Elternbeirat schlägt Alarm

Hortplätze an der Truderinger Feldbergstraße werden nicht besetzt

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Bei seiner Eröffnung galt das „Haus für Kinder“ an der Feldbergstraße 89 als Münchens größte Kindertagesstätte. Doch auch hier sorgt der Erziehermangel für große Probleme.

Ein schönes neues „Städtisches Haus für Kinder“ steht an der Feldbergstraße 89. Dort gibt es Krippen-, Kita- und Hortplätze. Letztere sollen im kommenden Schuljahr leer bleiben, weil es an Erziehern fehlt. Der Elternbeirat kritisiert harsch, dass die Stadt unbürokratische Lösungen, wie Platz-Sharing oder die Abschaffung der Anwesenheitspflicht für Hortkinder bis 16.30 Uhr ablehnt.

„Offener Brief, eilt sehr“, heißt es über auf dem Schreiben, das der Elternbeirat des Hauses für Kinder an der Feldbergstraße an Oberbürgermeister Dieter Reiter gerichtet hat. Die Eltern hoffen, dass Münchens Stadt- oberhaupt sich der „akuten Notsituation“ annimmt, in welcher der Hort steckt. Es fehlt, wie überall im teuren Großraum München, an Erzieherin. Es herrsche gravierender Personalmangel, der bereits bei Krankheitsfällen oder in Urlaubszeiten zu Betreuungsproblemen geführt habe. „So mussten Eltern bei Ausfällen aufgefordert werden, ihre Kinder nicht zum Hort zum bringen, da eine ordnungsgemäße Beaufsichtigung nicht gewährleistet werden konnte“, so der Elternbeirat.

Verschärft wird das Ganze, weil zwei Erzieherinnen im ersten Quartal ausgeschieden sind und mindestens zwei weitere zu Schuljahresende gehen. „Eine Nachbesetzung ist nach Auskunft der Einrichtungsleitung völlig offen, so dass für das Schuljahr 2017/18 keiner der 16 Hortplätze an die Erstklässler der Feldbergschule vergeben werden konnte“, schreibt der Elternbeirat und befürchtet, dass mindestens 37 Erstklässler im September ohne Hortplatz dastehen. Nicht mal die vierte Gruppe zur Mittagsbetreuung könne man eröffnen, weil es laut Stadt an Räumlichkeiten fehle – „obwohl Möglichkeiten vor Ort vorhanden

Eltern, die nur 25 Stunden pro Woche arbeiten, haben keine Chance auf einen Hortplatz. Für einen Anspruch müssten beide Elternteile „mindestens 30 Stunden in der Woche arbeiten“. Ausnahmen gibt es laut Elternbeirat nur bei Kontingentplätzen für städtische Angestellte, Mitarbeiter der Sparkassen und der Stadtwerke München. Warum dies nicht für alle Eltern gelte, sei „absolut nicht nachvollziehbar“.

Eine weitere bürokratische Hürde sei die „Anwesenheitspflicht“ — Hortkinder müssten mindestens bis 16.30 Uhr bleiben. „Diese starre Vorgabe ist unerklärlich, sowohl familien- als auch personalpolitisch! Damit wird das Personalproblem verschärft!“ Einige Eltern könnten ihre Kinder früher abholen und hätten manche nicht ihre Arbeitszeit erhöhen müssen, um einen Hortplatz zu bekommen, könnten es laut Elternbeirat noch mehr sein. Jede zusätzliche Buchungsstunde binde Personal, das ansonsten für mehr Plätze eingesetzt werden könne.

Auch „Platz-Sharing“ könne eine Lösung sein, finden die Elternbeiräte. „Da manche Eltern nur an zwei bis drei Tagen pro Woche arbeiten, könnten sie ohne weiteres einen Betreuungsplatz teilen“.

Beim Truderinger Bezirksausschuss, den die Eltern eingeschaltet haben, finden sie volle Unterstützung für ihre Forderungen. Das Gremium hatte bereits im Sommer 2014 „Platz-Sharing“ für Truderinger Horte gefordert und damit ebenso wenig Erfolg gehabt wie mit der Bitte, mehr Hortplätze für die Feldbergschule einzurichten. Zwar hatte der damalige Stadtschulrat Schweppe angekündigt, fürs Schuljahr 2015/16 werde „die Errichtung weiterer Hortplätze angestrebt“ — passiert ist aber nichts!

Gabriele Mühlthaler

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