Kreise und Gold

Feinkostunternehmer Karl Kugler zeigt auf Gut Möschenfeld seine neuesten Werke

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Karl Kugler präsentierte jüngst auf Gut Möschenfeld bei Grasbrunn seine neuesten Werke. Die Farbe Gold verwendete er dabei für einige seiner Bilder.

Motive mit Kreisen, Gold, Menschen oder abstrakten Formen – der Truderinger Maler Karl Kugler hat neue Werke mit ganz besonderem Flair geschaffen. Zu sehen waren die Bilder kürzlich für geladene Gäste auf Gut Möschenfeld.

Es ist eher ein Zufall, der den Truderinger Künstler Karl Kugler zu neuen Motiven inspiriert hat: „Ein Freund hat mir aus dem Nachlass seines Onkels, der Kirchenmaler war, Blattgold mitgebracht und gemeint, ich könnte vielleicht was daraus machen“, berichtet Kugler. „Mit Gold ist das nicht so leicht, es wird schnell kitschig!“ Zuvor hatte der Künstler abstrakte Werke mit kraftvoller Farb- und Formensprache geschaffen, stets auf großen Formaten und ohne Pinsel. „Ich malte mit der linken Hand ohne hinzuschauen. Es kamen tolle Sachen dabei heraus“, so Kugler.

Kreativität und Experimentierfreudigkeit begleiten Karl Kugler sein Leben lang, zuerst als Gründer des Unternehmens Feinkost Kugler, seit 15 Jahren nun bei seiner Passion, dem Malen. Auch das geschenkte Blattgold, das erst mal eine Weile unbeachtet herumlag, brachte Kugler nicht einfach nur auf die Leinwand auf. „Das Wichtigste ist die Struktur unter dem Gold. Da kam ich durch Zufall drauf, als der Wind ein gespachteltes Bild, das auf dem Balkon trocknete, umwarf“. Teile der noch feuchten Masse waren dabei beschädigt worden und bildeten eine Struktur. „Ich dachte mir, das lasse ich so und vergolde es“, sagt Kugler. Es funktionierte und das erste Kugler‘sche Goldbild war geschaffen. Vom befürchteten Kitsch keine Spur, stattdessen magisch-sanfter Glanz des begehrten Edelmetalls auf rauem Untergrund. „Man muss bei der Arbeit vor allem erkennen, was bleiben kann und nicht ausgebessert werden muss“, sagt Karl Kugler. Für die Struktur seines Bilderzyklus, den man „Kreise und Gold“ nennen könnte, benutzt der Maler Acrylspachtel mit mineralischen Zusätzen.

Die Kreisform hat er nicht willkürlich gewählt, sondern aus praktischen Gründen: „Gold ist wahnsinnig schwer zu verarbeiten, bei Kreisen funktioniert es einigermaßen“. Nun experimentiert Kugler mit Rost, gepaart mit Gold. „Oxydation ist vergänglich. Gold ist der einzige Stoff, der nicht oxydiert und vergeht“. Diese Kombination fasziniert Kugler. Er freut sich, dass seine jüngsten Werke großen Zuspruch finden. „Wo sie im Zimmer hängen, herrscht gleich eine warme Atmosphäre, sagen die Leute“.

Bei der Vernissage auf Gut Möschenfeld, zu der gut 300 Gäste und viel Prominenz –darunter BR-Moderator Michael Sporer oder Nockherberg-Wirt Peter Pongratz – gekommen waren, „habe ich gut verkauft“. Nach all der Organisation ist Kugler froh, nun wieder Zeit fürs Malen zu haben: „Ich glaube nicht, dass ich damit jemals aufhören werde!“

Weitere ausgesuchte Werke präsentiert der Truderinger Künstler übrigens auf seiner Internetseite: Unter www.karlkugler.de gibt es Fotos sowohl seiner Malerei als auch seiner Skulpturen. 

Gabriele Mühlthaler

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