Sorgenkind Leibstraße?

Die Leibstraße in Haar. Foto: AL

Vor einem Jahr haben die Traditionsmetzgerei Gnann und die Tengelmannfiliale in der Haarer Leibstraße ihre Pforten geschlossen. Seither befindet sich die beliebte Einkaufsmeile im Umbruch. Wird sie gar zum Sorgenkind?

„Ich sehe die Entwicklung mit großer Sorge,“ so Dworzak. Ein Hingucker ist der leere Ex-Tengelmann wahrlich nicht. Auch der Verlust der Metzgerei Gnann hat die Leibstraße getroffen, da diese viele Kunden auch aus den umliegenden Gemeinden angezogen habe. Die Familie Gnann betrieb die Metzgerei bereits in der vierten Generation. Als die Metzgerei 1946 eröffnet wurde, war sie in der Leibstraße noch ziemlich alleine. In den folgenden Jahren entstand um sie herum die beliebte und belebte Einkaufsstraße. Einst Anziehungspunkt „Es ist schade, dass ein Nahversorger fehlt“, sagt Johannes Geiger vom Schuhhaus Geiger. „Die Leibstraße ist nicht mehr Ziel für die täglichen Erledigungen.“ Auch Maximilian Gnann jr. teilt die Sorge des Bürgermeisters bezüglich seines ehemaligen Geschäftsstandorts. „Die Leibstraße scheint momentan auseinander zu fallen“, resümmiert der Metzgermeister. Ein Familienstreit verhinderte vor einem Jahr das Weiterbestehen der Traditionsmetzgerei. Gnann jr. möchte wieder eine Metzgerei eröffnen und ist derzeit auf der Suche nach neuen Geschäftsräumen. Noch erinnern sich viele ehemalige Kunden an die Metzgerei Gnann. „Ich kann kaum zum Einkaufen gehen, ohne darauf angesprochen zu werden. Die Leute fragen: Wann machen’s denn wieder was?“ Sobald das passende Objekt gefunden ist, will Gnann jr. sein neues Geschäft eröffnen. Die Räumlichkeiten des ehemaligen Tengelmann sind nach wie vor vermietet und werden daher wohl noch einige Zeit leer stehen. Das Fehlen eines Supermarkts beklagt auch Schreibwarenhändler Mathias Willerer. „Es ist die große Hoffnung aller in der Leibstraße, dass wieder ein gut sortierter Lebensmittelladen kommt. Besonders für ältere Leute wäre das wichtig.“ Auch der Gemeinde wäre es ein großes Anliegen, wieder einen Supermarkt in die Leibstraße zu bekommen: „Ideal wäre ein Vollsortimenter, aber das dürfte schwierig sein, wegen der zu geringen Ladengröße“, sagt Bürgermeister Dworzak. „Die Gemeinde ist bemüht, lukrative Publikumsträger anzusprechen und zu vermitteln.“ Die von der Gemeinde favorisierte Lösung, mehrere Grundstücke zu einem Objekt zusammenzulegen, kann aufgrund mangelnden Interesses der Eigentümer nicht durchgeführt werden. Nun setzt die Gemeindeverwaltung auf „Fachhändler, die Magnete sein sollen“, wie Dworzak es beschreibt. Nicht nur Negatives Trotz des fehlenden Supermarktes ist die Leibstraße auch weiterhin eine gute Einkaufsstraße, wie Mathias Willerer betont: „Vielen Orten fehlt eine vergleichbare Einkaufsstraße. Wir können in Haar froh sein, dass wir die Leibstraße haben.“ Ein weiterer Gewerbetreibender aus der Leibstraße fasst die Stärken der Einkaufsmeile zusammen: „Hier ist alles schön beieinander, es gibt viele verschiedene Dienstleister.“ Der leer stehende ehemalige Tengelmann ist jedoch auch für ihn ein Makel. „Das sieht nicht schön aus. Es wäre schön, wenn’s wieder so werden würde wie vor einem Jahr. –AL–

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