Die Anwohner leiden

Alkohol, Lärm und Müll in Trudering

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So idyllisch ist es im Grünzug an der Kreillerstraße selten.

Jugendliche und junge Erwachsene haben den Grünzug zwischen Truderinger Bahnhof und Kreillerstraße seit gut einem Jahr zum Treffpunkt für nächtliche Gelage auserkoren – die Anwohner klagen über Lärm und Müll und hatten den Bezirksausschuss (BA) um Hilfe gebeten.

Wer an Elritzen- und Karpfenstraße wohnt, könnte angesichts der derzeit frostigen Temperaturen aufatmen – zu dieser Jahreszeit zieht es die Jugendlichen und jungen Erwachsenen wohl kaum in den Grünzug zwischen Truderinger Bahnhof und Kreillerstraße. Im Sommer hingegen herrschen dort nach Schilderung der Anwohner teils unhaltbare Zustände — lautes Gegröle, Streit und dröhnende Musik rauben Anwohnern den Schlaf. Manchmal kehre vor halb vier keine Ruhe ein, so ein Mann aus der Karpfenstraße. Einige Anwohner der Elritzenstraße sind mit ihrem Schlafzimmer inzwischen von der am Grünzug gelegenen Gartenseite zur Straße hin umgezogen. Die Sitzbänke vor dem Pflegeheim wurden wegen Vandalismus entfernt. Seit gut einem Jahr ist AKIM, das „Allparteiliche Konfliktmanagement“ der Landeshauptstadt, im Grünzug im Einsatz, der Bezirksausschuss hatte um Hilfe gebeten. Allerdings konnten die Konfliktmanager bei ihren Begehungen vor Ort keine Ausschreitungen feststellen. Nur selten habe man Personen angetroffen, die zwar Alkohol konsumierten, sich aber ruhig unterhielten, so AKIM in seinem Bericht. Diese Leute hätten jedoch geschildert, dass sich im Grünzug öfter viele Gruppen aufhielten. Wenn die angetrunken seien, könne es sehr laut werden. Auch das Personal des Pflegeheims kennt die Problematik aus der Nachtschicht. Die Anwohner schildern, dass Müll in ihre Gärten geworfen wird und ihre Hecken durch Kot und Urin verschmutzt werden. Sie fühlen sich durch die vielen Konfliktpunkte wie Bahnhof, Kneipen, neue Spielhallen und Tankstelle eingekesselt und halten sich abends nicht mehr gerne im Garten auf. Wie die Lösung für die Nachbarn des Grünzugs aussehen könnte, darüber wurde im BA heftig diskutiert. Alkoholverbot, mehr Licht und Abbau der Bänke forderten die einen, während die anderen nichts davon hielten. Bei der Einzäunung des Spielplatzes mit deutlichen Hinweisschildern, dass der nur bis 20 Uhr und nur von unter 16-Jährigen benutzt werden dürfe, waren sich hingegen alle ebenso einig wie darüber, dass die Gewerbeaufsicht die umliegenden Spielhallen kontrollieren solle. Über Bänke-Abbau und Licht will der BA jedoch erst mal mit dem Baureferat sprechen. 

gm

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