Umweltscouts für mehr Klimaschutz

Nachhaltiges Handeln am Ernst-Mach-Gymnasium Haar

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Die Umweltscouts Sofia und Maja (stehend) aus der neunten Klasse hielten einen Vortrag über den jetzigen Stand der globalen Nutzung und Ausbeutung der Erde.

Die „Fridays for Future“- Bewegung ist längst in München und Umgebung angekommen. Viele Schulen äußern sich zuletzt kritisch zum „Schwänzen“ der Schule für die Demonstrationen. Am Ernst-Mach-Gymnasium versucht man deshalb, das ökologische Bewusstsein in den Schulalltag zu integrieren.

Das Haarer Gymnasium zeigt einen Weg, wie zwischen den freitags stattfindenden Demonstrationen für den Klimaschutz und dem Schulunterricht ein Kompromiss gefunden werden kann. Lehrer Edwin Busl, der auch Geologie und Ethik unterrichtet, gibt den Schülern durch seinen Wahlpflichtkurs die Möglichkeit, sich unabhängig von Alter oder Stufe als Umweltscouts zu engagieren. So besteht die Gruppe aus Kindern und Jugendlichen der Klassen fünf bis zehn, der größte Teil davon aus der Unter- und Mittelstufe. Zwar beteiligten sich bisher hauptsächlich ältere Schüler, aber das „Engagement soll so früh wie möglich angeeignet werden“, erklärt Schul- leiterin Gabriele Langner. Den Schwung durch die Demonstrationen wolle man mitnehmen und im schulischen Kontext umsetzen.

Auch das Gymnasium Bruckmühl hat eine Gruppe, die sich für den Klimaschutz an der Schule einsetzt. Die Brückmühler Gymnasiasten trafen sich daher zum Austausch mit den Engagierten des Gymnasiums Haar. „Wir setzen gemeinsam ein Zeichen“, sagte Langner. Neben einem Vortrag zum derzeitigen Stand der Klima- entwicklung mit ihren Hintergründen berichteten die Schüler davon, was sie täglich für den Klimaschutz im Schulalltag machen oder machen können. Zum Beispiel achten die Umweltscouts auf die richtige Heizungseinstellung und energieschonendes Lüftven je nach Jahreszeit. Anlässlich des Volksbegehrens Artenvielfalt verteilten sie Flugblätter, um auf die Aktion aufmerksam zu machen. Als Belohnung für nachhaltiges Handeln oder auch Spenden für Vereine wie den Landesbund für Vogelschutz oder den BUND Naturschutz erhalten Schüler, aber auch Lehrer Dankeskarten und Preise wie etwa Ausflüge in den Kletterwald oder zum Ammersee.

Auf eigene Initiative hin konnten die aktiven Demonstra- tionsteilnehmenden die fünften und sechsten Klassen während des Unterrichts über „Fridays for Future“ informieren. „Ihr werdet gehört“, machte Schulleiterin Langner deutlich. Die Schule will das Interesse für ökologisches Bewusstsein also aufgreifen und ihm einen Raum geben, anstatt das Engagement wegen Fernbleiben vom Unterricht einfach abzumahnen und die Forderungen der Kinder und Jugendlichen zu ignorieren. Als Umweltscouts haben sie die Möglichkeit, gemeinsam aktiv zu werden. 

Pia Getzin

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