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Schnelle und einfache Hilfe

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Von: Verena Rudolf

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Caroline Schmidt hat auf ihrem Spaziergang in Haar diese beiden Steine entdeckt: „Nicht mit Lärm, sondern ganz klein und doch wichtig“, schreibt sie.
Caroline Schmidt hat auf ihrem Spaziergang in Haar diese beiden Steine entdeckt: „Nicht mit Lärm, sondern ganz klein und doch wichtig“, schreibt sie. © oh

Die Menschen, vor allem Frauen und Kinder, flüchten aus der Ukraine. Bayern bereitet sich auf die Ankunft vieler Menschen vor, die vor dem Krieg in ihrer Heimat fliehen. So auch die Stadt München ebenso wie der Landkreis München. 

„Unser Mitgefühl gilt den Menschen in der Ukraine, die derzeit unfassbares Leid erfahren. Wir müssen nun alles daran setzen, diesen Menschen schnell und unbürokratisch humanitäre Hilfe und Schutz zu bieten“, so Landrat Christoph Göbel. Der Landkreis München hat daher bereits vergangene Woche begonnen, Vorkehrungen zu treffen, um Geflüchtete, die nun aus dem Kriegsgebiet kommend in Deutschland eintreffen, unterbringen zu können. Am vergangenen Freitag hat Göbel einen Koordinierungsstab eingerichtet und seine Verwaltung gebeten, alle Vorbereitungen für die Aufnahme ukrainischer Flüchtlinge zu treffen.

So ruft der Landrat auch die Bürger im Landkreis auf, bei der Unterbringung der Menschen zu helfen: „Wenn Sie Platz zur Aufnahme von Geflüchteten aus der Ukraine haben, sei es in Privathäusern, Wohnungen oder anderen geeigneten Unterbringungsmöglichkeiten, die derzeit zur Verfügung stehen, melden Sie diesen bitte an uns“, so Göbel. Dazu hat das Landratsamt München eine zentrale Meldestelle unter der folgenden E-Mail-Adresse eingerichtet: koordinierungsstab-ukraine@lra-m.bayern.de. Alle Angebote im Landkreis werden an dieser Stelle gebündelt. „In dieser schwierigen Zeit müssen wir gemeinsam alles daran setzen, einen Beitrag zur Bewältigung der schrecklichen Folgen dieses sinnlosen und furchtbaren Krieges zu leisten“, sagt der Landrat weiter.

„Die Bilder von Frauen und Kindern, die ihr Land, ihre Familien verlassen, um sich in Sicherheit zu bringen, erschüttern. Sie lösen aber auch eine große Hilfsbereitschaft aus, das ist großartig“, so Haars Bürgermeister Andreas Bukowski. Den Rathaus-Chef haben bereits viele Anfragen von Haarer Bürgern erreicht, die Zimmer für die Unterbringung von Flüchtlingen anbieten.

„Aktuell wissen wir noch nicht, wie viele Menschen zu uns in den Landkreis und speziell nach Haar kommen werden, deshalb können wir vorerst weder Sach- noch Geldspenden annehmen“, so Bukowski. Man stehe in Austausch mit dem Landrats-

amt, aber um im Notfall schnell handlungsfähig zu sein, gäbe es bereits eine eigene Taskforce. Silvia Estermann und Kerstin Onwuama werden die Hilfe vor Ort in Haar koordinieren. Dazu sind sie in Kontakt mit Institutionen, den Kirchen und Vereinen. „Vorerst suchen wir vor allem Frauen und Männer, die die urkrainische Sprache beherrschen und als Dolmetscher zur Verfügung stünden“, sagt Estermann, die das Gesundheits- und Notfallmanagement der Gemeinde Haar verantwortet. Muttersprachler und Menschen, die den Geflüchteten im Alltag helfen wollen, können eine E-Mail an ukraine@gemeinde-haar.de schreiben.

Zudem weist die Gemeinde daraufhin, dass die Pandemie nicht vorbei sei, auch wenn „der Krieg Corona nahezu überlagert“. Die Verwaltung rät Bürgern daher, ein Schnelltestzentrum zu besuchen, wenn diese Verwandte oder Freunde aus der Ukraine bei sich aufnehmen. „Hoffen wir, dass die Konfliktlage nicht weiter eskaliert. Das Wenige, was wir aktiv tun können, ist den Ukrainern unsere Solidarität zu bekunden und ihnen zu zeigen, dass wir sie in dieser unfassbaren Situation nicht alleine lassen,“ so Haars Bürgermeister.

Münchner, die ankommende Menschen aus der Ukraine ehrenamtlich unterstützen wollen, können sich beim Verein „Münchner Freiwillige — Wir helfen“ per E-Mail an helfen@mfwh.de unter dem Stichwort „Ukraine-Hilfe“ melden. Unter www.muenchner-freiwillige.de können Münchner sich melden, die ein Zimmer für Kriegsflüchtlinge anzubieten haben oder anders helfen wollen. „Auch wenn viele Menschen momentan noch aus der Ukraine vor allem in die Nachbarländer fliehen, wollen wir bestmöglich vorbereitet sein, um Geflüchteten auch in München Schutz vor Krieg und Gewalt in ihrer Heimat bieten zu können“, so Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter. „Dass wir schnell und professionell helfen können, haben wir ja schon 2015 gezeigt. Auf diese Strukturen und Erfahrungen können wir jetzt zurückgreifen.“ Auch die Stadt München hat bereits einen Stab für außerordentliche Ereignisse (SAE) einberufen, um die Vorbereitung für die Unterbringung Geflüchteter zu koordinieren.

Die Stadt hat zudem ein Spendenkonto eingerichtet bei der Stadtsparkasse München für die Menschen aus der Ukraine eingerichtet, die von Krieg und Flucht betroffen sind: Kontonummer 203 000 (IBAN DE86 7015 0000 0000 2030 00). Der Verwendungszweck lautet „Solidarität Ukraine“.

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