„Hoffe, unsere Anträge werden ernst genommen"

Fauststraße 90: Weiter Streit um die Bebauung

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Diese Visualisierung der Baupläne an der Fauststraße sorgte für große Diskussionen.

Mit den Plänen für die Bebauung des Grundstücks Fauststraße 90 sind die Nachbarn gar nicht einverstanden (HALLO berichtete). Auch auf der Bürgerversammlung meldeten sie Protest gegen neue Bauten im Landschafts- und Wasserschutzgebiet an.

15.400 Quadratmeter eingezäunte und teils versiegelte Fläche am südlichen Ende der Fauststraße werden derzeit überplant, ein Investor möchte dort 80 Wohnungen in drei- bis vierstöckigen Häusern bauen. Seit rund 40 Jahren ist das Gelände nicht öffentlich zugänglich. Dort hatte die Neue Heimat 1971 Sportanlagen errichtet, die später von einer Privatschule genutzt wurden. Nach jahrelangem Leerstand zogen 2015 Flüchtlinge ein und Anfang 2017 wieder aus. Ende 2016 beauftragte der Stadtrat die Verwaltung, einen Bebauungsplan aufzustellen. Steidle Architekten und mahl-gebhard-konzepte legten inzwischen einen Entwurf vor, der die Belange des Landschaftsschutzes berücksichtigt, den nördlichen und südlichen Wald vernetzt und höhenmäßig unter der Baumsilhouette bleibt. Die Nachbarn allerdings können den Planungen nichts abgewinnen und brachten das auf der Bürgerversammlung deutlich zum Ausdruck.

„Sport- und Grünflächen erhalten und revitalisieren“, „Vor Satzung des Bebauungsplans ist ein unabhängiges Gutachten zum Natur- und Landschaftsschutz zu erstellen“, waren zwei der Empfehlungen, welche die Bürgerversammlung mit großer Mehrheit beschloss. Gefordert wurde auch, erst mal Individual- und öffentlichen Verkehr zu verbessern, ehe über eine Bebauung im Maßstab der Umgebung nachgedacht werde. Die Bürger wollten wissen, welche Schutzmaßnahmen wegen des Wasserschutzgebiets vorgesehen seien. Marion Wolfertshofer vom Planungsreferat stellte klar: „Die gesamte Grenzkolonie steht auf Wasserschutzgebiet!“ Der Natur- und Landschaftsschutz werde verbessert, mehr Mischwald gepflanzt, weniger Flächen versiegelt und der Durchgang zwischen nördlichem und südlichem Wald ermöglicht.

Von 24.000 Quadratmetern Umgriff blieben 14.000 grün. Bezirksausschuss-Chef Otto Steinberger (CSU) konnte sich einen Seitenhieb auf Flugblätter der Bürgerinitiative(BI) Fauststraße 90 nicht verkneifen: „Die abgebildete Bebauung ist völlig überzeichnet! Wir im BA fordern eine maximal dreigeschossige Bebauung“. Zwar zweifelte dies ein Bürger an, Steinberger konnte ihn letztlich aber überzeugen. Für BI-Sprecher Horst Münzinger hat die Bürgerversammlung zumindest eines gebracht: „Wir konnten das Anliegen öffentlich machen. Ich hoffe, unsere Anträge werden ernst genommen!“

gm

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