Fechten beim TSV Trudering

Der Sport mit der feinen Klinge

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Fechten beim TSV Trudering: Vorne die Jugendlichen, hinten agieren die erfahrenen Planche-Strategen Manuela Schwarz und Konrad Stromski ausnahmsweise mal mit Plastikschwertern.

Beim TSV Trudering hat sich in den vergangenen Jahren eine erfolgreiche Fechtabteilung etabliert. Jugendliche wie Erwachsene schulen mit dieser eleganten wie traditionsreichen Sportart ihre Konzentration, ihren Geist – und natürlich ihre Fitness.

Die beiden Fechter stehen sich in „Mensur“, dem vorgegebenen Abstand, gegenüber. Die Waffen schwingen leicht. Rund um die 14 Meter lange und knapp zwei Meter breite Fechtbahn in der Turnhalle der Grundschule an der Feldbergstraße steigt das Spannungsmoment. „En garde“ (zu deutsch: Vorsicht) lautet das Kommando des Referées in der französischen Amtssprache der Klingenkünstler und fordert die beiden sportlichen Duellanten zur Aktion auf.

Trainer Konrad Stromski beäugt den Nachwuchs beim TSV Trudering kritisch-fürsorglich, während Nils und Lars sich konzentriert in ihren Sport vertiefen. Ein erster „Ballestra“, ein Sprung in den Ausfall-Schritt soll den Gegner bei der Annäherung übertölpeln und den Angegriffenen in die Defensive bugsieren. Doch der Angegriffene pariert, eine Parade mit Riposte lässt den eben noch defensiv agierenden Fechter schnell in den Angriffsmodus wechseln und verschiebt die Gewichte auf der langen Planche erneut.

Fechten fasziniert durch seine elegante Darbietung, die Vielfalt der Bewegungs-, Angriffs- und Verteidigungsoptionen. Und so hat sich in Trudering hat sich binnen weniger Jahre eine gar nicht mehr so kleine, feine Fecht-Abteilung herausgebildet. 85 Mitglieder und etwa halb so viele Aktive zwischen acht und 80 Jahren frönen einer Sportart, die zu den ältesten athletischen Disziplinen zählt und seit den ersten olympischen Spielen der Neuzeit in Athen 1896 zum festen Kanon der Wettkämpfe zählt.

„Es ist so eine herrliche Sportart mit bester Schulung für Konzentration, Körper und Geist, über die in der Bevölkerung so wenig bekannt ist und die doch eine intensivere Betrachtung verdient“, findet Manuela Schwarz, die zur Abteilungsspitze beim TSV zählt und selbst seit 40 Jahren dem Fechten treu verbunden ist. „Es war wichtig, hier im Münchner Osten ein solches Angebot zu schaffen – bisher war der Fechtsport in der Region deutlich unterrepräsentiert“, zeigt sich auch Konrad Stromski überzeugt. Der Mitt-Fünfziger ist noch länger im Fechtsport aktiv als Schwarz und das Trainer-Urgestein beim TSV. Acht Trainer kümmern sich um die vielen Kinder und Jugendlichen und das Erwachsenenteam – darunter mit Arcadij Shalman als ehemals russischem Nationaltrainer auch echte Sportprominzenz.

In Trudering kommt das Angebot bestens an. Die Trainingstage mittwochs und freitags in der Feldbergschule sind gut besucht „Wir bräuchten eigentlich mehr Hallenzeiten und eine größere Halle, müssen so viel improvisieren“, klagt Schwarz. Dennoch würde sie sich über weitere junge Interessenten freuen.

Talent steckt im TSV allemal. Vor allem der 13-jährige Inigo Troncoso und sein jüngerer Bruder Mauricio sorgen bereits bayernweit für Erfolge. Inigo schaffte es bei den letzten Meisterschaften auf Platz drei. Aufhorchen ließ auch das Truderinger Fechterteam: Im Deutschen Fechterpokal unterlag man in Runde zwei gegen die nationale Fechterhochburg Heidenheim mit nur 37:45 Treffern.

Weitere Infos

Die Anfangsausstattung potentieller TSV-Nachwuchsfechter ist überschaubar. Sportkleidung reicht für den Schnupperbesuch. Der Verein ist beim Kauf der Ausstattung – neu oder gebraucht – behilflich und hat auch einen eigenen Förderkreis zu bieten. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.tsvtrudering.de.

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