1. hallo-muenchen-de
  2. München
  3. München Ost

„Sehr kreative Beteiligung“

Erstellt:

Kommentare

In Trudering soll ein Brunnen aus Granit eingeweiht werden. Nach einem geeigneten Namen wird gesucht. Gustl Bayrhammer ist ein Vorschlag. Der Schauspieler wohnte lange in Trudering.
In Trudering soll ein Brunnen aus Granit eingeweiht werden. Nach einem geeigneten Namen wird gesucht. Gustl Bayrhammer ist ein Vorschlag. Der Schauspieler wohnte lange in Trudering. © dpa

Wenige Wochen nachdem die örtliche SPD einen Namenswettbewerb für den neuen Brunnen im Zentrum Truderings ausgerufen hat, sind im Bürgerbüro des Landtagsabgeordneten Markus Rinderspacher bereits zahlreiche Vorschläge eingegangen.

Im zentralen Ortskern Truderings soll im Sommer ein neuer Brunnen aus Granit eingeweiht werden, dessen Wasserdüsen von einer sieben Meter langen Sitzbank und drei Bäumen umgeben sein soll. Aber welchen Namen soll der neue Brunnen bekommen? Der Wettbewerb läuft noch bis Herbst.

Bis jetzt gab es überwiegend Einsendungen, die einen regionalen Bezug zur Truderinger Geschichte herstellen. Gleich mehrfach wurde vorgeschlagen, das neue Wasserspiel nach „Truchtharo“ zu benennen. „Geht es nach der Anzahl der Einsendungen, liegt ‚Truchtharo‘ vorne und nimmt bis jetzt eine heimliche Favoritenrolle ein“, sagt Landtagsvizepräsident Rinderspacher. „Truchtharo“ soll sich nach heimatkundlichen Erkenntnissen vor etwa 1500 Jahren als germanischer Einwanderer in Trudering als Bauer niedergelassen haben. Soll also der Brunnen nach der ersten Sippschaft benannt werden, der Trudering seinen Ortsnamen zu verdanken hat? Die erste schriftliche Erwähnung fand Trudering im Jahr 772. n. Chr. als „Truhtheringa“.

Lokalkolorit weisen auch die Vorschläge „Schmucker“-Brunnen oder „Trude-Brunnen“ oder „Trudel-Sprudel“ auf, angelehnt an den Dorfnamen Trudering — „bayerisch und menschlich“, wie einer der Einsender schreibt.

Aber auch bekannte Persönlichkeiten der jüngeren Neuzeit wurden als Namensgeber benannt. So wird vorgeschlagen, das Wasserspiel mit dem Namen „Monsignore Kellermann-Brunnen“ zu versehen, benannt nach dem beliebten Pfarrer von St. Peter und Paul, Herbert Kellermann. Ein weiterer Vorschlag bringt Josef Auer ins Gespräch, der bis 1985 Rektor an der Lehrer-Götz-Grundschule war. Der langjährige Vorsitzende des Truderinger Buam Festring, Helmi Risch, wird ebenso als Namenspatron vorgeschlagen wie der legendäre HALLO-Verleger Karl Dressel, der Truderinger Ortsfotograf Otto Winheim, die Volksschauspieler Erni Singerl und Gustl Bayrhammer sowie die Jazz-Legende Hugo Strasser, die in Trudering lange wohnhaft waren.

Und auch die örtliche Politik wird ins Spiel gebracht: Der „Memmel-Schmid“-Brunnen soll an die legendären, kürzlich verstorbenen sozialdemokratischen Volksvertreter Helmut Schmid und Hermann Memmel erinnern. Auch Gustav Lindner, der letzte Truderinger Bürgermeister vor der Eingemeindung nach München im Jahr 1932, wird erwähnt.

Einer der wenigen Frauennamen, die bis jetzt eingesandt wurden, ist der von Elisabeth Baerlein. Ihre jüdischen Eltern hatten das beliebte Ausflugslokal „Phantasie“ in Waldtrudering betrieben.

„United“-Brunnen wiederum ist ein Vorschlag, der an den Flugzeugabsturz von 1958 vor Kirchtrudering erinnern soll, bei dem 23 Menschen, darunter acht Spieler der Fußballmannschaft von Manchester United, ums Leben gekommen sind. So kommentiert ein Einsender, der ehemalige legendäre Torhüter Harry Gregg solle als Brunnenpatron gewürdigt werden. Er hatte damals mehrere Menschen aus dem brennenden Flugzeug gerettet.

Weitere Einreichungen sind möglich. Denkbar sind „alle Namen mit oder ohne Truderinger Bezug und im Zusammenhang mit historischen Ereignissen und allen denkbaren Themen“, sagt SPD-Ortsvereinsvorsitzende Eva Blomberg. Entscheiden, ob und welchen Namen der Brunnen erhält, werden am Ende die Gremien der Stadt. Vorschläge mit kurzer Begründung sind zu senden an Bürgerbüro Markus Rinderspacher, MdL, Melusinenstraße 18, 81671 München oder per E-Mail an info@markus-rinderspacher.de.

Auch interessant

Kommentare