesetzes ist die forstwirtschaftliche Bodennutzung nicht als Eingriff in Natur und Landschaft anzusehen. Entspricht diese Nutzung der sich aus dem Bundes-Bodenschutzgesetz und dem Recht der Forstwirtschaft ergebenden Anforderungen der guten fachlichen Praxis, widerspricht sie in der Regel nicht den Zielen des Naturschutzes und der Landschaftspflege. Darauf aufbauend regelt das Bundesnaturschutzgesetz, dass die zeitliche Beschränkung des Abschneidens, des auf den Stock Setzens und des Beseitigens nur für Bäume außerhalb des Waldes gilt. Die ordnungsgemäße Forstwirtschaft ist auch in der städtischen Landschaftsschutzverordnung von den Verboten des Beseitigens oder Veränderns von Gehölzen ausgenommen. Für die Fällung von Bäumen im Wald besteht somit auch zwischen dem 1. März und dem 30. September kein Verbot nach den Bestimmungen des Allgemeinen Artenschutzes und damit auch keinerlei Genehmigungspflicht.“ In ausgewiesenen Wäldern darf also immer gefällt werden.

Aus einem anderen Grund ging der Kahlschlag nun sogar noch weiter: 13 Fichten mussten an der Ecke Faust- und Schwedensteinstraße gefällt werden, weil die Bäume vom Borkenkäfer befallen waren und unverzüglich entfernt werden mussten, damit sich der Käfer nicht noch weiter ausbreiten kann. Ob Bäume nachgepflanzt werden, wird erst in der Zukunft entschieden. In dem Wäldchen gibt es nach Angaben des Baureferates ausreichend natürlichen Aufwuchs, der den Platz der gefällten Bäume einnehmen wird.

mh

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