Stadt ändert Bebauungsplan

Weichen für Messestadt-Discounter

Seit Jahren wünschen sich viele Messestädter einen Discounter im Viertel. Ein Investor für das vorgesehene Grundstück am U-Bahnhof Messestadt-Ost konnte bisher jedoch nicht gefunden werden. 

Vor allem die Vorgaben des Bebauungsplans waren daran schuld. Nun stellte das Planungsreferat die Änderungen vor, die Investoren die Sache schmackhaft machen sollen.

Am U-Bahnhof Messestadt-Ost hat das Planungsreferat Flächen für einen Discounter vorgesehen, angebissen hat bisher aber keiner. Jetzt wurde wegen des Discounter-Wunschs der Bewohner und wegen der schlechten Vermarktbarkeit des Areals der Bebauungsplan auf den Prüfstand gestellt und ein Änderungsentwurf erarbeitet.


Der sieht weniger Büroflächen und mehr Wohnungen auf dem Grundstück südlich des U-Bahnhofs vor. Platz für den Discounter haben die Stadtplaner an der Ecke Astrid-Lindgren-Straße/Willy-Brandt-Allee vorgesehen. Im Erdgeschoss soll das Geschäft unterkommen, darüber könnten die Wohnungen sich auf vier Stockwerken rund um ein grünes Atrium auf dem Dach des Discounters gruppieren. Eine zweistöckige Tiefgarage würde genügend Raum für die Fahrzeuge von Kunden und Bewohnern bieten.


Westlich anschließend an diesen Bau wäre ein acht- bis neunstöckiges Gebäude möglich, das nach Westen auf sieben Geschosse abfällt und im Süden, zum Quartiersplatz hin, drei Stockwerke aufweisen würde. Hier wünschen sich die Stadtplaner die Ansiedlung kleiner Ladengeschäfte und Gastronomiebetriebe. Südlich des Platzes, in Fortsetzung des achtstöckigen Gebäudeteils, haben die Stadtplaner ein ebenfalls achtgeschossiges Punkthaus platziert. Hier könne aus stadtplanerischer Sicht auch das Kulturzentrum der Messestadt unterkommen, wenn  Bedarf für Flächen angemeldet würden. Das Kulturreferat sieht laut dessen Sprecherin aber trotz des im kommenden Jahres auslaufenden Mietvertrags in den Riem Arcaden derzeit keine Notwendigkeit dafür, da „der Trägerverein in den Riem Arcaden bleiben will“. Weitere Bauten im Westen, Osten und Süden des Platzes werden fünf oder sechs Stockwerke haben.


Als „Gute Stube der Messestadt“ wird der künftige Quartiersplatz im Osten des Viertels bei der Stadtverwaltung gehandelt. Die Fläche ist nur noch halb so groß wie im gültigen Bebauungsplan, was laut Grünplaner Horst Burger von Vorteil ist. Große Plätze sind schwer zu bespielen und beleben und einen zweiten „Platz der Leere“, wie den „Willy-Brandt-Platz“, wünscht sich wohl niemand in der Messestadt. Eine weitere Besonderheit des Quartiersplatzes im Osten des Viertels – er wird nicht rechteckig sein, wie alle übrigen Plätze der Messestadt. So könnte es lauschig werden in den künftigen Cafés und Läden am U-Bahnhof Ost, die sonst fehlende Urbanität hätte eine Chance. Keine großen Geschäfte werden sich hier wohl ansiedeln sondern eher der Toto-Lotto-Laden und die kleine Bäckerei.


5600 Quadratmeter Einzelhandelsfläche sieht der gültige Bebauungsplan vor, nur noch 4000 hingegen der Änderungsentwurf. Dafür steigt die Anzahl der Wohnungen von bisher 30 auf 500. Der alte Quartiersplatz sollte 5000 Quadratmeter groß werden, nun sind es kuschelige 2500. Die Züricher Architekten Ammann Albers StadtWerke haben Baumgruppen vorgesehen und Wohnhöfe im Quartier. Auch Gemeinschaftsdächer à la Wagnis könnten sich die Architekten vorstellen.


Alles soll nun so schnell wie möglich unter Dach und Fach gebracht werden. Bereits im September ist die öffentliche Planauslegung terminiert, wenn möglich vor Ort. Im März kommenden Jahres könnte der Stadtrat den Billigungsbeschluss treffen, der Satzungsbeschluss des geänderten Bebauungsplans würde dann im dritten Quartal 2013 auf der Tagesordnung des Stadtrats stehen. Im Idealfall wäre in einem Jahr gültiges Baurecht geschaffen.

 Gabriele Mühlthaler


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