Teurer Posten Krippenkosten

Sie sind unsere Zukunft und sie kosten Geld – bis in alle Zukunft: die Kinder. Auch in Vaterstetten sind die Steuerzahler von morgen ein bedeutender Kostenfaktor. Denn ihre Betreuung verursacht steigende Ausgaben für die Gemeindekasse. Um Kosten zu sparen, werden freiwillige gemeindliche Leistungen künftig eingestellt.

Der Nachwuchs boomt; wegen natürlichen Zuwachses einerseits, wegen zuziehender Jungfamilien auf der anderen Seite. Das wäre im Grunde sehr erfreulich, wenn dadurch nicht auch in Vaterstetten der Bedarf an Betreuungseinrichtungen gerade für die Jüngsten sprunghaft steigen würde. In der Dezembersitzung des Vaterstettener Gemeinderats war dies ein heiß diskutiertes Thema. Denn es lag ein Antrag vor, die Gelder für freiwillige Leistungen an Träger der Kindertagesstätten zum 31. August dieses Jahres einzustellen. Das heißt, bis dahin werden noch Mittel fließen. Immerhin spart sich die Gemeinde jährlich um die 100.000 Euro, im ersten Jahr aufgrund der kurzen Periode noch gute 30.000 Euro. Als Konsequenz müssen freilich andere die finanziellen Lücken füllen, im Normalfall die Eltern. CSU-Fraktionssprecher Michael Niebler sprach bei diesem Ausgabenfeld vom dynamisch am stärksten wachsenden Bereich im Haushaltsentwurf. Und, dass es einen noch größeren „Run“ auf die Betreuungseinrichtungen geben werde. Zusätzlich sei der Trend erkennbar, dass vermehrt ganztägige Unterbringung nachgefragt werde, nicht mehr nur vor- oder nachmittags. Hier entstehen weitere Personalanforderungen und somit zunehmende Ausgaben. Hier stößt man auf die „freiwilligen Leistungen“ der Gemeinde, denn sie betreffen unter anderem Mittel für Praktikanten, Aus- und Küchenhilfen oder Hausmeister. Praktikanten als „Fachkräfte von morgen“ Gerade bei Praktikanten war die SPD gegen das Einstellen der freiwilligen Leistungen. Denn man könne nicht ständig neue Kinderkrippenplätze fordern und schaffen, dann aber am Personal sparen. Gerade die oben genannten Gruppen seien die Betreuer für morgen. Und die würde man künftig schmerzlich vermissen. Christl Mitterer (SPD) meinte auch, man könne doch in den Finanzausschüssen sehen, wo oder wie das dafür nötige Geld aufgebracht werden könne. „Uns sind Berufspraktikanten wichtiger als etwa der Straßenbau …“. Nichtsdestotrotz wurde nach ausgiebiger Diskussion der Einstellung der freiwilligen Leistungen gegen die Stimmen der SPD zugestimmt. Falls einkommensschwache Eltern befürchten, aufgrund steigender Eigenbeiträge den Betreuungsplatz nicht mehr finanzieren zu können, wurde in der Sitzung auf das Landratsamt Ebersberg bzw. das Jugendamt hingewiesen. In den Ämtern wird gegen Vorlage entsprechender Einkommensnachweise Unterstützung gewährt. Oliver Oswald

Auch interessant:

Meistgelesen

Luisa Wöllisch erobert Bühnen und Fernsehen – trotz Down-Syndrom 
Luisa Wöllisch erobert Bühnen und Fernsehen – trotz Down-Syndrom 
Streit über die Bahnstraße eskaliert zwischen Trudering und Haar
Streit über die Bahnstraße eskaliert zwischen Trudering und Haar
Auftakt mit den „Good Time Five“ auf Gut Keferloh
Auftakt mit den „Good Time Five“ auf Gut Keferloh

Kommentare