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Trudering: Marathon auf 6 Metern Breite

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Wichart Hölscher organisiert Lauf auf Chinesischer Mauer Für die meisten Menschen ist die Absolvierung eines Marathons unvorstellbar. Für Wichart Hölscher wird es hier erst interessant. Denn der Truderinger hat im Laufschritt die aufregendsten Flecken der Erde erkundet: Auf insgesamt mehreren Tausend Kilometern zu Fuß, im Wasser und auf dem Rad durch (Eis)-Wüsten, Vulkan- und Gebirgslandschaften hat er „das Außergewöhnliche“ und „das Extreme“ erlebt – Erfahrungen, die er als Organisator solcher Sportreisen den Teilnehmern nicht vorenthalten will. Daher veranstaltet er im September auch dieses Jahr wieder den Internationalen Marathon auf der großen Chinesischen Mauer.

Olympia war gestern, der „Mauer-Marathon“ ist heute: Bereits zum 12. Mal jährt sich der 42-Kilometer-Lauf in unbeschreiblicher Atmosphäre auf der sechs Meter breiten, etwa 6000 Kilometer langen Großen Chinesischen Mauer außerhalb von Peking. Dass ein derartiges Unternehmen ins Leben gerufen wurde, haben die etwa 100 Teilnehmer aus aller Welt Wichart Hölscher zu verdanken. „Damals war es schon mühselig. Ich musste die Genehmigungen einholen, allein das hat ein dreiviertel Jahr gedauert. Die Chinesen konnten sich gar nicht vorstellen, was wir da machen wollten“, erinnert sich der Organisator. Doch seine Mühen haben sich gelohnt, denn heute gilt der Marathon auf der großen Chinesischen Mauer als einer der schönsten der Welt. Zu diesem Urteil kam eine amerikanische Journalistin, die in der New York Times einen Artikel über den Lauf veröffentlicht hatte. Dass es in weiter Ferne und in 1800 Höhenmetern weitaus größerer Planung bedarf als für einen Stadtmarathon, liegt auf der Hand: „Ungefähr 80 Chinesen helfen mir, bergauf, bergab Wasser und Verpflegung bereit zu stellen.“ Auch die Zeitmessung gestaltet sich etwas anders als heute üblich: „Wir haben keine elektronische Zeitmessung. Die Zeit jedes Läufers muss per Hand mit der Stoppuhr genommen werden.“ „Ich möchte den Leuten eine Erinnerung mitgeben“ Der Mehraufwand lohnt sich für Hölscher aus einem ganz einfachen Grund: „Ich mache das in erster Linie aus Idealismus. Sonst ginge das gar nicht. Ich möchte, dass die Leute den Lauf in Erinnerung behalten, ihnen etwas mitgeben“ – eine Erinnerung, wie er sie auch selbst auf unzähligen Sportreisen, Läufen und Wettkämpfen gesammelt hat. Bei der Durchquerung von Costa Rica zum Beispiel: „Wir sind vom Atlantik bis zum Pazifischen Ozean gewandert.“ Seltene Tiere und Pflanzen waren ihre Wegbegleiter. „Es ist einfach ein größerer Reiz, wenn das Umfeld ein besonderes ist.“ So kann die Umgebung unter Umständen auch über ein vorübergehendes Tief hinwegtragen, verrät Hölscher: „Von der Psyche her baut eine tolle Umgebung viel mehr auf!“ Ideen für die große, weite Welt Obwohl sich der Extremsportler auf den großen Marathonrouten dieser Welt bewegt hat – New York, Athen und Singapur sind seine persönlichen Höhepunkte – kann man ihn beim Training in heimischen Gefilden treffen. „Im Normalfall laufe ich hier im angrenzenden Wald.“ Seine Heimat Trudering möchte er gegen keinen anderen Lebensraum eintauschen, schließlich „entsteht zuhause die Idee, was ich in der großen weiten Welt machen kann.“ Die Teilnehmer seiner unkonventionellen Touren werden es ihm danken. 13. Marathon in Planung Die Plätze für den diesjährigen Lauf sind leider bereits ausgebucht. Interessierte und Sportbegeisterte können jedoch schon jetzt ihr Training aufnehmen: Der 13. „Mauer-Marathon“ im September 2009 ist bereits in Planung. Weitere Informationen gibt es unter www.great-wall-marathon-finisher.de/. – DS –

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