Stadtrat will Erschließung des Gewerbegebiets Perlach-Süd

Ja zur „Münchner Lösung“

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Die verschiedenen Planungsvarianten einer Südanbindung von Perlach-Süd inklusive der „Münchner Lösung“.

Die Stadt will die so genannte „Münchner Lösung“ zur Erschließung des Gewerbegebiets Perlach-Süd umsetzen. Der Stadtrat hat jetzt die Einleitung des Bauleitplanverfahrens beschlossen. Nachdem der Neubiberger Gemeinderat die Südanbindung Perlach (SAP) mittlerweile offiziell ablehnt, wird auch die Realisierung des SAP-Westabschnitts momentan nicht mehr weiterverfolgt.

Die Entscheidung des Stadtrats ist ein großer Schritt. Jahrelang hatte die Stadt die „Münchner Lösung“ (von der Unterhachinger- zur Unterbiberger- beziehungsweise Bayerwald-Straße südlich der Nabburger Straße) pauschal abgelehnt. Schließlich sei die Anbindung des Gewerbegebiets Perlach-Süd ja über die Südanbindung Perlach – eine Trasse zwischen der Unterhachinger- und der Carl-Wery-Straße – geplant. Allerdings wollte die Stadt dort zuletzt nur noch den Westabschnitt realisieren.

Dies rief Empörung in Neubiberg hervor, denn: Dort gab es nur ganz oder gar nicht! Eine Westtrasse nur zum Nutzen Münchens, noch dazu auf Neubiberger Flur? „Ohne uns“, erklärte der Gemeinderat verärgert und beschloss kurzerhand das Ende des Themas Südanbindung.

Aufgrund der „ablehnenden Haltung der Gemeinde Neubiberg“ werde die Realisierung des SAP-Westabschnitts derzeit nicht weiterverfolgt, heißt es im aktuellen Stadtratsbeschluss. Das kleine Wörtchen „derzeit“ hätten die Stadtrats-Grünen gerne auch noch gestrichen. Doch die Stadt sitzt mit Neubiberg an einem interkommunalen Konzept zur Entwicklung eines gemeinsamen Grundstücks in Unterbiberg: Das ehemals für die Löwenbräu-Verlagerung ins Spiel gebrachte Areal liegt genau an der Schnittstelle beider Kommunen. Für eine Bebauung braucht man eine vernünftige Verkehrsanbindung. Damit käme eventuell die SAP-Westanbindung wieder ins Spiel.

Auch die „Münchner Lösung“ könnte zur Erschließung der neuen Siedlungsbereiche herangezogen werden. Ein Synergieeffekt! Laut Gutachten handelt es sich um eine rein lokal bezogene Erschließungsstraße fürs Gewerbegebiet. Sie muss also keine überregionalen Verkehrsströme aufnehmen. Ein Verkehrsanstieg auf der Naila- und Rudolf-Zorn-Straße sei nicht zu erwarten. Dafür soll aber die Weidener Straße von gut 40 Prozent des heutigen Verkehrs in den Spitzenstunden morgens und abends entlastet werden.

Probleme könnte es allerdings mit dem Hachinger Bach geben. Der Korridor für die „Münchner Lösung“ gilt im Falle eines Hochwassers als Überschwemmungsgebiet. Jede Zerschneidung, Überbauung und Versiegelung hätte Auswirkungen, die vorher im Detail geklärt werden müssen. Die Kosten für die „Münchner Lösung“ liegen nach Schätzungen des Gutachters bei etwa 1,4 Millionen Euro – rein für die Herstellung, ohne Grunderwerb oder Spartenverlegung. Die Stadt will nun mit den Eigentümern verhandeln. Ein Bauleitplanverfahren dauert im Durchschnitt etwa zwei Jahre, bei Problemen entsprechend länger. Carmen Ick-Dietl

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