Mit Kunst und Kultur das Viertel erspüren

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Wie der Nachwuchs das Leben in seinem Stadtteil verbessern will

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Denkmäler in den Herzen hinterlassen

Bewegende Trauerfeier für Hermann Memmel

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Letzter Abschied: Hermann Memmels Sarg in der Heilig Geist Kirche.

Zahlreiche Freunde und Wegbegleiter nahmen gemeinsam mit der Familie Abschied von einem Mann mit großem Herzen: Hermann Memmel, langjähriger Stadtrat und Landtagsabgeordneter.

Zunächst ließ Stadtpfarrer Reiner Maria Schießler Leben und Wirken des Verstorbenen noch einmal Revue passieren. Geboren an einem Sonntag in Giesing verbrachte Hermann Memmel seine Kindheit und Jugend in Ramersdorf, wo er die Führichschule besuchte. In der Gaststätte seiner Eltern, im „Glaskasten“ an der Aschheimer Straße, kam es für den jungen Burschen zu entscheidenden Begegnungen. Dort traf er zum ersten Mal „seine Fränzi“, die Frau, die ihm bis zu seinem Tode 60 Jahre lang treu und liebevoll zu Seite stehen sollte.

Auch die zweite Begegnung im Glaskasten sollte Memmels Leben nachhaltig beeinflussen. Er traf dort den ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Wilhelm Hoegner. Dieser übte große Faszination auf Memmel aus, der schließlich 1959 in die SPD eintrat. Der Beginn einer politischen Karriere, die ihn zunächst in den Bezirksausschuss seines neuen Wohnorts Trudering führte, dann von 1972 bis 2002 bis in den Münchner Stadtrat und von 1994 bis 2008 in den Bayerischen Landtag.

Zahlreiche Initiativen habe Memmel auf den Weg gebracht, erklärte Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter. So gilt Memmel als einer der Väter des Umzugs der Messe München nach Riem oder als Wegbereiter der „Oiden Wiesn“. „Ein außergewöhnlicher, lieber, positiver, lebensbejahender Mensch“ sei der Verstorbene gewesen, betonte der OB, der auch erzählte, dass Memmel ihn kurz vor seinem Tod bei einem seiner letzten Besuche noch ein Versäumnis habe korrigieren lassen. 2016 habe er vergessen, den Anzapf-Schlegel des Oktoberfestes zu unterzeichnen. Dies habe er unbedingt nachholen müssen, damit Memmels weltweit einzigartige Sammlung von Wiesn-Anzapf-Schlegeln auch wirklich komplett war.

Schließlich war die Wiesn eine Herzensangelegenheit für den Truderinger Politiker, für den sogar der Titel „Wiesn-Stadtrat“ erfunden wurde. Dort sei er immer Mentor der Schausteller gewesen, betonte Edmund Radlinger, Präsident der Münchner Schaustellervereinigung. Er habe die Gabe gehabt, zuhören zu können, egal bei welchem Thema, Und er habe sich für die Menschen eingesetzt, gleich welcher Herkunft. Auch Peter Inselkammer, der für die Münchner Wiesnwirte sprach, hob die menschliche Seite Memmels hervor.

Memmel habe „Denkmäler in unseren Herzen hinterlassen“, würdigte Landtags-Vizepräsident Markus Rinderspacher den Verstorbenen. Memmel sei ein „Stern des Gemeinsinns“ gewesen, ein Münchner Urgestein, dem er auch persönlich sehr viel zu verdanken habe. Doch neben Familie, Politik und Wiesn hatte Memmel noch ein weiteres Herzensanliegen: Den FC Bayern, dessen Verwaltungsbeirat er 40 Jahre lang angehörte. „Der FC Bayern hat einen wunderbaren Freund und großartigen Ratgeber verloren“, erklärte FCB-Präsident Uli Hoeneß. Zu Memmels Anfangszeit sei Bayern noch ein kleiner Verein gewesen, am Aufstieg des Clubs trage Memmel wesentlichen Anteil.

Auf seinem letzten Weg aus der Kirche, vorbei an den Fahnenabordnungen der Truderinger Vereine, wurde Memmel von vielen ehemaligen Weggefährten begleitet, darunter seinen früheren Truderinger Stadtratskollegen Helmut Schmid und Hans Podiuk und von Bayerns ehemaligen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber. Und dem letzten Abschiedsgruß seiner Familie: „Dein Münchner Herz schlägt in unseren Herzen weiter.“ 

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