Die einen sagen so, die andern wieder so

Pflanzgefäße sorgen für Verwirrung in Ramersdorf

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Stehen am Jäcklinplatz und an der Adam-Berg-Straße bald Pflanzkübel auf der Straße?

Mit Pflanzkübeln will die Stadt jetzt mehr Grün in Münchens Straßen bringen. Das System könnte eventuell in Ramersdorf getestet werden. Beim Bezirksausschuss weiß man allerdings nichts davon.

Für Verwirrung sorgt die Antwort des Baureferats auf einen Stadtratsantrag der Grünen. Die Stadträte hatten ein neues Pilotprojekt zur Bepflanzung des öffentlichen Raums mit einem neuartigen und pflegeleichten System in speziellen Pflanzgefäßen angeregt. Damit könne man sowohl Fußgängerzonen als auch „ruhige Nebenstraßen mit geringem Parkdruck und geringem Bestand an Bepflanzung“ grüner gestalten.

Im Baureferat steht man der Idee der Pflanzkübel grundsätzlich positiv gegenüber. „Wo den Pflanzen kein Erdreich zur Verfügung steht, könnte auf diese Weise mehr Grün im Stadtbild geschaffen werden.“ Das soll nun in den nächsten zwei bis drei Jahren getestet werden. Start: Noch in diesem Jahr. Ob dabei der von den Grünen vorgeschlagene Hersteller zum Einsatz kommt, ist unklar. Obwohl es in der Stadtratsantwort heißt, das Ergebnis des notwenigen Markterkundungsverfahren liege vor und dieses Pflanz- system soll nun getestet werden, erklärt Baureferats- sprecherin Monika Großkopf: „Zur Zeit läuft noch das Vergabeverfahren für das Pflanzsystem, daher kann kein Hersteller benannt werden.“

Noch keine Entscheidung 

Während gegenüber den Stadträten erklärt wird, dass das System voraussichtlich an der Adam-Berg-Straße und am Jäcklinplatz getestet werden, sagt Großkopf, die Entscheidung, welche Straßen und Plätze letztendlich als Standorte gewählt werden, stehe noch aus. Das Baureferat habe aber bereits Begehungen möglicher Pflanzkübel-Standorte durchgeführt und sie auf ihre Eignung für den Pilotversuch untersucht.

Eine Entscheidung über die Anzahl der Kübel und die Pflanzenauswahl werde laut Großkopf in enger Abstimmung mit den Bezirksausschüssen getroffen, in der Stadtratsantwort ist ausdrücklich der BA 16 genannt. Auf HALLO-Nachfrage erklärt BA-Chef Thomas Kauer (CSU) allerdings, dass er nichts davon weiß und die ganze Sache auch erst über die Stadtratsantwort erfahren hat.

Und warum Ramersdorf? Das geht auf zwei Bürgerversammlungsanträge aus den Jahren 2015 und 2016 zurück. Damals gab es die Forderung nach mehr Bäumen im Viertel, speziell an der Berger-Kreuz- und Adam-Berg-Straße sowie am Jäcklinplatz. Für die Berger-Kreuz-Straße lehnte das Baureferat damals wegen zu engem Straßenraum ab, an der Adam-Berg-Straße sei es zu Lasten von Parkplätzen grundsätzlich möglich, aber hier werde gerade die Idee einer Trambahnlinie geprüft und beim Jäcklinplatz warte man damit aus Kostengründen auf die nächste Fahrbahnsanierung.

Allerdings war es der Antragstellerin damals um eine Lindenallee gegangen, ob Pflanzkübel, in denen nur kleinkronige Baumarten und Sträucher wachsen können, ihrem Wunsch auch entsprechen, ist unklar. Und die Stadtrats-Grünen reden von „ruhigen Nebenstraßen mit geringem Parkdruck und geringem Bestand an Bepflanzung“. In Ramersdorf gibt es jedoch begrünte Vorgärten, am Jäcklinplatz sogar einen begrünten Mittelteiler, den man durchaus bei einer Neugestaltung bis in den Knoten zur Auflegerstraße verlängern könnte. 

Carmen Ick-Dietl

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