Restmüll stinkt den Anwohnern

Entsorgungsinsel am Rewe-Parkplatz in Trudering wird zweckentfremdet

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Der Truderinger Frank Eßmann ist frustriert über den Restmüll an den Glascontainern vor seiner Haustüre. Dieser wird einfach an der Entsorgungsinsel an der Hugo-Weiss-Straße abgestellt und stinkt den Anwohnern im wahrsten Sinne des Wortes.

Viele Anwohner stellen an der Entsorgungsinsel am Rewe-Parkplatz an der Hugo-Weiss-Straße in Trudering gerne ihren Müll ab. Zu verlockend sehen die Container wohl aus, die allerdings nur für Dosen, Altglas und Kleidung gedacht sind. Mangels passender Container für Restmüll wird dieser eben neben dran gestellt. „Das sieht hier oft furchtbar aus“, sagt Frank Eßmann. Der Kinderbeauftragte im Bezirksausschuss (BA) Trudering-Riem wohnt direkt gegenüber der Entsorgungsinsel und kann von seinem Balkon aus auf die wüste Mülllandschaft blicken. Und er ist nicht der einzige, den das stört. 

Auch andere Wohnungseigentümer an der Hugo-Weiss-Straße finden wenig Gefallen an dem Wegwerfverhalten einiger Mitbürger. „Es wird rücksichtslos an jedem Wochentag oder Nachtruhe hier eingeworfen und auch fast jeden Tag Restmüll entsorgt, der zu stinken beginnt und Ungeziefer anlockt“, heißt es in einem Beschwerdebrief eines Anwohner-Ehepaars an den BA Trudering-Riem. Weiter heißt es dort: „Beim Ansprechen der Passanten muss man sich Beleidigungen gefallen lassen. Des Weiteren wird der Lärmpegel auf der abgewandten Seite des Hauses noch verstärkt. Durch den Standort der Container hallt es durch die ganze Siedlung.“ Das Ehepaar schlägt vor, die Entsorgungsinsel in das Gewerbegebiet an der Wasserburger Landstraße zu verlegen. Dort gebe es keine Wohneinheiten, die durch Lärm und Geruch belästigt werden könnten. Eine weitere Anwohnerin hat sich an den Abfallwirtschaftsbetrieb München gewandt. Dieser teilte ihr in einem Schreiben mit, dass die Container nicht von der Stadt aufgestellt wurden, sondern von privaten Firmen betrieben werden. Dadurch hat die Stadt lediglich die Möglichkeit, das Anliegen an die zuständigen Firmen weiterzuleiten.

Die Lärmbelästigung hingegen müssen die Anwohner weiterhin hinnehmen, da der Standort für eine Versorgungsinsel am Rewe-Parkplatz rechtlich zugelassen ist. So führt beispielsweise der BayVGH aus: „Solange die Benutzung von Einwegflaschen rechtlich gestattet und verkehrsüblich ist, muss auch das entsprechende Entsorgungssystem einschließlich des dadurch verursachten Lärms als sozial- adäquat und — wie das Rasenmähen — als ‚wohntypisch‘ auch im Wohngebiet grundsätzlich hingenommen werden.”

In größeren Städten wie der Landeshauptstadt München sei es praktisch unvermeidbar, entsprechende Container auch innerhalb von Wohngebieten in ausreichender Anzahl und flächendeckend aufzustellen. Immerhin ist es aber möglich, bei Bedarf zusätzliche Reinigungen anzufordern. Die Anfrage des BA nach einer täglichen Reinigung läuft bereits. Zudem soll geprüft werden, ob an dieser Stelle zusätzliche Unterflurcontainer für Rest-, Papier- und Biomüll aufgestellt werden können. Denn auch Frank Eßmann ist sich sicher: „Selbst wenn es nach der Reinigung wieder ganz okay aussieht, ist kurz darauf bald wieder alles zugemüllt.“ 

Lydia Wünsch

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