Neue Nachbarn, neue Autos, weniger Natur

Anwohner protestieren gegen geplantes Bauprojekt an der Fauststraße 90 in Waldtrudering

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Im Internet kämpft derzeit eine Gruppe von Waldtruderingern gegen die geplante Wohnbebauung an der Fauststraße 90. Der Umgriff des Grundstücks ist Wasser- und Landschaftsschutzgebiet.

An der Waldtruderinger Fauststraße soll eine Wohnanlage mit 80 Wohnungen entstehen. Das Problem: Das 24.000 Quadratmeter große Planungsgebiet liegt im Landschaftsschutzgebiet. Anwohner haben nun eine Petition gegen das Projekt gestartet.

Früher eine Privatschule, zwischenzeitlich eine Flüchtlingsunterkunft und bald ein Wohnkomplex mit 80 Wohneinheiten: Das sind die Pläne der Stadt für ihr Grundstück an der Fauststraße 90. Entsprechend den Unterlagen zum Bebauungsplan, die noch bis 12. Juni im Planungsreferat an der Blumenstraße 28b sowie in der Stadtbibliothek Waldtrudering eingesehen werden können, sollen die Häuser drei- bis viergeschossig werden und „unterhalb der bestehenden Baumsilhouette bleiben“. Überhaupt soll „wertvoller Baumbestand“ erhalten werden und die Erschließung „flächensparend“ erfolgen. Die Bebauung des Grundstücks soll im westlichen Bereich des Planungsgebiets platziert werden, „um einen weiten Teil des Landschaftsraums freizuhalten und so die Vernetzung zwischen den nördlich und südlich angrenzenden Waldgebieten zu verbessern“. Doch diese Ankündigung der Stadt genügt einigen Anwohnern nicht. Sie riefen eine Online-Petition ins Leben, in der sie fordern, „dass das erweiterte Wasserschutzgebiet an der Fauststraße 90 in München nicht weiter bebaut wird“. Stattdessen solle das Gelände „im Sinne des Naturschutzes und der Nachhaltigkeit wieder renaturiert und der Öffentlichkeit in Form eines Parks oder Waldes zugänglich gemacht“ werden. Abgesehen vom reinen Umweltaspekt führen die Bebauungsgegner auch ganz praktische Argumente ins Feld: Die Straßen der Umgebung seien schon jetzt für den fließenden sowie den Parkverkehr zu eng. „Die Schaffung einer neuen Wohnkolonie würde eine massive zusätzliche Verkehrsbelastung nach sich ziehen. Eine Entlastung des Verkehrs ist zudem schwer realisierbar, da die Straßen in diesem Wohngebiet nicht ausbaufähig sind“, heißt es in der Petition.

Bislang haben sich rund 230 Münchner der Petition gegen die Bebauung des erweiterten Wasserschutzgebiets angeschlossen. Um das Projekt tatsächlich zu stoppen, bräuchte es zwar noch wesentlich mehr Unterschriften. Doch die Initiatoren hoffen auf den Faktor Zeit: Noch haben sie rund 50 Tage, um auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen und die nötige Unterschriftenzahl zu erreichen. Denn: „Wir möchten, dass das Stadtbild in Waldtrudering bewahrt bleibt!“

Weitere Infos unter www.openpetition.de.

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