Tabuzone oder Wohnraum?

Bezirksausschuss denkt laut über Bebauung der Flächen nördlich des Truderinger Bahnhofs nach

In der Nähe des Truderinger S-Bahnhofs gibt es noch unbebaute Flächen, die bislang als sogenannte Frischluftschneisen für eine Bebauung tabu waren. Das Planungsreferat selbst hat nun aber ein Modell für künftige Wohnbebauung entwickelt. Der BA will wissen, was es damit auf sich hat.
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In der Nähe des Truderinger S-Bahnhofs gibt es noch unbebaute Flächen, die bislang als sogenannte Frischluftschneisen für eine Bebauung tabu waren. Das Planungsreferat selbst hat nun aber ein Modell für künftige Wohnbebauung entwickelt. Der BA will wissen, was es damit auf sich hat.

Die Flächen nördlich des Truderinger Bahnhofs sind unbebaut. Der Truderinger Bezirksausschuss (BA) will nun von der Stadt wissen, ob das so bleibt. Bisher sei der Bereich für eine Bebauung stets Tabuzone gewesen, weil er eine wichtige Frischluftschneise zur Innenstadt sei, so das Gremium.

Eine Ausstellung des Planungsreferats unter dem Titel „Mehr Wohnen“ hat die Mitglieder der CSU-Fraktion im Truderinger Bezirksausschuss misstrauisch gemacht. Es waren nämlich im Rahmen einer kleinen Studie Planungsideen für den Bereich nördlich des S-Bahnhofs Trudering zu sehen, in der man entlang der Bahnlinie bis zu fünfgeschossige Bauten platziert hatte. Nun bittet der Bezirksausschuss (BA) um Auskunft, ob sich die Stadt inzwischen grundsätzlich eine Bebauung der Flächen nördlich des Bahnhofs vorstellen kann. „Seit langem gelten die freien Flächen in Kirchtrudering nördlich des Bahnhofs beim Planungsreferat als Tabuzonen in puncto Bebauung, da sie als Frischluftschneise für die Innenstadt unerlässlich seien. Nun wurde dieses Tabu zumindest im Rahmen einer Ausstellung des Planungsreferats selbst durchbrochen. Es versteht sich, dass eine eventuell geänderte Einschätzung nicht nur Herrschaftswissen der Verwaltung bleiben darf, sondern der betroffenen Öffentlichkeit bekannt zu machen ist“, heißt es in der Anfrage der CSU, welcher der BA in seiner jüngsten Sitzung unisono zugestimmt hat.

Schon zwei Monate zuvor wollte Michael Welzl (SPD) den Bereich bezüglich einer möglichen Bebauung auf den Prüfstand stellen lassen und zwar für das Programm „Wohnen für Alle“. Er forderte zu prüfen, ob der P+R-Platz mit einem Stelzenhaus – wie am Parkplatz Dantebad – überbaut werden könne, zog dann den Antrag aber zurück.

Im Mai formulierte Welzl die Anfrage dann umfassender und forderte zu prüfen, ob sich das Projekt „Wohnen für Alle“ in Trudering auf Flächen nördlich der Bahnlinie realisieren lasse. München brauche bezahlbaren Wohnraum für Studenten, Azubis, Familien mit knappem Budget sowie anerkannte Flüchtlinge und Trudering müsse seinen Beitrag dazu leisten, so Welzl. Auch dieser Antrag wurde nicht zur Abstimmung gestellt.

Beschlossen hat der Bezirksausschuss auf der jüngsten Sitzung dann letztlich die zuvor genannte Anfrage der CSU-Fraktion.

Gabriele Mühlthaler

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