Update zum Verkehrsentwicklungsplan 2006

Stadt denkt über Tram nach Trudering nach

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Bislang endet die 19er-Tram an der Berg am Laimer St.-Veit-Straße. Nach dem Willen des Truderinger Bezirksausschusses soll die Bahn jedoch bald bis Trudering oder sogar Haar fahren.

Den öffentlichen Nahverkehr stärken – dies ist eines der Ziele des Verkehrsentwicklungsplans aus dem Jahr 2006. Wünsche von Bezirksausschüssen, Verbänden und Initiativen, die seither aufgelaufen sind, hat die Stadt bewertet und teils zur Prüfung empfohlen. Dazu gehörten auch Tramverbindungen bis Trudering oder zur Messestadt.

„Städtebauliche Entwicklungsmaßnahme Nordost“ heißt das Projekt, das eine Bebauung der letzten großen Freifläche im Münchner Nordosten zwischen Johanneskirchen und Riem zum Ziel hat. Wesentliches Element dabei ist die verkehrliche Anbindung des Bereichs, die wirkungsvoll nur durch Tieferlegung oder einen Tunnel für die Strecke der S8 zum Flughafen erreicht werden kann. In diesem Zusammenhang wird die Verlängerung der U4 bis Englschalking, alternativ auch der Tram, geprüft. „Dabei wird eine mögliche Verlängerung von U-Bahn oder Straßenbahn über die S8 hinaus nach Osten, zum Beispiel zur Messestadt oder nach Aschheim mit betrachtet“, heißt es in der Beschlussvorlage für den Stadtrat. Prüfen will die Stadt den Wunsch des Truderinger Bezirksausschusses nach eine Weiterführung der geplanten Tram nach Steinhausen bis zum Moosfeld und eventuell bis Riem. Allerdings: „Eine Mitbenutzung der DB-Gleise nach Riem scheidet aufgrund der unterschiedlichen Anforderungen von Straßenbahn- und DB-Fahrzeugen in München aus“, so das Planungsreferat. Geprüft werden soll auch die Verlängerung der Tram von der Sankt-Veit-Straße bis Trudering mit Verlängerungsoption nach Haar.

Gern hätte es die Stadt, wenn der Freistaat sein erklärtes Ziel „Ausbau Strecke München-Mühldorf-Freilassing“ bald umsetzen würde. Es fehlt aber Geld vom Bund, das Projekt gilt als langfristig und würde durch eine Verschwenkung der S2 Ost über das Messegelände nach Feldkirchen einen direkten S-Bahnhof „Messe“ ermöglichen. Baulich ist dieser Bahnhof im ersten Stock der Halle C3 bereits vorbereitet. Sollte die S2-Verschwenkung nicht realisiert werden, hält die Stadt eine Verlängerung der U2 nach Feldkirchen durchaus für zweckmäßig, würde diese aber mit der Alternative „U4 von Englschalking über Riem zur Messe“ abwägen. All dies sind Überlegungen, die nun genauer geprüft werden sollen. Bis zur Realisierung allerdings wird noch viel Zeit ins Land gehen. Gabriele Mühlthaler

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