Saharahitze und Temperaturrekord

Am letzten Donnerstag war der heißeste Tag des Jahres – auch am Riemer See zeigte das Thermometer rekordverdächtige 34,7 Grad Celsius. Was soll man da anderes tun als sich in einen der Nasstempel oder Badeseen zu stürzen?

Das dachten sich auch viele Menschen aus dem Münchner Osten – und bevölkerten in wahren Heerscharen den rund 12 Hektar großen und bis zu 18 Meter tiefen Riemer See südlich der Messestadt. Wenigstens etwas Abkühlung wollten Jung und Alt in dem bekannt klaren und sauberen Wasser des ehemaligen Buga-Sees finden – egal ob am beschaulichen Südufer, in der Flachwasserzone am West- oder insbesondere in der beliebten Baderegion am Ostufer. Schlechte Aussichten Wer es den Tausenden nachtun will, für den ist offensichtlich Eile geboten. Denn die Weissager unter den Meteorologen künden davon, dass spätestens ab diesem Wochenende wohl Schluss ist mit heißer Luft und Badefreuden jenseits der 25 Grad. Mit dem Monatswechsel nächste Woche sollen dann endgültig kühlere Lüfte auch durch den Münchner Osten ziehen. Der deutsche Herbst scheint damit nicht mehr aufzuhalten. Riemer Beobachtungen Doch am vergangenen Rekordhitze-Donnerstag war nichts zu spüren von Herbst und Kälte – ganz im Gegenteil. „Wir haben hier sehr ordentlich Betrieb“, schilderte etwa Erich Hochreiter seine Eindrücke. Der Mann muss es wissen: Seit den Buga-Tagen betreibt er den beliebten Seekiosk am Ostufer. Viele Menschen suchten am Rekordtag gerade unter seinen großflächigen Sonnenschirmen Schutz vor der Hitze. „Das Problem ist nur“, so der Gastronom, „dass es für das ganz große Geschäft schon wieder zu heiß ist. Viele haben da keinerlei Appetit mehr und auch der Gang zum Kiosk wird zur Tortur und deshalb öfters mal vermieden“. Doch die Nachfrage nach Eis war natürlich groß an diesem Tag – neben dem Gespräch mit dem HALLO-Reporter kam Hochreiter kaum mit dem Nachbefüllen der Truhen hinterher. Aus Italien wird der Riemer See Ruhiger ließ es da Familie Meier angehen. Eltern, Oma und zwei Sprösslinge sind nicht nur am Rekordtag Stammgäste am belebten Ost-ufer mit seinem lebhaften Mix aller Generationen. „Wir kommen hier gerne her“, so die Mutter. „Die Wasserqualität ist gut, die Kinder kommen einfach ins kühle Nass und man kann sie auch von draußen gut im Auge behalten“. Die Fahrt in den Süden fiel heuer dagegen aus. „Aber wenn das Wetter so ist wie derzeit, vermisse ich selbst Italien nicht“, so der Vater. Den Kindern ist es eh egal – mit der rüstigen Oma tollen sie nach Herzenslust im Wasser umher – da ist es wurscht, ob aus Italien plötzlich der Riemer See geworden ist. Eher sehnsuchtsvoll dagegen blicken Alex Strauch und Marcus Geisberger auf das fröhliche Treiben im Wasser und entlang des breiten Sandstrandes und der grünen Liegewiese gleich nebenan. Die beiden sind Mitarbeiter des örtlichen Sicherheitsdienstes und haben heute auf anderem Gebiet Hochsaison. „Wir müssen darauf achten, dass hier alles im Rahmen bleibt“, so Geisberger. Vor allem haben die Sicherheitsmitarbeiter darauf zu achten, dass das Hundemitführverbot entlang des Badeareals ebenso eingehalten wird wie das vor Ort herrschende Grillverbot. „Doch es ist erstaunlich“, so Strauch: „Trotz der Hitze hatten wir hier heute noch niemanden, der über die Stränge schlug – die Leute sind sehr diszipliniert und einfach gut drauf!“ In der Tat – auch Geisberger und Strauch können jetzt eine kurze Pause einlegen und sich in eine der begehrten Schattenzonen zurückziehen. Bei 34,7 Grad Celsius wahrlich auch nötig! Harald Hettich

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