Auf neuen Schienen schnell voran

Stadtrat beschließt Tramlinie nach Trudering/Haar

Von der Kreillerstraße soll die Tram nach Trudering und womöglich bis nach Haar verlängert werden.
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Von der Kreillerstraße soll die Tram nach Trudering und womöglich bis nach Haar verlängert werden.
  • vonPia Getzin
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Acht neue U-Bahn- und Trambahnstrecken sollen nach einem Beschluss des Münchner Stadtrats ab sofort mit hoher Priorität geplant werden. Dazu gehört auch die Tram von Berg am Laim nach Trudering/Haar.

München will seinen öffentlichen Nahverkehr ausbauen und verbessern. Das Referat für Stadtplanung und Bauordnung und die SWM/MVG haben deshalb eine Priorisierung von Schienenstrecken erarbeitet – das sogenannte „Zielnetz“. Das Ergebnis ist, dass aus verkehrlichen Gesichtspunkten für fünf Tram-Strecken zeitnah eine Planung eingeleitet werden sollte – auch für eine Linie nach Trudering und Haar.

„Aufgrund der langen Vorlaufzeiten für die Realisierung weiterer Infrastruktur sind die entscheidenden Weichenstellungen für die 2030er- und 2040er Jahre jetzt zu treffen“, heißt es in der Stadtratsvorlage von Stadtbaurätin Elisabeth Merk. Neben den prognostizierten Steigerungen der Einwohner- und Beschäftigtenzahlen für die Landeshauptstadt München und das Umland müsse für den Zeitraum nach 2030 eine weitere Umverteilung hin zum ÖPNV erfolgen und deren Anteil an den Wegen weiter gesteigert werden. Dies sei Ziel des Projekts „ÖV30plus“.

Hauptträger dieses „Kurswechsels Mobilität“ nach 2030 sollen die schienengebundenen Verkehrsträger sein. Als zentrale Ausbauvorhaben gelten laut Merk dabei die vom Stadtrat bereits 2020 beschlossenen U-Bahn Maßnahmen U9, U5 Freiham und U4 Ost. „Darüber hinaus bedarf es weiterer Neubaumaßnahmen, um dieses Ziel zu erreichen. Hierzu gehört insbesondere auch der weitere intensive Ausbau des Tramnetzes“, so die Stadtbaurätin weiter. Dazu hätten die SWM/MVG in Abstimmung mit dem Referat für Stadtplanung und Bauordnung eine Priorisierung von einer Vielzahl möglicher Vorhaben hinsichtlich verkehrlicher Wirkung und technischer/städtebaulicher Realisierbarkeit erarbeitet.

Dazu gehört auch das Projekt Tram Wasserburger Landstraße/Haar. Ausgehend von der bestehenden U-Bahn- beziehungsweise Tramhaltestelle Kreillerstraße soll die Trasse sechs bis neun Kilometer lang der Wasserburger Landstraße stadtauswärts in Richtung Haar folgen. „Die bereits heute nachfragestarke ÖPNV-Achse wird durch ein schienengebundenes Verkehrsmittel erheblich aufgewertet“, betont Merk. In diesem Zusammenhang sei auch eine leistungsfähige Erschließung von städtebaulichen Entwicklungsgebieten nördlich der Bahnachse München – Rosenheim mittels eines Abzweiges möglich. Empfohlen werde zudem eine Erschließung der benachbarten Gemeinde Haar aufgrund des verkehrlichen Potenzials und der möglichen Entlastungswirkungen im städteübergreifenden Verkehr.

Das Mobilitätsreferat wurde deshalb jetzt beauftragt, zusammen mit Stadtwerken und MVG Abstimmungen mit dem Landkreis München und der Gemeinde Haar zu führen und bei Interesse entsprechende Planungen gemeinsam durchzuführen. „Insbesondere im Bereich Haar sind mehrere Linienführungen und Endpunkte denkbar“, heißt es in der Vorlage. Eine Trassenführung durch das Ortszentrum Trudering wird es hingegen nicht geben. Diese wurde in den bisherigen Untersuchungen zugunsten einer schnelleren Fahrzeit in Richtung Innenstadt und zum Umsteigepunkt Kreillerstraße (U2), aufgrund der sehr guten Buserschließung des Ortszentrums sowie der dortigen baulichen Beengtheit verworfen.

Im Landkreis wird noch weiter gedacht: Auf Vorschlag der Grünen-Fraktion im Kreisrat soll sogar eine Endhaltestelle in Haar an der A99 untersucht werden.

Mehr über Haar und den Münchner Osten gibt es in der Übersicht.

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