1. hallo-muenchen-de
  2. München
  3. München Ost
  4. Trudering-Riem

Kein ganz schlechtes Geschäft

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

null
Schön ist es nicht mehr, das alte Truderinger Rathaus. Deshalb wird es nun gegen 1800 Quadratmeter Gewerbegrund am Rappenweg eingetauscht. © Foto: hv

Endlich scheinen der Tausch des alten Truderinger Rathauses gegen eine Teilfläche des für eine Straßenverbindung benötigten Rappenweg-Grundstücks  in greifbarer Nähe. Bisher scheiterte beides, weil die Eigentümerin des Grundstücks am Rappenweg und die Stadt sich nicht einig wurden.

Das alte Truderinger Rathaus ist eigentlich ein Ladenhüter. Kein Referat wollte die alte Immobilie für seine Zwecke nutzen, denn aufwändigste Sanierungen wären zuvor nötig gewesen. In der Vergangenheit hatte der Truderinger Bezirksausschuss verschiedenste Nutzungsmöglichkeiten vorgeschlagen, doch keine erwies sich als umsetzbar. So wäre mancher im Gremium froh, sich nicht mehr ums alte Gemäuer kümmern zu müssen, weil die Stadt es verkauft. Interesse am Rathaus bekundet seit langem die Eigentümerin eines Gewerbegrunds am Rappenweg, die dort gerichtlich Baurecht erstritten hat. Sie würde ihr Areal gerne gegen das Rathaus-Grundstück tauschen. Falls sie ihr Baurecht am Rappenweg umsetzt, müsste die Stadt ihre Pläne für Wohnbau in Gronsdorf, die Sanierung des Gewerbegebiets Rappenweg, die Verbindungsstraße zwischen Schwablhof- und Schneiderhofstraße und die Beruhigung der Bahnstraße ad acta legen.

Nach vielen Jahren fruchtloser Verhandlungen zwischen Stadt und Grundeigentümerin scheint jetzt eine Einigung in Sicht. Der Truderinger Bezirksausschuss war im Ferienausschuss zur Stellungnahme aufgerufen. Während die Mehrheit des Gremiums einverstanden war, äußerte Herbert Danner (Grüne) Bedenken: „Wir haben größte Schwierigkeiten, dem Tausch zuzustimmen. Warum sind zwei Grundstücke im Ortskern mit 2831 Quadratmetern genauso viel wert, wie ein Gewerbegrund mit 1800 Quadratmetern an der Peripherie?“ Danner beantragte daher, nur knapp 1600 Quadratmeter Ortskern-Fläche gegen den Rappenweg-Grund zu tauschen. BA-Chef Otto Steinberger (CSU) relativierte: „Der Tausch ist wichtig! Zum einen für die Sanierung des Gewerbegebiets Rappenweg. Zum anderen kann die Stadt ihr Grundstück in Gronsdorf nur bebauen, wenn es über den Rappenweg erschlossen wird!“ Seit Jahren kämpfe der BA um die Verkehrsberuhigung der Bahnstraße, auch die sei nur mit der neuen Trasse möglich. „Ein so schlechtes Geschäft für die Landeshauptstadt ist der Grundstückstausch nicht, sie kann endlich lang beabsichtigte Projekte verwirklichen“, so Steinberger.

Danners Antrag auf Reduzierung der Tauschfläche im Ortskern wurde abgelehnt. Zustimmung fand der Grüne für die Forderung, der Verbleib von Freiwilliger Feuerwehr und BRK-Rettungswache im Ortskern müsse auch nach dem Grundstücksdeal gewährleistet werden. Beide Organisationen haben ihre Wachen auf dem Tauschgrundstück. Gabriele Mühlthaler

Auch interessant

Kommentare