Stadt legt die Haffstraße trocken

Auch Jahrhundertregen wird den Kellern der Neubausiedlung an der Haffstraße künftig nichts mehr anhaben können, wenn man dem Versprechen der Stadtverwaltung glaubt. Vergangenen Donnerstag erfuhren die Anwohner detailliert, wie die verkorkste Grünanlage tauglich gemacht werden soll. Vertreter der Stadtverwaltung gingen auf alle Fragen und Anregungen ein und zeigten sich äußerst bürger- und serviceorientiert.

Der Rasen wird heuer wohl nicht mehr angesät, Sträucher und Stauden allerdings wollen die Stadtgärtner noch vor dem Winter im Grünstreifen östlich der Haffstraße pflanzen. Zuvor aber muss repariert werden, was bisher verpfuscht wurde. Wie berichtet, hatte ein Vorbesitzer den künftigen Grünstreifen zur Kiesgrube gemacht und teils bis zum Grundwasser ausgebaggert. Nach der Verfüllung mit tertiären Sanden, Rotlage und anderem Material sickerte das Regenwasser nicht mehr ab, sondern bildete große Seen. Bei einem Gewitter im Juli floss die braune Brühe dann sturzbachartig von der Grünanlage in die Keller der Siedlung. Erst danach reagierte die Stadt auf die Alarmmeldungen der Anlieger, die sie zwei Jahre lang ignoriert hatte. Doch Transparenz und Bürgerfreundlichkeit ist wohl jetzt die Verwaltungsdevise in Sachen Haffstraße. Vergangenen Donnerstag informierten Vertreter des Gartenbauamts und des Umweltreferats die Anwohner über das weitere Vorgehen in Sachen Grünanlage. Schon im September sollen die Reparatur- und Herstellungsarbeiten beginnen und vor dem Winter beendet sein. Neue Geländemodellierung Bekanntlich fließt Wasser bergab. Die Grünanlage an der Haffstraße liegt aktuell um einiges höher, als die Gärten der Anlieger. Man könnte es als Konstruktionsfehler bezeichnen, dass die Wegmitte der höchste Punkt ist und folglich das Wasser naturgemäß nach unten in Gärten und Keller rinnt. Das soll sich nun ändern. Gartenbauamtsleiter Ulrich Schneider erklärte den Anwohnern, das Gelände werde neu modelliert. Die Tiefpunkte der neuen Landschaft liegen dann so, dass Wasser von den Häusern wegfließen muss. Das ist der erste Schritt, um künftig Überflutungen der Keller unmöglich zu machen. Bodenlockerung Des Weiteren wird der Boden tiefgründig aufgelockert, denn aktuelle Bodenproben haben ergeben, dass das Füllmaterial zwar schadstofffrei und wasserdurchlässig, aber viel zu stark verdichtet ist. Bis zwei Meter Tiefe will das Baureferat mit Baggern und Radladern die Erde herausheben und locker wieder einfüllen. Östlich des Wegs ist eine fünf Meter breite Sickermulde mit Drainagen geplant, die Gras überwachsen soll. Ehe das Sanierungskonzept umgesetzt wird, soll ein vereidigter Sachverständiger es prüfen. Mitte August könnte die Ausschreibung beginnen, im September rollen dann die Bagger an. „Mit rund vier bis sechs Wochen Bauzeit muss man rechnen, für die Pflanzungen brauchen wir noch mal vier bis sechs Wochen“, erklärte Ulrich Schneider den Anliegern. Bilderbuchverwaltung Wie die Verwaltung sich beim Infotermin am vergangenen Donnerstag präsentierte, so würde man sich es immer wünschen. Fragen blieben nicht offen, Wünsche nahm man auf. Baustellenlärm soll den Haffstraßenbewohnern so weit wie möglich erspart bleiben – nur werktags bis 18 Uhr darf an der Grünanlage gewerkelt werden, Reifenwaschanlagen sollen die Straßen sauber halten und die Baufahrzeuge müssen mit Schrittgeschwindigkeit fahren. „Beim Halligenplatz sind wir noch nicht fertig mit der Überlegung. Wir machen jetzt Werkspläne, die können sie sehen. Sollen wir die Pläne mailen?“ fragten die Verwaltungsleute. Eine Datei im Internet war den Bürgern lieber. Die versprach Ulrich Schneider mit Angabe des Termins, bis zu dem die Anwohner reagieren können. „Noch ein Ortstermin vor Baubeginn?“ fragte Schneider. Wer Gutachten über Bodenproben oder anderes einsehen wolle, braucht sich nur zu melden. „Wir haben nichts zu verbergen, wenden Sie sich an uns!“ forderte Rudolf Fuchs vom Umwelt- und Gesundheitsreferat die Bürger auf. Was ist mit der Wertminderung? Die wollten dann noch wissen, wer für die Wertminderung ihrer Immobilien aufkomme. Der Berichterstattung der Presse sei zu verdanken, dass sich der Haffstraßen-Sumpf nun in Wohlgefallen auflöse, die Geschichte habe sich aber auch negativ auf den Immobilienwert ausgewirkt. Das allerdings konnte Landschaftsarchitekt Ulrich Schneider nicht beantworten. „Ich nehme die Frage mit“, versprach er. Gabriele Mühlthaler

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