Sozialbürgerhaus vor dem Aus – Ärger mit Sozialreferat

Bezirksausschuss Trudering protestiert scharf

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Dieses Areal südlich des Truderinger Bahnhofs, derzeit ein Kräutergarten, ist für das Sozialbürgerhaus reserviert.

Erteilt der Stadtrat den Plänen für ein Sozialbürgerhaus (SBH) am Truderinger Bahnhof eine Absage? Das soll jetzt der Kommunalausschuss in nichtöffentlicher Sitzung entscheiden. Die Truderinger Stadtteilpolitiker laufen Sturm, denn seit 2005 steht der Beschluss für den Umzug des Sozialbürgerhauses.

Eigentlich ist seit zwölf Jahren klar, dass auf dem Areal südlich des Truderinger Bahnhofs das Sozialbürgerhaus Berg am Laim/Trudering gebaut werden soll. Geplant ist auch eine Zweigstelle der Münchner Volkshochschule (MVHS) sowie eine Stadtbibliothek. Eigentlich sollte das Haus heuer fertig sein, doch schon 2015 stand das Projekt auf der Kippe. Die damalige Sozialreferentin Brigitte Meier meinte, mieten sei wirtschaftlicher als selber bauen. Bis 2019 werde das Sozialbürgerhaus an der Berg am Laimer Streitfeldstraße verbleiben, für die Zeit danach suche man Räume in der Messestadt, hieß es. Sowohl der Truderinger als auch der Berg am Laimer Bezirksausschuss protestierten vehement gegen diese Stadtrandlage. Die Gremien forderten, das Sozialbürgerhaus am optimal erreichbaren Truderinger Bahnhof zu errichten. Dort sei es sowohl für die Berg am Laimer als auch für die Truderinger und Messestädter bestens angebunden. Ende 2016 teilte das Sozialreferat dann mit, dass „die zukünftigen Flächenbedarfe aufgrund der Bevölkerungsentwicklung auf dem vorgesehenen Grundstück an der Truderinger Straße nicht realisiert werden können“. Es werde geprüft, ob ein viertes Geschoss gebaut werden dürfe. Wie die Prüfung ausfiel, erfuhr der BA nicht, stattdessen jedoch, dass in der nichtöffentlichen Kommunalausschuss-Sitzung am 26. Oktober das Aus fürs Sozialbürgerhaus beschlossen werden soll.

„Wenn es so läuft, wie in der Vorlage des Kommunalreferats, ist unser Sozialbürgerhaus gestorben. Das Sozialreferat stimmt ohne Begründung zu, obwohl der Standort sogar enteignet werden musste!“, schimpfte Georg Kronawitter (CSU) auf der jüngsten BA-Sitzung. Die Truderinger Eigentümerfamilie, die zwischen Bahnhof und St.-Augustinus-Straße große Flächen bebaut hat, bat damals um Enteignung, um Unkosten zu sparen. Der BA fordert nun, am optimal mit öffentlichen Verkehrsmitteln angebundenen Standort mit VHS und Stadtteilbibliothek festzuhalten, sowie um Vorlage der Wirtschaftlichkeits-Berechnung inklusive Aufstockung. Falls der Stadtrat das Sozialbürgerhaus kippt, sollen wenigstens VHS, Bibliothek, ein Bürgerbüro und eine SBH-Zweigstelle errichtet werden. BA-Chef Otto Steinberger (CSU) wird im Kommunalausschuss die Sicht des Bezirks- ausschusses darstellen. Ob das die Stadträte überzeugt, bleibt abzuwarten. 

Gabriele Mühlthaler

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