„Hilfe, meine Eltern parken falsch!“ – und andere Schulprobleme

Flyer-Aktion zur Parksituation vor der Grundschule am Lehrer-Götz-Weg

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Elternbeirat und Comic AG der Grundschule am Lehrer-Götz-Weg schufen zusammen dieses Plakat, um auf die problemtische Situation hinzuweisen.

Für die Kinder. Für die Zukunft. Das sind keine Wahlkampfslogans von Plakaten, die nach der Bayern-Wahl noch an den Straßen stehen – sondern gelebte Wirklichkeit vieler Eltern. Umso erstaunlicher ist es, wie dumm sich viele Mitmenschen in kleinen Situationen im Umfeld des Schulalltags verhalten. HALLO stellt auf dieser Doppelseite ein paar akute Probleme vor. Vor der Grundschule am Lehrer-Götz-Weg in Trudering zum Beispiel fahren die Autos zu schnell, halten im Halteverbot oder parken halb auf dem Bürgersteig. Was im städtischen Alltag bereits nervt, ist vor einer Grundschule für viele besorgte Eltern ein unhaltbarer Zustand.

Mitte Oktober fand an der Grundschule deswegen die Aktionswoche „Zu Fuß zur Schule“ statt, um auf das Problem aufmerksam zu machen. Denn sowohl morgens vor Schulbeginn als auch am Nachmittag, wenn die Kinder aus der Mittagsbetreuung oder dem Hort abgeholt werden, wiederholen sich gefährliche Szenen: Autos, die im Halteverbot parken, versperren Kindern, die zu Fuß heimgehen wollen, die Sicht. Für viele Schüler wird es unübersichtlich, weil einige wenige Eltern sich nicht an Regeln halten. Auch Schreiben seitens der Schulleitung mit der Bitte um Rücksichtnahme erzielten bislang nicht den gewünschten Erfolg.

Nun sind die Kinder selbst im Rahmen der Aktionswoche auf die Straße gegangen. Gemeinsam mit Schulleitung und Polizei machten sie die Eltern darauf aufmerksam, wo sie nicht parken sollten. Auf Initiative des Elternbeirats wurden gemeinsam mit der Comic AG der Grundschule ein Banner und Flyer entworfen. Die Kinder sprachen vor Schulbeginn die Eltern an, die ihre Kinder mit dem Auto brachten, und verteilten die Flyer. Parallel dazu unterstütze die Schule die Kindermeilen-Kampagne „Grüne Meile“, bei der Meilen für umweltfreundlich zurückgelegte Wege gesammelt wurden. „Ich würde mir wünschen, dass die Kinder die Möglichkeit bekommen, selbstständiges Verhalten im Straßenverkehr zu erlernen. Ständiges Bringen und Holen verhindert dies“, sagte Schulleiterin Waltraud Boltz. Zu Fuß, mit dem Roller oder mit dem Fahrrad zur Schule zu kommen, sei nicht nur umweltfreundlich, sondern die Kinder bekämen frische Luft, könnten eigenverantwortlich handeln und Freunde treffen.

Die Straße vor der Grundschule ist zwar schmal, was die Unübersichtlichkeit verschärft, wenn alle wild parken. Aber dennoch ist in Trudering die Situation vergleichsweise komfortabel. So raten Schulleitung und Polizei, dass die Eltern bequem den Parkplatz an der Turnhalle oder die Parkmöglichkeiten an der Kirchtruderinger Straße nutzen.

mh

Schüler in Grasbrunn müssen bald in der Kälte warten

Um 15 Minuten geht es derzeit in Grasbrunn. Im Rahmen der Bürgerversammlung machte Oliver Bertram darauf aufmerksam, dass Grundschüler, die mit dem allgemeinen Schulbus um 7.20 Uhr in Neukeferloh ankommen, bis 7.35 Uhr vor der Schule stehen bleiben müssten. Gerade im Winter sei es doch angebracht, dass die Kinder sofort ins Schulhaus dürften — zumal offensichtlich Lehrkräfte bereits im Schulhaus anwesend sind. Bürgermeister Helmut Korneder will die Bitte weiterleiten. „Das Schulgebäude wird um 7.30 Uhr geöffnet. Die Kinder können dann ins Erdgeschoss. Ab 7.35 Uhr werden die jeweiligen Klassenräume geöffnet, wo um 7.50 Uhr der Unterricht für die Grundschüler beginnt“, erklärt Schulleiterin Christine Neumann. Diese Öffnungszeit passt genau, wenn die Grundschüler mit dem Schulbus fahren, der um 7.40 Uhr in Neukeferloh ankommt, so die Schulleiterin. Die Schulbusse sind nicht allein für die Fahrt zur Grundschule in Neukeferloh eingesetzt, sondern befördern beispielsweise auch Realschüler nach Vaterstetten. Auch haftungsrechtliche Fragen wären bei erweiterten Öffnungszeiten dringend zu berücksichtigen. 

ar

Lüftung in der Turnhalle dauerhaft kaputt

Beim Sport fließt Schweiß. Das ist keine neue Erkenntnis. Umso erstaunlicher ist es, dass es einfach nicht gelingt, die Dreifachturnhalle des Gymnasiums Trudering in einen ordentlichen Zustand zu versetzen. Denn die Querlüftung sorgt trotz mehrfacher Reparaturversuche immer noch für Probleme. „Die besagte Querlüftung versagt in unregelmäßig wiederkehrenden Abständen ihren Dienst. Dann lassen sich die Fenster entweder gar nicht mehr öffnen oder bereits offenstehende Fenster bleiben (auch über Nacht) geöffnet“, heißt es in einem Antrag des TSV Trudering an den Bezirks- ausschuss Trudering-Riem. Ein Sicherheitsrisiko – und Gefahr, dass Regenwasser eindringen kann. Der Bezirks- ausschuss will sich um eine Lösung mit der Landeshauptstadt München bemühen.

mh

Schulbus-Haltestelle ständig zugeparkt

Die Parkplatzsituation ist ach das große Problem der Truderingerin Mihaela Sagadin. Ihre Tochter geht in die zweite Klasse. Weil die Hortsituation in Trudering so ist wie sie eben ist, fährt ihre Tochter täglich mit dem Schulbus von der Feldbergschule in den Regionalhort in Neuperlach. „Es ist alles prima und toll. Aber die Kinder kommen täglich um 17 Uhr mit dem Bus zurück an die Feldberg- straße. Die Schulbus-Haltestelle ist direkt an der Bezirkssportanlage – und diese Haltestelle ist immer zugeparkt, obwohl da ordnusgemäß die Schilder für absolutes Park- und Halteverbot stehen“, beschreibt Mihaela Sagadin ihr Problem. Das ignorante Parken führt oft dazu, dass der Bus die Haltestelle nicht anfahren kann und die Kinder (ungefähr 15 täglich) teilweise auf der vielbefahrener Feldberg- straße aussteigen müssen. „Wir haben schon mit allen möglichen Mitteln versucht, die Situation zu regeln. Aber es hilft nichts. Die Schule ist nicht verantwortlich, das Kreisverwaltungsreferat (KVR) will oder kann nichts unternehmen, für die Polizei ist es nur eine Ordnungswidrigkeit“, ist die Mutter verzweifelt. Die betroffenen Eltern überlegen nun, ob es nicht sinnvoll wäre, mit den Kindern einen „Protest Nachmittag“ an Ort und Stelle zu veranstalten, um auf die Situation aufmerksam zu machen und Falschparker zu sensibilisieren. Vielleicht ist die Aktion am Lehrer-Götz-Weg ein gutes Vorbild dafür. 

mh

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