Doppelter Neubeginn zwischen Nachbarn

Zum Amtsantritt von Stefan Ziegler und Andreas Bukowski

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Andreas Bukowski ist der neue Bürgermeister in Haar. 

Neue Köpfe stehen an der Spitze des Bezirksausschusses Trudering-Riem und des Rathauses in Haar. Was beide vereint, ist nicht nur ihr CSU-Parteibuch. Gibt es eine neue, bessere Nachbarschaft?

Trudering – Rein zeitlich hat Andreas Bukowski die Nase vorn. Schon seit Anfang Mai arbeitet Haars neuer Bürgermeister aus seinem neuen Büro im Rathaus heraus. Am heutigen Dienstag wird er vereidigt. „Es ist eine sehr spannende Zeit. Ich habe mir ein kleines Praktikum verordnet und arbeite gerade jeweils einen Tag in jeder Abteilung, um mir einen Überblick zu verschaffen und die Mitarbeiter kennenzulernen“, erzählt Bukowski.

Stefan Ziegler wird den Truderinger Ortsteil prägen.

So weit ins Stefan Ziegler noch nicht. Er soll erst am Donnerstag ins Amt des Bezirksausschuss-Vorsitzenden gewählt werden. Nachdem es um seine Wahl und den dafür erforderlichen Pakt zwischen CSU und SPD viel Ärger auf Seiten der Grünen gegeben hatte, scheint sich die Atmosphäre in den Gesprächen der vergangenen Wochen gereinigt zu haben. „Wir haben inzwischen auch mit den Grünen eine belastbare Vereinbarung. Nicht in Bezug auf meine Wahl, da will Herbert Danner weiter antreten, aber in vielen anderen Dingen. Ziel ist es, dass wir am 28. Mai anfangen zu arbeiten“, sagt Ziegler. Nun ist ein BA-Vorsitzender kein Bürgermeister, Zieglers Vorgänger interpretierte seine Rolle, indem er seine eigene Position stark in den Hintergrund stellte. Sieht sich auch Stefan Ziegler als Moderator? „Der BA wird keinen Otto Steinberger 2.0 bekommen. Aber meine Aufgabe wird nicht sein, eigene Sachargumente einzubringen und durchzusetzen. Das ist die Aufgabe der Fraktionen. Mein Ziel ist es dann, einen Konsens zu finden“, sieht er seine Funktion aber auch mehr im Zusammenführen als im Trennen.

Ziegler ist ein Mann der Verwaltung. 19 Jahre lang arbeitete er in der Steuerfahndung, jetzt ist er beim Bayerischen Hauptmünzamt. Mit Geld kennt sich der Mann also aus. Und wenn es nach ihm geht, sollten die BAs in Zukunft auch über noch mehr Geld direkt verfügen können. „Es wäre wünschenswert, wenn die Kompetenzen der Bezirksausschüsse in den nächsten sechs Jahren ausgebaut werden würden. Hier sitzen die Leute, die sich vor Ort wirklich auskennen!“

Wichtiger ist ihm aber erst einmal, dass Bewegung in die konkrete Politik kommt. „In Bezug auf die Sperrung der Bahnstraße für Lkws spielt die Verwaltung auf Zeit. Ich hoffe, dass der Stadtrats-Beschluss bald auch umgesetzt wird“, sagt Ziegler. Eines der heißen Eisen, die er schon bald im „Dialog unter Nachbarn“ mit Andreas Bukowski anfassen will.

Marco Heinrich

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