Auf Sand gebaut, weil noch so viel Geld da ist

Ein Beachvolleyballplatz und das Budget des Bezirksausschusses Trudering-Riem

+

Riem – Für manche Menschen ist das Leben eine Baustelle, für andere ein Tag am Strand. Der Bezirksausschuss (BA) Trudering-Riem tendiert wohl eher zu der letzteren Betrachtungsweise; zumindest zeigt er große Sympathien für den Ausbau des Beachvolleyball-Geländes am Riemer See. Trotz einer Rekordsumme, die das Projekt kosten würde. Aber erstens ist das Geld da. Und zweitens: Nicht mehr lange.

2018 wurden die Budgets der Bezirksausschüsse deutlich erhöht, für ganz München war plötzlich rund die vierfache Geldmenge zur Verfügung, um kleinere, lokale Projekte direkt vor der Haustür zu fördern statt den umständlicheren Weg über die Stadtverwaltung nehmen zu müssen. Das funktioniert auch, aber noch melden sich nicht genügend Bewerber, um das Budget voll auszuschöpfen. „Das braucht noch ein wenig Zeit. Vor allem die Vereine kommen schon. Sie merken auch, dass das System funktioniert und ihnen schnell geholfen werden kann“, sagt Susan Beer (SPD), stellvertretende Vorsitzende des BAs Trudering-Riem. Was vielleicht noch zu wenige Menschen wissen: Nicht nur Vereine oder andere Rechtsformen können Förderungen beantragen, auch eine privat organisierte Vatertagsgruppe oder eine lose organisierte Nachbarschaft kann Aktionen oder Anschaffungen fördern lassen, wenn sie dem Zusammenleben im Bezirk damit etwas Gutes tun. Sogar der geforderte Eigenanteil an den Kosten kann wegfallen, wenn die Antragssteller belegen können, dass die von ihnen investierte Zeit einen solchen Schritt rechtfertigt. „Das ist eine wirklich gute Sache. Es ist viel schneller und unbürokratischer, als wenn es über die Stadt geht“, weiß Beer zu berichten.

Trotzdem könnte der BA derzeit für das (bald zu Ende gehende) Jahr 2019 noch rund 130.000 Euro ausschütten. Darin enthalten sind rund 80.000 Euro aus dem Vorjahresbudget. Und genau dieser Anteil würde mit dem Jahreswechsel ungenutzt verfallen. „Mein Herz blutet deshalb nicht. Es sind Steuergelder! Das Geld würde ja nicht verbrannt werden, sondern ins Budget der Stadt zurückfließen“, erklärt Beer. Trotzdem wäre es natürlich schön, etwas damit in Trudering-Riem zu machen, statt der Stadt München bei der Entschuldung zu helfen. Und an dieser Stelle kommt Beachvolleyball ins Spiel.

Ein Bürger stellte den Antrag, das Gelände am Riemer See zu erweitern, da es bei schönem Wetter von vielen Menschen genutzt wird. Die Stadt spielte den Ball an den BA zurück, als es um die Kosten ging. Rund 50.000 Euro soll die Erweiterung kosten. Eigentlich ein Dealbreaker, so viel investiert der BA sonst nie für ein Projekt. Aber in der jetzigen Situation eine denkbare Variante. Der BA beauftragte die Stadt, einen konkreten Kostenvoranschlag auszuarbeiten.

mh

Lesen Sie weitere Nachrichten aus der Region in unserer Übersicht.

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Prozess zum Unfall an der Wasserburger Landstraße vor zwei Jahren lässt viele Fragen offen
Prozess zum Unfall an der Wasserburger Landstraße vor zwei Jahren lässt viele Fragen offen
Nach der umstrittenen Auktion mit Nazi-Stücken in Grasbrunn
Nach der umstrittenen Auktion mit Nazi-Stücken in Grasbrunn
Otto Steinberger verlässt den Bezirksausschuss (BA) Trudering-Riem
Otto Steinberger verlässt den Bezirksausschuss (BA) Trudering-Riem
Bemerkenswert unbemerkenswerte Diskussion um den Haarer Haushalt
Bemerkenswert unbemerkenswerte Diskussion um den Haarer Haushalt

Kommentare