Weil auch die Kleinsten die Welt verändern

Grundschüler am Lehrer-Götz-Weg in Trudering machten Unterricht zum Thema Nachhaltigkeit

Die Kinder der Grundschule am Lehrer-Götz-Weg freuen sich über ihre Urkunden, die sie vom Verein „Ökoprojekt Mobilspiel“ erhielten. Ein bisschen traurig sind sie aber auch, denn die Umweltprojekte, die sie zwei Jahre lang mit der Organisation machten, finden damit ein Ende.
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Die Kinder der Grundschule am Lehrer-Götz-Weg freuen sich über ihre Urkunden, die sie vom Verein „Ökoprojekt Mobilspiel“ erhielten. Ein bisschen traurig sind sie aber auch, denn die Umweltprojekte, die sie zwei Jahre lang mit der Organisation machten, finden damit ein Ende.

Warum ist Kinderarbeit unfair? Und warum brauchen wir sauberes Wasser? Fragen wie diesen hat sich die Klasse 2c der Truderinger Grundschule am Lehrer-Götz-Weg in den vergangenen zwei Jahren gewidmet. Am Abschlusstag gab es Urkunden für die kleinen Weltverbesserer.

Die Schüler der Klasse 2c der Grundschule am Lehrer-Götz-Weg in Trudering sind aufgeregt, denn sie erhalten ihre Abschluss-Urkunden der „Schule N“, die vom Verein „Ökoprojekt Mobilspiel“ in Zusammenarbeit mit vier weiteren Umweltorganisationen durchgeführt wird.

Dafür sind die Veranstalter zwei Jahre lang fünf Mal im Jahr an die Schule gekommen, um den Kindern in spannenden Unterrichtsstunden zu zeigen, wie sie ihren Beitrag zu Umweltschutz und fairem Handel leisten können. „Je früher Kinder lernen, was Nachhaltigkeit bedeutet, desto besser“, findet Ludgera Ewers, Projektmanagerin und Umweltpädagogin bei „Ökoprojekt Mobilspiel“. „Denn wenn sie erst einmal in der Konsumschiene drin sind, ist es schwer, sie da heraus zu bekommen.“ Dass Schüler über Klimawandel und ungleiche Verteilung von Gütern in der Welt informiert werden, findet auch die bayerische Staatsregierung wichtig. Aus diesem Grund ist Umweltbildung seit 2014 Teil des Lehrplans. Externe Umwelteinrichtungen, wie „Ökoprojekt Mobilspiel“ unterstützen die Lehrkräfte bei dessen Umsetzung. So erfahren die Grundschüler zum Beispiel, dass es Länder wie Indien gibt, in denen Kinder arbeiten müssen, um Geld für ihre Familie zu verdienen. „Bei uns lernen die Schüler auch, wie sie ihren Beitrag dazu leisten können, dass so eine menschliche Ausbeutung seltener wird“, sagt Ewers. „Zum Beispiel können sie beim Kauf ihrer Kleidung darauf achten, dass das GOTS-Siegel, das für Global Organic Textile Standard steht, eingenäht ist.“ Das soll laut Ewers garantieren, dass die Kleidung nicht nur umweltschonend, sondern auch, dass sie von Erwachsenen hergestellt wurde. 

„Bei unseren Stunden gehen wir oft raus in die Natur, um die Kinder selbst entdecken zu lassen, was es dort Schützenswertes gibt“, sagt Ewers. „Wir malen, basteln oder besprechen philosophische Themen“. Eines von diesen Themen ist zum Beispiel: Was macht mich glücklich? Dazu erzählt die Umweltpädagogin am Abschlusstag die Geschichte von einem Bauern, der sich bei jedem schönen Erlebnis eine Bohne in die Hosentasche steckt. Diese schönen Dinge sind zum Beispiel das Lachen seiner Kinder oder das Gespräch mit den Nachbarn. Am Abend zählt er die Bohnen und erinnert sich an die glücklichen Ereignisse. Am Ende fragt Ewers die Kinder, was sie glücklich mache? Die Antworten sind vielfältig: „Wenn meine Eltern Zeit für mich haben“ oder „Wenn niemand mich auslacht, wenn ich einen Fehler mache“. Auffällig dabei ist: Keine der Antworten hat etwas mit materiellen Dingen zu tun. „Die Kinder sollen lernen, worauf es im Leben ankommt“, sagt die Umweltpädagogin. Nämlich: „Dass Geld allein nicht glücklich macht. Und, dass jeder einzelne, und sei er auch noch so klein, dazu beitragen kann, dass die Welt ein fairer Ort ist.“ 

Lydia Wünsch

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