In ein Bürohaus Am Moosfeld 21 sollen im Sommer Flüchtlinge einziehen

Multiple Problemlagen

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Dieses Bürogebäude Am Moosfeld wird derzeit zu einem Wohnhaus umgebaut. Einziehen sollen im Juni rund 180 Flüchtlinge.

Ab Juni ziehen 180 anerkannte Flüchtlinge in das Gebäude Am Moosfeld 21 ein. Untergebracht werden Singles und Paare. Mit dieser Neubelegung werden im Umkreis von etwa 300 Metern dann gut 600 Flüchtlinge wohnen.

Noch im Januar wusste Truderings Bezirksaussschuss-Vorsitzender Otto Steinberger (CSU) nicht, dass ins ehemalige Bürohaus Am Moosfeld 21 Flüchtlinge einziehen werden. Auch im benachbarten Getränkemarkt war davon nichts bekannt. „Wir haben drüben mal nachgefragt, da kommen alleinerziehende Mütter rein“, berichtet ein Mitarbeiter.

Doch laut Stadtratsbeschluss vom 15. Februar werden anerkannte Flüchtlinge im Haus untergebracht. Das Gebäude, das zuvor ein Büroausstatter und eine Bilderrahmenfirma nutzten, wurde aufgestockt und wohntauglich ausgebaut. Es gibt nun Appartements, die über zwei Zimmer für jeweils zwei Personen verfügen, welche sich gemeinsam ein Bad und eine Küchenzeile teilen. Zusätzlich stehen den Bewohnern ein Gemeinschaftsraum und Aufenthaltsflächen im Außenbereich zur Verfügung. Büros für Betriebsführung und Betreuer sind im Erdgeschoss untergebracht. Schon im Juni soll das Objekt, welches die Stadt für zehn Jahre anmieten wird, in Betrieb gehen. Einziehen sollen Singles und Paare.

Das Haus ist laut städtischem Sofort-Unterbringungssystem als „Flexiheim Variante 1“ ausgewiesen. Einziehen darf nur, wer Anspruch auf eine Sozial- oder geförderte Wohnung hat. Das Sozialreferat geht von intensivem Betreuungsbedarf wegen „multipler Problemlagen, unter anderen im Bereich Wohnen und Integration“ aus. „Mietfähigkeit wird erarbeitet“, heißt es laut Grundsatzbeschluss zum „Flexiheim Variante 1“ vom Oktober 2015. Es werden also Betreuer vor Ort sein, der künftige Träger der Einrichtung ist aber noch nicht bekannt.

Weil ein reguläres Ausschreibungsverfahren zur Trägerauswahl zu lange dauern würde – das Haus soll ja ab Juni belegt werden – will die Stadt einen Träger der freien Wohlfahrtspflege auf drei Jahre befristet verpflichten. Für die restlichen sieben Jahre der zehnjährigen Laufzeit ist ein reguläres Trägerschafts-Auswahlverfahren vorgesehen. „Durch eine Direktvergabe könnte der Betrieb der Einrichtung voraussichtlich bereits im Juni 2017 aufgenommen werden, ein Leerstand der Unterkunft kann auf ein Minimum reduziert werden“, heißt es in der Beschlussvorlage des Stadtrats.

Mit Eröffnung der Unterkunft Am Moosfeld 21 werden im 300-Meter-Umkreis künftig mehr als 600 Flüchtlinge und Asylbewerber wohnen. Rund 150 Meter östlich des neuen Flexiheims liegt die Erstaufnahme-Einrichtung Am Moosfeld 37 für bis zu 350 Personen. Belegt wird ab dem zweiten Quartal auch wieder die Unterkunft an der Karl-Schmid-Straße, die derzeit saniert wird. Für die Anwohner soll es im März oder April eine Informationsveranstaltung zum Flexiheim geben. „Darauf habe ich bestanden“, sagt Otto Steinberger. Gabriele Mühlthaler

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