Gesamtschau ist nicht möglich

Neuer Ärger um Wohnen für alle in Ramersdorf

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Die Nachverdichtung im Bereich der Puechbergerstraße sorgt weiter für Unruhe. Immerhin hat die GWG jetzt einem Infoabend für die Anwohner zugestimmt.

Einzeln trudeln die Bauanträge für das Projekt „Wohnen für alle“ in Ramersdorf derzeit beim Bezirksausschuss 16 ein. Die geplante Infoveranstaltung dazu soll nun erst am 21. Juni stattfinden. Dort könnte es Ärger geben.

Obwohl es bei der geplanten Nachverdichtung der Ramersdorfer GWG-Siedlung zwischen Ständler-, Görzer-, Puechberger- und Balanstraße „maßgebliche Veränderungen in die richtige Richtung“ gab, steht neuer Ärger ins Haus. So treffen derzeit die Baugenehmigungsanträge für das Projekt alle einzeln beim Bezirksausschuss Ramersdorf-Perlach ein. „Damit ist keine Gesamtschau möglich“, monierte BA-Chef Thomas Kauer (CSU) auf der jüngsten Sitzung. Der Hintergrund ist offenbar, dass es verschiedene Ausschreibungen für den Bau der einzelnen Häuser gab. Dabei sei eine Ausschreibung im ersten Anlauf auch misslungen und musste erneut gestartet werden.

Das Stadtteilparlament hatte nach Bekanntwerden der Pläne im vergangenen Jahr erreicht, dass auf zwei Baukörper zugunsten von Grünflächen und Baumbestand im inneren der Siedlung verzichtet wird, dass der Zuschnitt der Wohnungen in den verbliebenden vier Häusern familienfreundlich gestaltet wird, die Gestaltung der Neubauten an die vorhandenen Bauten angepasst wird und ausreichend große Räumlichkeiten für eine Sozialbetreuung geschaffen werden.

Bevor nun die Bauarbeiten tatsächlich anlaufen, sollte es für die Anwohner nochmals eine ausführliche Informationsveranstaltung geben. Das hatte der BA im Vorfeld mehrfach gefordert und war von der GWG eigentlich auch zugesagt worden. „Dem wurde leider nicht Rechnung getragen“, erklärt Kauer. Die Veranstaltung wird nun erst am 21. Juni um 19.30 Uhr im Pfarrsaal von St. Bernhard (Görzer Str. 26) stattfinden. Die GWG hat aber schon mit Baustelleneinrichtungen und Erdaushub begonnen. „Eine Bürgerinformation macht nur dann Sinn, wenn sie vor Beginn der Arbeiten erfolgt“, ärgerte sich der Sprecher des BA-Planungsausschusses, Wolfgang Thalmeir (CSU).

Aus „wirtschaftlichen Zwängen“ sehe die GWG keine Möglichkeit mit den kompletten Bauarbeiten auf diese Veranstaltung zu warten, informierte der BA-Chef. Die Geschäftsführung der GWG sei darüber auch unglücklich, „aber nun ist das Kind zum Teil schon ins Wasser gefallen“. Immerhin habe man ihm gegenüber betont, dass sich dieser Vorgang nicht wiederholen soll.

Ärger droht offenbar auch von anderer Seite. Wie Kauer berichtete, ist inzwischen ein Anwohnerschreiben mit offenbar falschen Informationen und „ausländerfeindlichem“ Tenor eingegangen. Er rief dazu auf, dass möglichst viele BA-Mitglieder und örtliche Stadträte ebenfalls an der Infoveranstaltung teilnehmen, um auf eventuelle Gerüchte und Aussagen entsprechend reagieren zu können. 

Carmen Ick-Dietl

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