„Jeder Cent, der gespendet wird, ist bitter nötig“

Benefiz für Beirut: Truderinger Open Air am Samstag, 5. September

Die Folgen der Explosion am Hafen von Beirut sind für die Menschen verheerend.
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Die Folgen der Explosion am Hafen von Beirut sind für die Menschen verheerend.

Ein Open Air-Konzert mit namhaften Opern- und Kabarettkünstlern zugunsten der Hilfsorganisation „Orienthelfer“ des Kabarettisten Christian Springer findet am Samstag, 5. September, ab 17 Uhr auf der Wiese des Truderinger Kulturzentrums an der Wasserburger Landstraße 32 statt.

Trudering – Die Explosion im Hafen von Beirut am 4. August hat den von einer Wirtschaftskrise gebeutelten Libanon in einen noch tieferen Abgrund gerissen. Viele Menschen sind gestorben oder von einer Sekunde auf die andere obdachlos geworden.

Mit einem Open Air-Konzert am kommenden Samstag auf der Wiese des Truderinger Kulturzentrums will der Landtagsvizepräsident Markus Rinderspacher einen Betrag leisten, um den Menschen in Beirut zu helfen. Die Spenden sollen an die Hilfsorganisation „Orienthelfer“ von Christian Springer gehen.

Dass Hilfe bitter nötig ist, wissen Rinderspacher und seine Lebensgefährtin, die Sängerin Franziska Rabl, nur zu gut. Bereits 2017 waren sie selbst für ein Konzert am Hafen von Beirut, wo auch Christian Springer anwesend war. „Daraus ergab sich dann eine Art Libanon-Connection“, sagt Rinderspacher, der sich vor Ort ein Bild der Lage, aber auch der Hilfsorganisation „Ortienthelfer“ machte. Die Organisation hat der Kabarettist Christian Springer bereits vor einigen Jahren ins Leben gerufen, um insbesondere auch syrischen Flüchtlingen im Libanon zu helfen und den libanesischen Kommunen Spenden aus Deutschland zukommen zu lassen.

Die Projekte sind zahlreich, denn dem Land fehlt es an allen Ecken und Enden. So wurden durch die Hilfsorganisation Feuerwehr- und Müllfahrzeuge zur Verfügung gestellt sowie Feldküchen der Bundeswehr, in denen auch Essen verteilt wurde. Sogar eine Schule wurde dort gegründet, in der vor allem Flüchtlingskinder unterrichtet werden. Markus Rinderspacher war begeistert von dem, was die Orienthelfer im Libanon leisteten. „Ich kann wirklich beide Hände dafür ins Feuer legen, dass jeder Cent, der der Hilfsorganisation gespendet wird, auch bei den Menschen im Libanon ankommt.“

Als dann im August die Explosionskatastrophe geschah, entschieden Rinderspacher und seine Lebensgefährtin sehr schnell, dass Hilfe geleistet werden musste. Die Orienthelfer haben ihr Büro unweit des Explosionsortes, das auch stark verwüstet wurde. Springer selbst sei sofort hingefahren und habe sich die Auswirkungen angesehen. Auch der FC Bayern hat 200.000 Euro Spontanhilfe zur Verfügung gestellt. „Im Rahme unserer bescheidenen Möglichkeiten wollen wir nun auch unseren Beitrag leisten“, so Rinderspacher. Für das Konzert konnten Rinders­pacher und seine Lebensgefährtin viele Künstler gewinnen.

So wird Münchens ehemaliger Oberbürgermeister Christian Ude ebenso mit kabarettistischen Einlagen dabei sein wie der Träger des Schwabinger Kunst- und Fränkischen Kabarettpreises, André Hartmann. Hartmanns Musikkabarettkollege Julian Wittmann hat seinen Auftritt ebenfalls fest zugesagt. Sein Film „Ausgrissn – in der Lederhose nach Las Vegas“ läuft aktuell in den Kinos. „Ich freue mich, dass vor Kurzem auch noch der Musikkabarettist Roland Hefter zugesagt hat. Damit haben wir jetzt sogar vier Spitzenkabarettisten“, sagt Rinderspacher.

Außerdem haben sich der international renommierte Bariton Franz Hawlata sowie die Münchner Opernsängerinnen Yvonne Steiner und Franziska Rabl angekündigt. Am Piano wird Denise Gaudry erwartet. Die Holledauer Musikanten unter der Leitung von Helmut Schranner brillieren mit altbairischer Blasmusikkultur.

Das Open Air-Konzert auf dem weitläufigen Gelände berücksichtigt die Corona-Hygiene- und Abstandsregeln. Sitzmöglichkeiten sind vorhanden. Für das nötige Sommerflair können Liegedecken und Kissen mitgebracht werden. Die Künstler verzichten auf ihre Gage. Der Eintritt ist frei. Um Spenden wird gebeten.

Lydia Wünsch

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