Antrag im Gemeinderat Haar: Ein Spiegel, der das Sichtfeld von Lkw-Fahrer erweitert

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Truderings Mitte rund um die Eisinsel

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„Politik mit halbem Gas – das kann ich nicht!“

Herbert Danner aus Trudering über sein Ende im Stadtrat

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Mit den Grünen befindet sich Herbert Danner derzeit im politischen Aufschwung. Aber nicht nur die aktuelle Situation in den Wäldern  lässt den langjährigen Stadtviertel- und Kommunalpolitiker aus Trudering dennoch sorgenvoll Richtung Zukunft blicken.

Falls man wirklich aufhören sollte, wenn es am schönsten ist, beweist  der Truderinger Herbert Danner gerade ein wirklich gutes Timing. Der grüne Lokalpolitiker geht nach zehn Jahren im Stadtrat in seine letzten Monate im Gremium, denn zur Wahl im kommenden März tritt er nicht noch einmal an. Und das, obwohl die politischen Entscheidungen in München wohl nie zuvor so sehr auf seiner Wellenlänge waren. „Jetzt läuft es plötzlich rund: Der Rad-Entscheid und das vorzeitige Abschalten des Kohlekraftwerks zum Beispiel – das war noch vor wenigen Monaten undenkbar“, sagt Danner und schüttelt verwundert den Kopf. Obwohl er schon eine Theorie hat, warum seine Themen und Lösungsansätze plötzlich hoch im Kurs stehen: „Das ist pure Panik vor den kommenden Wahlen. Wenn die Grünen bei Landtagswahl und Europawahl in München jeweils über 31 Prozent holen, dann reagieren eben auch CSU und SPD.“

Trotzdem steht Danners Entscheidung, künftig nur noch für den Bezirksausschuss Trudering-Riem antreten zu wollen und nicht mehr für den Stadtrat: „Ganz viele Leute glauben nicht, dass ich aufhören kann. Aber die letzten Jahre waren einfach sehr nervenaufreibend. Meine Themen – Umwelt, Verkehr, Energie, Klimaschutz – sind ständig auf der Tagesordnung. Und wenn ich drei Tage in Folge bis 20 Uhr im Rathaus sitze, dann merke ich einfach, dass es mit 65 Jahren auch irgendwann genug ist. Denn Politik mit halbem Gas, das kann und will ich nicht.“ Danners Ehefrau geht als Lehrerin fast zeitgleich in den Ruhestand. Das Timing ist also ideal.

Sein Input wird fehlen. Herbert Danner verkörpert eine Variante der Grünen, die in der heutigen Zeit selten geworden ist. Ein festes Weltbild, ein fundiertes Fachwissen – und vor allem eine Portion Wut darüber, dass die Mehrheit sich so schwer damit tut, die Umwelt tatsächlich zu respektieren. Das passt mehr in die Zeiten, als die Grünen noch als Verbotspartei verschrien waren. „Es stimmt, ich bin emotional und beizeiten auch sauer. Momentan ist das grüne Spiel eher ‚Everybody‘s Darling‘ mit Robert Habeck, Annalena Baerbock oder auch Katharina Schulze. Das ist ein anderer Weg. Ich kann damit leben“, sagt Danner. Und es ist wohl weniger die Altersmilde als die Hoffnung auf einen handfesten Politikwechsel nach Wahlerfolgen, die ihn zu dieser Aussage führt. Denn sich selbst will er nicht verbiegen: „Es gibt kein Übermaß an Freundlichkeit zum Ende hin“, erzählt er lachend.

Aber stolz auf das Erreichte ist er schon. Auf einem DIN-A4-Zettel hat er in vielen Stichworten zusammengefasst, was er in 30 Jahren Politik so alles bewirken konnte: In Waldtrudering entstand schon Ende der 80er-Jahre Münchens größte Tempo-30-Zone, die Neugestaltung des Truderinger Ortskerns stieß er schon 2008 an, immer wieder verhinderte er den Ausbau von Straßen. Auch kleinere Objekte wie die Holzsiedlung am Prinz Eugen Park oder die Eröffnung eines Waldkindergartens freuen ihn. Zumal ihn mit Holz und Wald eine echte Leidenschaft verbindet.

Das zunehmende Waldsterben bereitet dem Truderinger Stradtrat Herbert Danner große Sorgen.

Vom Schwiegervater erbte er einst rund vier Hektar Wald im Chiemgau. Von einem reinen Fichtenforst wandelte er ihn im Laufe der Jahre zu einem Mischwald um. Auch wenn er Bäume kaum noch selbst fällt, Danner macht sich Sorgen über den Wald an sich: „Die Ulme ist uns verloren gegangen, jetzt kommt das Eschensterben, Die Fichte geht verloren – das bereitet mir große Sorgen! Haben wir in 50 Jahren noch eine Waldlandschaft wie heute?“, fragt sich Danner. Und schließt damit einen Kreis: Ende der 70er-Jahre war er im Zuge von Waldsterben und saurem Regen der Umweltschutzorganisation Greenpeace beigetreten. Der Kampf geht weiter. Auch wenn andere in seine Fußstapfen treten.

Marco Heinrich

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