Im Neuperlacher Ostpark entsteht ein spektakulärer Festspiel-Dom

Beeindruckende Kulisse für Shakespeare

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Ein spannender Ort für Theater- und Geometrie-Fans: der geplante Festspiel-Dome im Neuperlacher Ostpark. In der vergangenen Woche begannen die Aufbauarbeiten. Wie der fertige Dom einmal aussehen soll, veranschaulicht diese Fotomontage.

Im Ostpark wird derzeit eine spektakuläre Theaterstätte aufgebaut: Ein sogenannter geodätischer Dom. Anfang Juli will das Neuperlacher Festspielhaus dort William Shakespeares Theaterstück „Cymbeline“ aufführen.

Es ist ein außergewöhnliches Projekt, das sich das Festspielhaus Neuperlach da ausgedacht hat. Auf einer Wiese im Ostpark wird temporär eine Theaterbühne aufgestellt. Nicht in Form des üblichen Freilufttheaters, sondern als geschlossener Raum. Es handelt sich um einen sogenannten geodätischen Dom, also einen halbkugelförmigen Bau aus einem Verbund von Dreiecken – ähnlich wie man sie bei der Erdfunkstelle in Raisting, bei den ehemaligen US-Horchstationen in Bad Aibling, im Europapark in Rust oder als Wahrzeichen des Disney-Parks in Florida sehen kann. Auch für Sternwarten, Planetarien, Radaranlagen, Ausstellungshallen und Gewächshäuser werden die Kuppeln gerne verwendet. Das architektonische Besonderheit an dieser Konstruktion: Die dreieckigen Elemente stützen sich gegenseitig und verleihen dem Gebäude dadurch eine sehr hohe Stabilität. Ein geodätischer Dom trägt sich selbst, hat keine störenden Stützbalken im Inneren. Weshalb er sich auch gut als Theaterbühne eignet.

Eigentlich wollte Festspielhaus-Leiter Helmut von Ahnen das Projekt bereits im vergangenen Jahr durchziehen. Doch die Genehmigungsbehörden machten ihm einen Strich durch die Rechnung. Das Gartenbaureferat hätte den ungewöhnlichen Theaterraum im Ostpark zwar auf Zeit zugelassen, doch die Statikprüfungen dauerten viel zu lange.

Nun wird der Festspiel-Dom nicht wie ursprünglich geplant aus England importiert, sondern aus Klosterneuburg in Österreich. Dort sitzt eine Firma, die auf die futuristischen Kuppelbauten spezialisiert ist. Aus 16 Kubikmeter Holz wurde in einer Schreinerei das Material für die Gerüstkonstruktion zurechtgeschnitten. Im Ostpark soll daraus ein Kuppelzelt mit 8,60 Metern Höhe und 22,5 Metern Durchmessern werden – oder ein 400 Quadratmeter großer Raum ohne eine einzige Säule. In Summe wird ein Volumen von etwa 2500 Quadratmetern umspannt – das entspricht etwa dem Volumen von 75 Schiffscontainern. Eine beeindruckende Größe! 150 Personen sollen im Inneren der Gerüstkonstruktion Platz finden. 14 Tage lang soll dort Anfang Juli Theater gespielt werden. Auf dem Programm steht das Stück „Cymbeline“ von William Shakespeare. Eine verwirrende Romanze, die in der römischen Antike spielt.

Der Festspiel-Dom mit seiner speziellen Geometrie und Raumwirkung dürfte jedoch nicht nur für Theaterfreunde interessant werden. Für Mathelehrer aus der Umgebung bietet die Kuppel die einzigartige Gelegenheit, Geometrie live im Ostpark zu unterrichten und den Schülern den Eulerschen Polyedersatz im wahrsten Sinne des Wortes zu veranschaulichen. Carmen Ick-Dietl

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