Güter gehören auf die Schiene

Die Deutsche Bahn plant am Bahnhof Trudering den Ausbau der Gütergleise

Zwei Züge stehe in einem Bahnhof auf Gleisen.
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Interessant sind für die Deutsche Bahn die Gleise fünf bis zehn, wobei die beiden Letzteren eher eine Nebenrolle spielen.
  • VonRoman Wintz
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Von den Ausbaumaßnahmen der Gleise sollen neben dem Klima auch die Anwohner profitieren. Doch die müssen unter Umständen zu ihrem Glück gezwungen werden.

Mit dem Gleisausbau möchte die Deutsche Bahn die Infrastruktur weiter fit machen und etwas für das Klima tun. Die europäische Standardlänge für Güterzüge beträgt 740 Meter. „Ein Güterzug mit 740 Meter Länge ersetzt 52 Lkws“, so Michael Hatzel, Koordinator der Deutschen Bahn für den Bahnausbau in München-Ost. Deshalb plant die Bahn einen Ausbau der Güterzuggleise auf der Nordseite des Bahnhofs Trudering. Die Vorteile besonders langer Züge liegen auf der Hand: Der Transport ist günstiger, es müssen weniger Züge verkehren und die Streckenkapazität erhöht sich.

„Unser Ausbaubereich beschränkt sich auf Gleis fünf bis zehn. Das sind die Güterzuggleise“, sagte der Projektleiter der Deutschen Bahn, Norbert Barth. „Die Gleise fünf bis acht werden auf 740 Meter verlängert, Gleis neun und zehn bleiben Abstellgleise ohne Verlängerung“, erläuterte Barth. Von den Gleisen fünf bis acht würden künftig zwei Gleise als Durchfahrtsgleise genutzt, während die anderen zwei Gleise zum Überholen und Parken gedacht seien. Ein weiteres Projektziel ist laut Barth das Erreichen einer gleichmäßigen energieeffizienten Durchfahrtsgeschwindigkeit, ohne runterzubremsen. „Das spart Energie und hält den Lärmpegel unten“.

Lärm spielt nämlich auch bei diesem Projekt eine zentrale Rolle: „Es wird in Trudering erstmals im Rahmen des Projekts Schallschutzmaßnahmen geben auf Basis der 16. Bundesemissionsschutzverordnung.“ Für die Anwohner werde es deutlich leiser als es heute der Fall sei, fügte Norbert Barth hinzu. Michael Hatzel ging diesbezüglich nochmal näher auf den aktiven Schallschutz ein: „Das ist eine Schutzwand wie man sie kennt, die den Schall von den umliegenden Häusern fernhält. Sollten die Grenzwerte durch diese Maßnahmen nicht eingehalten werden, gibt es in einem zweiten Schritt den passiven Schallschutz“, erklärte Hatzel. Dazu würde zum Beispiel der Einbau von Schallschutzfenstern in Kombination mit schallgedämpften Lüftern zählen. Die Güterzüge leisten durch sogenannte, gesetzlich vorgeschriebene, Flüsterbremsen ihren Beitrag zur Lautstärke. 

Beim Thema Ausbau im Bahnhofsbereich plant die Deutsche Bahn am Schmuckerweg keine baulichen Eingriffe. Am Lehrer-Götz-Weg hingegen ist eine Verbreiterung des Überbaus nach Norden geplant, um die verlängerten Gleise darüber zu führen. „Der S-Bahnsteig Trudering erfährt keinerlei Veränderung“, sagte Barth. Die Option einer möglichen S-Bahn-Anbindung aus Richtung Daglfing kommend wolle die Bahn sich aber offenhalten. Die Gewerbeflächen südlich der Birthälmer Straße, die derzeit verpachtet werden, benötigt die Bahn dauerhaft zurück. „Am Schatzbogen müssen wir ein bauliche Veränderung vornehmen, da er zu schmal und zu eng ist“, sagte Barth. Es gebe einen Neubau nördlich der heutigen Lage, inklusive Pfeiler und Überbau. „Zusätzlich müssen wir Flächen von privaten Grundstücksbesitzern erwerben, im Notfall durch Enteignung.“

Das Projekt befindet sich derzeit am Ende der Vorplanung, also in einer sehr frühen Phase. Ab dem Jahr 2022 beginnend startet die Entwurfsplanung für das Vorhaben, die detaillierte Vorplanung sozusagen, in die das Planfeststellungsverfahren ab dem Jahr 2024 eingebettet ist.

Roman Wintz

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