S-Bahn-Störungen ärgern Politiker

Angesichts der zahlreichen Störungen auf dem Ostast der S2 fordern der CSU-Landtagsabgeordnete Markus Blume und der CSU-Stadtrat Dr. Georg Kronawitter zeitnahe Verbesserungen von der DB Netz AG. Gleichzeitig erinnern sie daran, dass der Münchner Osten nicht von den Fortschritten im S-Bahn-Netz abgekoppelt werden dürfe, sondern vielmehr Taktverdichtungen und Ausbaumaßnahmen notwendig seien.

„Verehrte Fahrgäste bitte beachten Sie, die S2 in/aus Richtung Erding/Markt Schwaben...“. Wenn S-Bahn-Kunden und vor allem Pendler diese Worte aus den Lautsprechern an den Bahnsteigen hören, schwant ihnen nichts Gutes. Allzu oft kommt es vor, dass dann erhebliche Verspätungen, Zugausfälle oder Streckensperrungen verkündet werden. Alleine in der letzten Woche war die Strecke zwischen Ostbahnhof und Feldkirchen aufgrund technischer Störungen zweimal für mehrere Stunden blockiert. Warten in eisiger Kälte Für die Fahrgäste bedeutet das lange Wartezeiten in eisiger Kälte, Verspätungen bei Terminen oder ellenlange Busfahrten durch Schienenersatzverkehr. Dabei sind es immer wieder die gleichen Ursachen, die Probleme verursachen, nämlich Störungen in den Stellwerken in Riem oder am Ostbahnhof. Technische Defekte dort legen den Verkehr zum Leidwesen der Fahrgäste häufig auf unbestimmte Zeit lahm. „Dies ist ein absolut unerträglicher Zustand“, schimpfen der Landtagsabgeordnete Markus Blume sowie der Stadtrat und Verkehrsexperte Dr. Georg Kronawitter, der die S-Bahn selbst regelmäßig nutzt. Bekanntes Problem „Das Problem ist lange bekannt, es ist endlich an der Zeit zu handeln. Ein neues Stellwerk muss Abhilfe schaffen, die veraltete Technik ist nicht mehr zeitgemäß“, so Kronawitter. Der Stadtrat hat dabei allerdings nicht nur die Sicherstellung eines funktionierenden Betriebes im Blick, er möchte vielmehr die Gelegenheit nutzen und auch die Leistungsfähigkeit auf der Strecke steigern, mindestens bis Feldkirchen, lieber noch bis Markt Schwaben. Sein Rezept dazu ist die Ausweitung der so genannten Linienzugbeeinflussung wie sie bereits auf der Stammstrecke eingesetzt wird. Sie ermöglicht einen kürzeren Abstand zwischen den einzelnen Zügen und erhöht so die Kapazität einer Strecke. „Die S2 Ost ist bereits heute vielfach an ihren Kapazitätsgrenzen, die Fahrgastzahlen werden aber weiter zunehmen, daher ist eine Taktverdichtung dringend geboten“, erklärt Kronawitter sein Ansinnen. Express-S-Bahn 2007 hatte Kronawitter als damaliger Vorsitzender des Bezirksausschusses Trudering-Riem mit einem anderen Vorschlag zur Optimierung der S2 zwischen Erding und Ostbahnhof bereits Erfolg. Im Schulterschluss mit einigen Umlandgemeinden setzte er sich seinerzeit für Express-S-Bahnen zwischen Markt Schwaben und dem Ostbahnhof mit alleinigem Halt in Riem ein. Diese verkehren nun seit einem Jahr im morgendlichen Berufsverkehr und erfreuen sich großer Beliebtheit, verkürzen sie doch die Fahrzeit zwischen Markt Schwaben und dem Ostbahnhof um immerhin sieben Minuten. Landespolitischer Einsatz Markus Blume macht jetzt auch auf landespolitischer Ebene Druck. Er will sich beim Bayerischen Wirtschaftsministerium, in dessen Zuständigkeit der Münchner S-Bahn-Betrieb fällt, für rasche Abhilfe einsetzen. Blume geht es dabei um die Anbindung des Münchner Ostens im Ganzen: „Der Münchner Osten darf nicht von den Fortschritten im Öffentlichen Nahverkehr, insbesondere im S-Bahn-Netz abgekoppelt werden. Es kann nicht sein, dass in den vergangenen Jahren im Westen und Norden teure Neubauten finanziert wurden und die Stammstrecke mit dem Bahnhof „Hirschgarten“ einen zusätzlichen Haltepunkt bekommt, während auf den Außenästen die Fahrgäste im Regen oder in der Kälte stehen.“ Kein schlechterer Takt Blume erinnert in diesem Zusammenhang auch an das übereinstimmende Votum der Bezirksausschüsse Ramersdorf-Perlach und Trudering-Riem. Beide hatten auf CSU-Initiative hin kürzlich unisono gefordert, dass im Rahmen des Projekts zur zweiten Stammstrecke für die Linien S6 bzw. S2 und S4 keine Taktverschlechterungen eintreten dürften, sondern vielmehr Maßnahmen ergriffen werden müssten, die zu einer zeitnahen Taktverdichtung auf den Ostästen der betroffenen Linien beitragen. Kronawitter und Blume sind sich einig: „Nur wenn wir den öffentlichen Nahverkehr attraktiv und so störungsfrei wie möglich gestalten, können wir Autofahrer zum Umstieg auf die Schiene bewegen. Daher muss hier zum Wohle der Fahrgäste rasch gehandelt werden!“

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