Trudering trauert

Bei Horror-Unfall am Samstagabend auf der Wasserburger Landstraße sterben drei Menschen

Grauenvolle Bilder: Die Wasserburger Landstraße glich am Samstagabend einem Trümmerfeld. Der Corsa, den zuvor ein BMW X5 gerammt hatte, wurde vollkommen zerstört.
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Grauenvolle Bilder: Die Wasserburger Landstraße glich am Samstagabend einem Trümmerfeld. Der Corsa, den zuvor ein BMW X5 gerammt hatte, wurde vollkommen zerstört.

Bei einem Verkehrsunfall auf der Wasserburger Landstraße sind am Samstagabend zwei Menschen ums Leben gekommen, ein weiterer erlag am Sonntag seinen schweren Verletzungen. Laut Polizei war ein 60-jähriger Autofahrer aus dem Landkreis Ebersberg – mit weit überhöhter Geschwindigkeit – an einer Ampel auf einen mit vier Personen besetzten Wagen aufgefahren.

Der schlimme Unfall ereignete sich laut Polizei gegen 19.30 Uhr. Demnach fuhr der 60-Jährige mit seinem BMW X5 stadtauswärts auf der Wasserburger Landstraße, Höhe Jagdhornstraße, wohl nahezu ungebremst auf den fast stehenden Opel Corsa auf und schleuderte diesen rund 50 Meter über die Kreuzung. Der Corsa hatte an der Ampel auf Grün gewartet und war, nachdem die Ampel umgeschaltet hatte, ordnungsgemäß losgefahren.

Laut Augenzeugen ging der Kleinwagen nach dem Zusammenstoß sofort in Flammen auf. Passanten griffen zu Feuerlöschern und versuchten, die Insassen aus dem brennenden Autowrack zu befreien.

Im Corsa saßen vier Franzosen – zwei Männer und zwei Frauen – im Alter zwischen 29 und 68 Jahren. Sie waren aus ihrer Heimat, dem Landkreis Landes im äußersten Südwesten Frankreichs, nach München gekommen, um Verwandte besuchen. Der 36-jährige Mann und seine 29-jährige Schwester, die auf der Rücksitzbank des gerammten Fahrzeugs saßen, hatten keine Chance; sie kamen sofort ums Leben. Der 29-jährige Fahrer, ein Freund der Familie, starb am Sonntag in einem Münchner Krankenhaus. Die 68 Jahre alte Mutter der beiden auf der Rücksitzbank Getöteten, die auf dem Beifahrersitz des Corsa saß, wurde schwer verletzt. Sie befindet sich aber außer Lebensgefahr.

Der mutmaßliche Unfallverursacher kam mit seinem BMW nach dem Aufprall erst an einer Hauswand zum Stehen. Zuvor rammte er noch einen zirka 100 Kilo schweren Findling der Stadt München und mehrere am Straßenrand geparkte Autos. Er erlitt leichte Verletzungen und konnte von der Polizei vernommen werden.

Wieso der Mann auf den Opel Corsa aufgefahren ist, ist nach wie vor unklar. Der Mann war laut

Unglaubliche Wucht: Der BMW kam erst an einer Hauswand zum Stehen.

Polizeisprecher Florian Hirschauer „auf jeden Fall weit zu schnell“ unterwegs. Genauere Aufschlüsse über die Geschwindigkeit des BMW muss nun ein Unfallgutachten erbringen. Fest steht, dass der 60-Jährige zum Unfallzeitpunkt nüchtern war; ein sogenannter Atemalkoholtest noch an der Unfallstelle ergab Hirschauer zufolge ein Ergebnis von 0,0. Auch dass eine vorübergehende Krankheit – etwa ein Herzinfarkt oder ein Schlaganfall – zu dem Unglück geführt haben könnte, sei ausgeschlossen. Denkbar sei dagegen, dass Sekundenschlaf zu dem Drama geführt haben könnte. Die Münchner Staatsanwaltsanwaltschaft ermittelt nichtsdestotrotz wegen fahrlässiger Tötung gegen den Mann. Da kein Haftgrund vorliegt, befindet er sich auf freiem Fuß.

Die Ersthelfer an der Unfallstelle als auch die Rettungskräfte waren nach dem Einsatz am Ende ihrer Kräfte. Um das Erlebte zu verkraften, betreute ein Kriseninterventionsteam die Retter und Augenzeugen. Die Wasserburger Landstraße war bis in den frühen Sonntagmorgen gesperrt. zip

Beileidsbekundung auf deutsch und französisch: An der Unfallstelle legten Passanten in den Tagen nach dem Unfall Blumen nieder.

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