Versiegelt und versperrt

Kreisverwaltungsreferat schließt den Neuperlacher Sportwirt

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Das Kreisverwaltungsreferat hat den Neuperlacher Sport gesperrt. Wie lange, ist derzeit noch unklar.

Das Kreisverwaltungsreferat hat den „Neuperlacher Sportwirt“ versiegelt. Wann die Gaststätte der Bezirkssportanlage an der Bert-Brecht-Allee wieder aufmacht, ist unklar.

Die Bezirksinspektion Ost des Münchner Kreisverwaltungsreferats hat das Lokal verschlossen und versiegelt. Über die Gründe gibt das KVR keine weiteren Auskünfte. „Details dürfen aus Datenschutzgründen nicht weitergegeben werden“, heißt es von der KVR-Pressestelle.

Es könne derzeit auch keine Prognose abgegeben werden, wann das Lokal wieder geöffnet werden könne, so Pressesprecher Johannes Mayer. Nur soviel: „Ein potentieller Nachpächter hat sich bislang nicht bei der Bezirksinspektion Ost zur Antragstellung für eine gaststättenrechtliche Erlaubnis gemeldet.“ Das für die Bezirkssportanlage zuständige Referat für Bildung und Sport (RBS) erklärt, dass eine dauerhafte Schließung aus Sicht der Stadt derzeit nicht im Raum stehe.

Nur die Gaststätte ist zu, die Sportschützenvereine im Untergeschoss des Vereinsgebäudes sind nicht betroffen. Allerdings wird schon länger über den gesamten Bau diskutiert. Der SV München-Neuperlach möchte die Bezirkssportanlage Bert-Brecht-Allee nämlich in Erbbaupacht übernehmen. Die Außenanlagen wurden inzwischen saniert, am Haus wurde bislang nichts getan. „Das Vereinsgebäude ist nach fast 50 Jahren in keinem guten Zustand“, sagt der SVN-Vorsitzende Norbert Kreitl.

Die Stadt hat nun ein Gutachten dazu anfertigen lassen. Nach Angaben von RBS-Pressesprecherin Christina Warta zeigt es, dass das Gebäude „in einem dem Alter entsprechenden und damit durchaus nutzbaren Zustand“ sei. Es bestünden zwar einige Mängel, zum Beispiel bei der Lüftung der Gaststätte und im Sanitärbereich, doch die seien mit geringem Aufwand zu beheben. Baureferat und RBS hätten den notwendigen Sanierungsbedarf schon festgelegt.

Derzeit liegt dieses Gutachten beim SVN. Kreitl hat einen Fachmann beauftragt, die Unterlagen zu prüfen und eine Gegenexpertise zu erstellen. Das Ergebnis ist offenbar nicht positiv. Es gebe neben den von der Stadt angeführten Mängeln auch Probleme beim Brandschutz, die Dämmung sei nicht optimal, das gesamte Gebäude einfach ziemlich runtergekommen, sagt der SVN-Vorsitzende. „Es ist klar, dass wir den Bau so nicht übernehmen sollten.“ Entweder das Haus werde generalsaniert oder aus dem Erbbaurechtsvertrag rausgelöst.

Kreitl denkt noch in eine andere Richtung. Er könnte sich vorstellen, dass der Verein in dem Gebäude einen Sport-Kindergarten betreibt. Von Seiten des RBS gibt es laut Referatssprecherin Warta keine derartigen Ideen.

Ein kompletter Abriss des Gebäudes ist derzeit beim RBS kein Thema. Für die Schützenvereine im Keller wäre das eine Katastrophe. Denn Abriss und Neubau würden sie für lange Zeit lahmlegen. Im Münchner Osten sind keine Ausweichmöglichkeiten für Sportschützen vorhanden. Im Gegenteil: In den letzten Jahren sind die Schützenstände im Hotel am Pfanzeltplatz, bei der SG Siemens-Ost an der St.-Cajetan-Straße, in der Gaststätte Zar an der Rosenheimer Straße und in der mittlerweile abgerissenen Gaststätte Bayerischer Hiasl an der Ottobrunner Straße verloren gegangen.

Carmen Ick-Dietl

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