Der Wettbewerb ist entschieden

Neubauvorhaben an der Carl-Wery-Straße in Neuperlach

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„Anspruchsvolle und innovative Fassadengestaltung“: Besonders hebt das Preisgericht die Fassadengestaltung des Boardinghauses hervor.

Auf der heutigen Park & Ride-Anlage an der S- und U-Bahnstation Neuperlach Süd soll künftig eine gemischte Nutzung mit einem Boardinghouse, Einzelhandel und einem Parkhaus an der Carl-Wery-Straße mit erweiterter Kapazität entstehen. Der Realisierungswettbewerb mit Ideenteil ist jetzt entschieden.

Als Sieger des Wettbewerbsverfahrens ging das Wiener Architekturbüro Delugan Meissl Associated Architects mit Agence TER Landschaftsarchitekten hervor. Die Architekten sind in Neuperlach keine Unbekannten. Sie haben bereits den Wettbewerb für das neue Stadtteilzentrum am Hanns-Seidel-Platz für sich entschieden.

Die Flächen an der Carl-Wery-Straße gehören zu den letzten verfügbaren Restflächen des großen Planungsgebietes Neuperlach. Durch deren Bebauung soll die Stadterweiterung Neuperlach in Richtung südlicher Stadtgrenze baulich und räumlich zum Abschluss gebracht werden. Im Rahmen des Wettbewerbs sollte in diesem Zusammenhang die Bebauung des Kerngebiets realisiert werden, das in unmittelbarer Lage am S- und U-Bahnhaltepunkt Neuperlach Süd eine zentrale Funktion übernehmen soll.

Die Nutzungsvorgaben sahen für das Erdgeschoss Einzelhandel und in den Obergeschossen ein gewerbliches Boardinghouse vor. Im Bebauungsplan wurde auf dem Wettbewerbsgrundstück ein profil- überragendes Gebäude mit bis zu 50 Meter Höhe vorgesehen, welches mit Sichtbezügen in die wichtigen Straßenräume zur Orientierung und Identifikation im Stadtteil beitragen soll. Außerdem sollte ein Vorschlag für die Fassaden des angrenzenden Parkhauses entwickelt werden, der einerseits den Belangen nach Lärmschutz nach außen und andererseits dem freien Lüftungsquerschnitt für ein offenes Parkhaus Rechnung trägt. Übergeordnetes Ziel war es, ein verträgliches Gesamtbild mit dem Boardinghouse zu entwickeln.

Dies ist nach Ansicht des Preisgerichts im Siegerentwurf gelungen: „Das Boardinghouse positioniert sich kraftvoll mit seinem Hochpunkt an dem öffentlichen Platz. Der Übergang vom hohen Gebäudeteil zu den siebengeschossigen Wohnnutzungen wird geschickt durch eine konkave Wölbung gelöst, die in den verglasten unteren zwei Geschossen den repräsentativen offenen Eingangsbereich des Boardinghouses bildet. Der abgestaffelte Baukörper bildet zur Carl-Wery-Straße sowohl die benötigte bauliche Fassung als auch differenzierte Außenräume auf unterschiedlichen Ebenen.“

Die Verkaufsflächen seien richtig an der unteren Platzfläche angeschlossen, heißt es weiter. Auf der obersten Ebene sei der Zugang zu den Stellplätzen platziert. „Boardinghouse und Parkhaus bilden ein Ensemble, bestehen aber gleichzeitig aus differenzierten Bauteilen, bei denen die jeweiligen Nutzungen ablesbar sind. Der Innenhof des Boardinghouses ist sehr gut proportioniert, die am Hof liegenden Wohnungen mit attraktiven Balkonen werden sehr gut belichtet“, erklärt die Jury.

Eine besondere Qualität biete die „Ausformulierung“ des Parkhauses. Durch die mit einer umlaufend weitestgehend geschlossenen Fassade eingeschlossenen Innenhöfe können das Parkhaus natürlich be- und entlüftet werden, bei gleichzeitiger Einhaltung der hohen Schallschutzanforderung.

Aus Sicht des Feng Shui seien viele Kriterien gut erfüllt. Die optische Verbindung von Innenhof und Platz wird vom Preisgericht sehr positiv gesehen. Der verglaste Sockel lasse zwar etwas Stabilität vermissen, durch kleine Veränderungen vor allem an den Gebäudeecken erscheine dies jedoch heilbar. Die grundsätzliche Gestaltungsidee des verglasten Sockels sollte aber in jedem Fall erhalten bleiben.

Besonders prägnant und hervorzuheben ist nach Ansicht der Jury die „anspruchsvolle und innovative Fassadengestaltung“. Die Apartments erhielten an den äußeren Fassaden runde Fenster, die mit zweiflügeligen Fensterläden teilweise oder ganz geschlossen werden könnten. Die individuelle Nutzung der Apartments zeichne sich an den äußeren Fassaden ab. „Durch die Addition aller Fenster entsteht eine außergewöhnliche und überraschende Erscheinung, die eine unverwechselbare Signalwirkung für die spezielle Nutzung des Boardinghouses erwarten lässt.“ Im Anschluss an die Preisvergabe empfahl das Preisgericht dem Auslober einstimmig, dem Verfasser der mit dem ersten Preis ausgezeichneten Arbeit die weiteren Planungsleistungen zu übertragen.

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